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Fango
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Fango (italienisch fango, Plural fanghi: Schlamm, Schmutz, heilender Schlamm) ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs. Er wird in Thermalquellen dadurch angereichert, dass die heißen, vulkanischen, teils flüssigen, teils gasförmigen Exhalationen das umgebende (meist vulkanische) Gestein zersetzen. Die Zersetzung wird gefördert, wenn die Thermalquellen Säuren enthalten oder Stoffe, die an der Luft zu Säuren oxidiert werden, wie zum Beispiel Schwefel und Schwefelwasserstoff, die zu Schwefelsäure oxidiert werden.
Fango wird zu Heilzwecken in der Peloidtherapie als sogenannte Fango-Packung eingesetzt. Der Schlamm wird heiss an verschiedenen Körperteilen auf die Haut gebracht. Der Patient wird in Tücher eingewickelt und so lässt man den Heilschlamm eine mehr oder weniger lange Zeit einwirken. Seit langem bekannt ist der Fango des italienischen Heilbads Abano Terme. Oft wird dem Fango zur Anwendung als Fango-Packung Paraffin zugefügt.
Für Heilzwecke wird auch ein künstlicher Fango verwendet: Vulkanisches Gestein wird gebrochen, erhitzt und dann fein gemahlen. Das Ausgangsgestein für den künstlichen Fango wird in Deutschland in wenigen Gebieten, u. a. in Bötzingen am Kaiserstuhl (Phonolith) und in Bad Neuenahr im Bereich des Laacher Sees abgebaut. So aufbereitet kann es zu Heilzwecken eingesetzt werden. Vor der Anwendung wird das Gesteinspulver mit Wasser zu einem homogenen Brei aufgemischt, dieser auf eine Temperatur von 45 - 50 °C erhitzt und als sogenannte Schlammpackung in einer Schichtdicke von etwa 3 cm auf die erkrankten Bereiche des Körpers aufgetragen. Anschließend wird der Körper zwecks optimaler Wärmespeicherung in Folie, Leinentücher oder Wolldecken eingehüllt. Die Anwendungsdauer solch einer Behandlung liegt zwischen 20 und 40 Minuten, wobei die Wärme des Fangos in das tief liegende Gewebe eindringen kann und dieses somit lang anhaltend und wirkungsvoll erwärmt.
Peloidtherapien mit Fangopackungen wirken u. a. bei Bindegewebs- und Muskelrheumatismus, chronisch-rheumatischen Erkrankungen, sowie in der Frauenheilkunde, z. B. bei Menstruationsbeschwerden. Sie kommen ebenfalls zum Einsatz bei sportlicher oder beruflicher Überbelastung. Zudem fördern sie die Durchblutung, regen den Stoffwechsel an und lindern Schmerzen.
Die Heilwirkung von Fango in Kombination mit Massagen und Bewegungstherapie ist wissenschaftlich belegt.
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