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Experten-Laien-Kommunikation
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Experten-Laien-Kommunikation bezieht sich auf die Interaktion zwischen Experten (darunter sind entweder Spitzenkönner oder Leute mit professionellem Wissen zu verstehen) und Laien (darunter sind Menschen zu verstehen, die in Bezug auf die Wissensdomäne der Experten keine systematische Ausbildung vorweisen können). Das Ziel der Experten-Laien-Kommunikation ist, dass Laien befähigt werden, auf der Grundlage der Beziehung mit Experten informiert selbstständige Entscheidungen treffen zu können.
Rambow/Bromme (2000) unterscheiden drei Phasen der Experten-Laien-Kommunikation:
- Explikation von Konzepten und Prozessen, die in der kreativer Problembewältigung weitgehend implizit bleiben
- radikale Selektion und Umstrukturierung im Hinblick auf die Laienperspektive
- Finden neuer Formulierungen, Prägung neuer Begriffe, Wahl guter Beispiele und Bilder und somit Herstellung von Bezügen zm Alltagsverständnis der Laien
Die Experten-Laien-Kommunikation steht im Zusammenhang mit Wissenstransfer und kann daher als zentrales Thema der Informations- und Wissensgesellschaft angesehen. Wichter/Antos haben für Wissenstransfer als Forschungsgebiet die Disziplin der Transferwissenschaft ins Leben gerufen (vgl. dazu transferwissenschaft.de). Für eine Thematisierung des Wissenstransfers und eine möglichst rasche Umsetzung in alle Schul- und Hochschulfächer plädiert Joachim Grzega.
In Zusammenhang der Experten-Laien-Kommunikation sind auch die PUSH-Bewegung (Public Understanding of Science and Humanities) und die Veröffentlichung sogenannter populärwissenschaftlicher Werke zu sehen.
Literatur
- Bromme, Rainer / Jucks, Regina / Rambow, Riklef (2003), "Wissenskommunikation über Fächergrenzen: Ein Trainingsprogramm", Wirtschaftspsychologie 3/2003: 94-102.
- Bromme, Rainer / Jucks, Regina / Rambow, Riklef (2004), "Experten-Laien-Kommunikation im Wissensmanagement", in: Reinmann, G. / Mandl, Heinz (eds.), Der Mensch im Wissensmanagement: Psychologische Konzepte zum besseren Verständnis und Umgang mit Wissen, 114-126, Göttingen: Hogrefe.
- Grzega, Joachim (2005), Socioeconomic Linguistics (or Linguistic Socioeconomics)—a New Field of European and Global Research and Teaching”, Journal for EuroLinguistiX 2: 19-43.
- Rambow, Riklef / Bromme, Rainer (2000), "Was Schöns 'reflective practitioner' durch die Kommunikation mit Laien lernen könnte", in: Neuweg, G. H. (ed.), Wissen -- Können -- Reflexion: Ausgewählte Verhältnisbestimmungen, 245-263, Innsbruck: Studienverlag.
- Wichter, Sigurd (1994), Experten- und Laienwortschätze: Umriss einer Lexikologie der Vertikalität, [Reihe Germanistische Linguistik 144], Tübingen: Niemeyer.
- Wichter, Sigurd / Antos, Gerd (eds.), Wissenstransfer zwischen Experten und Laien: Umriss einer Transferwissenschaft, [Transferwissenschaften 1], Frankfurt (Main): Lang.
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