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Fahrradsattel

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Der Fahrradsattel hat die Aufgabe, dem Fahrradfahrer Halt zu geben, der auf dem Fahrradsattel des Fahrrades sitzt.

Inhaltsverzeichnis

Tourenrad

Bild:Sattel-feder.jpg
billiger Sattel für aufrechte Sitzposition

Als wichtig wird von Gelegenheitsradlern eine gute Federung und eine genügend große Sitzfläche angesehen. Diese breiten Sättel sind nur für Tourenräder geeignet, auf denen man aufrecht sitzt und fast das ganze Körpergewicht auf dem Sattel ruht. Je sportlicher die Sitzposition ist (nach vorn gebeugt), umso mehr übernehmen auch die Arme einen Teil des Körpergewichts. Hier kann man mit breiten Sattelkonstruktionen nicht mehr fahren, weil man sich nach wenigen Kilometern das Gesäß aufreibt.

Rennrad/Reiserad

Bild:Brooks-b66.jpg
Ledersattel Brooks Professional
Bild:Sattel-plaste.jpg
Rennsattel aus Kunststoff

Rennräder und die meisten Reiseräder haben ungefederte und sehr schmale Sattelformen. Während sich bei Rennrädern aus Gewichtsgründen Titangestelle mit Kunststoffschale und Lederüberzug weitgehend durchgesetzt haben, besitzen Reiseräder oft einen Sattel aus Kernleder.

Einige Jahrzehnte lang fuhren fast alle Profis das Modell 'Professional' der englischen Firma Brooks.

Ergonomie

Bild:Sattel-gel.jpg
Kunststoffsattel mit Geleinlage und Vertiefung

In den vergangenen Jahren wurden spezielle ergonomische Sattelformen entwickelt. So gibt es spezielle Konstruktionen mit Vertiefungen in der Mitte, die von der Industrie ursprünglich für Frauen konstruiert wurden, aber auch von Männern als angenehm empfunden werden. Andere Modelle haben in der Mitte besonders dicke Gelpolster. Als treibende Kraft im Bereich der Gelsättel gelten hier insbesondere die Sättel der Marke „LOOKIN“ (siehe Bild) des Marktführers Selle Royal (Italien).

Durch das Sitzen auf dem Sattel werden Nerven und Blutgefäße in der Dammregion abgedrückt. Mediziner raten zu runden Sätteln ohne den üblichen vorspringenden vorderen Teil („Nase“), diese haben jedoch nie größere Verbreitung gefunden, da man keinen Seitenhalt hat und die Kontrolle über das Fahrrad bei Kurvenfahrt verliert.

Die deutsche Firma SQ-lab hat die Idee „nasenlos“ aufgenommen und daraus mit Hilfe von Urologen ein Stufensattelkonzept entwickelt, das die Vorteile der „nasenlosen“ Idee, die Entlastung der Dammregion, verwirklicht aber deren Nachteile ausschließt. Das Körpergewicht verteilt sich hier zu 80% auf die Sitzknochen und nur zu 20% auf den Dammbereich.

Die Gesellschaft für Biomechanik aus Münster hat den „gebioMized seat“, den ersten maßgefertigten Sattel entwickelt. Dabei wird durch eine Druckverteilungsmessung auf dem Sattel die dynamische Sitzbelastung des Fahrers gemessen. Anhand der ermittelten Ergebnisse konstruieren die Wissenschaftler der GeBioM über ein CAD/CAM einen individuellen Sattel nach Maß. Der Druck verteilt sich so über eine größere Sitzfläche und entlastet die empfindlichen Regionen des Körpers. Das Konzept ist in Zusammenarbeit mit Orthopäden und der Universität Münster entstanden.

Kernleder

Die komfortabelsten Sättel sind solche aus Kernleder, weil sich das Leder im Laufe der Zeit dem Körper des Fahrers anpasst. Die Bequemlichkeit dieser Sättel ist aber mit vielen Nachteilen verbunden, sie verlangen viel Pflege, sind feuchtigkeitsempfindlich, teuer und viel schwerer als moderne Sättel. Ein Ledersattel sollte nicht dem Regen ausgesetzt werden; das Sattelfett, welches zweimal pro Jahr von oben aufgetragen werden sollte, verhindert ein Durchnässen nur bedingt. Beim Fahren im Regen und ohne Schutzbleche, sollte der Sattel auch geringfügig von unten eingefettet werden. Mittels eines speziellen Schlüssels kann die Vorspannung des Sattelleders eingestellt werden. Deshalb wird ein Ledersattel im Laufe der Zeit immer länger.

Traditionshersteller und Marktführer für Kernledersättel ist die Firma Brooks.

Siehe auch

Weblink

Wikipedia
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