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Farce (Theater)

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Eine Farce ist eine Komödie die das Ziel hat, die Zuschauer mit Hilfe unwahrscheinlicher oder extravaganter, aber häufig möglichen Situationen, Verkleidungen und Verwechslungen zu unterhalten. Sprachlicher Humor, inklusive Wortspiele und sexuelle Anspielungen, und ein schnelles Tempo, das im Verlaufe des Stückes noch schneller wird, und bewusste Absurdität oder Unsinn sind ebenfalls häufig in einer Farce zu finden.

Im Gegensatz zu romantischen Komödien enthält die Farce normalerweise keinen traditionellen Plot, der frustrierte Liebende, die Hindernisse überwinden, zeigt. Der Fokus liegt häufiger darauf, dass eine Grenze überschritten wird, oder etwas vor den anderen Figuren verheimlicht werden soll und auf einer unvorhersehbaren Kettenreaktion, die daraus resultiert. In einer Farce im Theater gibt es normalerweise nur einen Ort. Dabei handelt es sich häufig um Gesellschaftsräume in Familienhäusern, die viele Türen zu angrenzenden Räumen haben. Als Alternative kann es sich beim Ort auch um ein Hotel, ein Krankenhaus oder ein Büro handeln.

Da es keine Zeit gibt, über die Geschehnisse zu raisonieren und die nächsten Schritte zu planen, kommt die Figur, die etwas zu verschweigen hat, an einen Punkt ohne Rückkehr, in der fälschlichen Annahme, dass Handeln besser ist, als enttarnt zu werden oder die Wahrheit zuzugeben. Dadurch verwickeln sie sich immer stärker in Schwierigkeiten.

Die Leiche im Keller kann echt oder eingebildet sein (z.B. ein Missverständnis oder Fehlinterpretation von Fakten). Es kann sich um ein Geheimnis handeln, das die Gegenwart betrifft oder auch eine langvergessene Vergangenheit, die plötzlich wieder auftaucht und nun eine Bedrohung für die Sicherheit und den Frieden der Figur darstellt, oder zumindest darzustellen scheint. Die Themen der Farce zeigen die Sitten der Zeit auf: Im späten 19. Jahrhundert handelte es sich häufig um eine Frau, die über ihr Alter lügt, oder einen Mann, der Vater eines unehelichen Kindes ist. Im Laufe des 20. Jahrhunderts ging es hauptsächlich um Untreue. Hier versucht der Protagonist zu verhindern, dass die außereheliche Affaire bekannt wird.

Viele Farcen bewegen sich schnell auf die Klimax zu, in der das Problem auf die eine oder andere Weise gelöst wird, häufig durch eine überraschende Wendung durch den Einsatz eines deus ex machina. Normalerweise gibt es ein Happy End. Zur Freude des Publikums wird der Gerechtigkeit nicht immer gefolgt: Der Protagonist kommt davon, auch wenn er sich kriminell verhalten hat.

Eine Farce ist normalerweise sehr tolerant gegenüber Verstößen und zeigt Menschen als eitel, irrational, käuflich, kindisch und Automatismen zugeneigt. Aus diesem Grund ist die Farce häufig kombiniert mit der Satire. Bei der Farce handelt es sich nicht nur um ein Genre, sondern auch um eine höchste flexible dramatische Form, die häufig mit anderen Formen kombiniert wird.

Mit lächerlichen, weit hergeholten Situationen, schnellen, witzigen Wortgefechten und physischem Humor bietet die Farce eine Grundlage für Sitcoms im Fernsehen, im Stummfilm und in Screwball-Komödien. Eine besondere Rolle spielt die Farce in der russischen Literatur, z.B. bei Anton Tschechow und Aleksandr Abramovic Bejderman.

In Japan gibt es eine Jahrhunderte alte Tradition der Farce. Die sogenannten Kyogen sind Stücke, die als komische Abwechslung zu den langen, ernsthaften Nō-Stücken gespielt werden.

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