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Fachdatenbank

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Fachdatenbanken sind fachspezifische Wissens-Datenbanken, die Fachinformationen auf klassischen Dokumentationssystemen bereitstellen. Im herkömmlichen Sinn lassen sich Fachdatenbanken einteilen in Fachdatenbanken die Dokumente enthalten und Fachdatenbanken die Dokumente referenzieren (Bibliographie, Literaturnachweis).

Inhaltsverzeichnis

Typen

Fachdatenbanken unterscheiden sich nach der

Art der gespeicherten Information

  • Bibliographische Datenbanken (synonym: Referenzdatenbanken, Literaturdatenbank, Literaturhinweisdatenbanken, Bibliografie | ) beinhalten Inhaltskennzeichnungen wie Titel, Autor oder Verlag, eventuell einen Abstract von meist wissenschaftlichen Publikationen (Literatur- und Patentinformationen). Allgemeine Datenbanken wie Bibliotheksauskunftsysteme (OPAC) verwenden auch bibliographische Datenbanken.
  • Fachbibliografie : Gesammelte Werke zu einem oder mehreren speziellen Themen oder Fachgebieten
  • Nationalbibliografie : Literaturverweise zu Werken über ein Land und/oder einen bestimmten Sprachraum, die in einem Land oder in einer bestimmten Sprache erschienen sind
  • Regionalbibliographie : Veröffentlichungen aus und/oder über eine bestimmte Region
    • Zeitungs-, Zeitschriftenbibliographie : geordnetes Verzeichnis von Zeitungen und Zeitschriften
    • Dissertationsverzeichnis : Nachweis von Dissertationen
    • Buchhandelsverzeichnis : Nur im Buchhandel Lieferbares; Bücher, zeitschriftenartige Reihen, Karten, CD-ROMs, DVDs, Disketten, Videokassetten, Kalender, Noten
  • Fakten-Datenbanken enthalten statistische und numerische Daten (Zeitreihen, Bestandszahlen), Angaben mit Eigenschaften chemischer oder physikalischer Einheiten, betriebliche Daten, Marktinformationen, Wirtschafts- und Wissenschaftsinformationen
  • Referral-Datenbanken enthalten Verweise auf Firmenprofile, Produktbeschreibungen, Forschungseinrichtungen, u. ä.
    • Adress- und Firmenverzeichnisse enthalten Nachweise von Firmen und/oder Institutionen und/oder Personengruppen und deren Kontaktadressen
  • Volltext-Datenbanken enthalten vollständige und verschlagwortete Publikationen
    • Aufsatzdatenbanken bieten Aufsätze aus Zeitschriften und zeitschriftenartigen Reihen (mit Festschriften, Tagungs- und Kongressberichten) sowie Buchkapitel; fachübergreifend und/oder fachbezogen
    • Zeitungen in Datenbanken sind fortlaufende Sammelwerke, die regelmäßig erscheinen und über aktuelle Ereignisse berichten
  • Bilddatenbank
  • Ton-Datenbank
  • Multimedia-Datenbanken werden beispielsweise von Lexika oder Nachschlagewerken genutzt und enthalten geläufige Medienformen (Bilder, Grafiken, Audio, Video)
  • Link-Datenbank
  • Zitationsdatenbank
  • Numerische Datenbank
  • Software-Datenbank
  • Biographische Datenbank bieten biographische Daten und/oder Lebensbeschreibungen von Personen


Typologie nach Medien-Art

Art des verwendeten Datenmodells

Typologie nach Zugangsmöglichkeit

  • öffentliche Datenbank
    • deutschlandweit frei zugängliche Datenbank (durch bestimmte Verträge geregelt)
  • nichtöffentliche Datenbank
    • behördliche Datenbank (z.B. Nachrichtendienstliche Informationssystem (NADIS))
    • Uninetz-Datenbanken
  • Kostenfreie Datenbank
  • Kostenpflichtige Datenbank
  • Ehemalige Datenbank

Typologie nach Lizenz

  • Open-Content-Datenbanken

Typologie nach Inhaltsthema

  • Filmdatenbank
  • Juristische Datenbank
  • Wirtschaftsdatenbank

Typologie nach geografischem Bezug

  • Datenbank aus Japan (z.B. mit Referenzen auf japanische Literatur)
  • Datenbank aus Deutschland (z.B. mit Referenzen auf japanische Literatur)

Typologie nach Sprache

  • Datenbank in englisch
  • Datenbank in deutsch
  • Datenbank in Russisch


Recherche

Datenbankanbieter und Datenbankproduzenten stellen ihre Fachdatenbanken zur teilweisen gebührenpflichtigen Recherche zur Verfügung. Auf Datenbanken lässt sich je nach Angebot über einen Online-Dienst (Host, Datenbankproduzent selbst) oder offline über portable Datenträger (z.B. CD-ROM) zugreifen. Virtuelle Fachbibliotheken vereinigen die Informationen ihrer Fachdatenbanken unter dem Portal vascoda.

Die Recherche in Datenbanken unterteilt sich in

  • Data-Retrieval (auch: Fakten-Retrieval, Suche nach strukturierten Daten) einer Suche in abgeschlossenen Mengen mit klar definierten Suchanfragen, nur genau zutreffenden Antworten, einer Sprache mit spezieller Syntax und Semantik (Data Retrieval Language, DRL)
  • Information-Retrieval (Suche nach unstrukturierten Daten) einer Suche in größeren, eventuell wachsenden Datenmengen, mit vagen Suchanfragen, teilweise zutreffenden Antworten und einer natürlichen Sprache.

Das Gale Directory of Databases verzeichnet Datenbanken für 2005 weltweit:

  • Online Datenbanken 9489
  • CD-ROM 3920
  • DVD 113
  • Diskette 420
  • Magnetband 220
  • Handheld 21
  • Batch Acess 95
  • Produzenten von Datenbanken 3416
  • Anbieter von Datenbanken 2927

Geschichte

Ausgelöst durch den Sputnikschock 1957 unterstützten westliche Regierungen den Aufbau großer bibliographischer Datenbanken in denen wissenschaftliche Publikationen in elektronischen Katalogen angelegt wurden um einen effektiven Zugriff auf relevante Literatur zu erleichtern und Doppelarbeit bei der Forschung zu vermeiden. Nachdem die Funksignale des Satelliten erfolgreich entschlüsselt wurden stellte sich heraus, dass der Code bereits seit langem in Fachzeitschriften publik und zugänglich war, ohne dass die Fachzeitschrift gefunden wurde. Durch die explosionsartig wachsende Anzahl von wissenschaftlich-technischen Veröffentlichungen wurde es immer schwieriger einen Überblick über die aktuelle Forschung und deren Teilgebiete zu erhalten. Dokumenten-orientierte Datenbanken werden seit Anfang der 1970er Jahre kommerziell genutzt. Der Datenbankanbieter Dialog stellte 1972 mit dem DIALOG Information Retrieval Service das weltweit erste kommerzielle Angebot mit Zugriff auf eine Online-Datenbank vor und setzte (das WWW entstand 1989) 1997 zwei hypertextbasierende Webzugänge ein. Es kamen immer mehr Datendatenbanken auf den Markt die nicht nur forschungsorientiert waren sondern auch Veröffentlichungen anderer Gebiete wie Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften oder sogar Tageszeitungen und populäre Zeitschriften referenzierten. Da immer mehr Publikationen für den Druck in eine digitalisierte Form gebracht wurden und die Kosten für Rechnerkapazität und Datenspeicher stetig sanken, wurden seit den 1970er Jahren Volltextdatenbanken angelegt.

Beispiele für Datenbanken: PubMed, RSWB, Medizinische Datenbank, VINITI, PubSCIENCE (eingestellt)

Siehe auch

Zeitschriftendatenbank, Deep Web, Volltextrecherche

Literatur

  • Eleonore Poetzsch: Information Retrieval - Einführung in Grundlagen und Methoden, E. Poetzsch Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-938945-01-X
  • Matthias Kraft: Juristische Online-Datenbanken : eine Einkaufshilfe, 1. Auflage, Kraft-Verlag, Münster, 2005, ISBN 3-9810225-0-5

Weblinks

Linklisten zu Datenbanken

Linklisten zu Datenbanken, englischsprachig

Kostenfreie Datenbanken

Suchmaschinen für Datenbanken

Agentensoftware, Suchagenten

Wikipedia
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