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Evangelische Seminare Maulbronn und Blaubeuren

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Die Evangelischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren bilden zusammen ein staatliches altsprachliches Gymnasium mit evangelischem Internat in der Tradition der württembergischen Klosterschulen. Sie sind eine Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bis zum Jahr 1975 gehörten hierzu auch die evangelischen Seminare im Zisterzienserkloster Schöntal und in Urach.

Die Klassen 9 und 10 sind im Kloster Maulbronn untergebracht. Die Klassen 11 bis 13 werden im Kloster Blaubeuren zum Teil in Kooperation mit dem Gymnasium Blaubeuren unterrichtet. An dieser über Jahrzehnte gefestigten Tradition des Ortswechsels soll nach Einführung des zwölfjährigen Gymnasiums in Baden-Württemberg ab dem Jahr 2007/2008 nicht mehr festgehalten werden.Stattdessen entstehen zwei eigenständige Schulen, die jeweils die Jahrgänge 9 bis 12 ausbilden.

Bild:Klosterfront blaubeuren.jpg
Klosterfront Blaubeuren
Bild:Klosterfront maulbronn.jpg
Klosterfront Maulbronn

Inhaltsverzeichnis

Schwerpunkte nach der Aufteilung

Schwerpunkte in Maulbronn:

  • alte Sprachen (Latein, Griechisch, Hebräisch)
  • Theologie
  • Musik
  • Kulturgeschichte

Schwerpunkte in Blaubeuren:

  • Internationalität
  • Angebote des naturwissenschaftlichen Profils, Gespräch Theologie/ Naturwissenschaften
  • neue Sprachen

Das Leben im Kloster

Beide Gebäude - Maulbronn und Blaubeuren - prägen die Schülerinnen und Schüler bereits durch ihre historische Architektur und das Erleben eines spirituellen Ortes. Auch wenn diese Eindrücke auf jeden Menschen anders wirken, wird kein Seminarist behaupten können, er sei hiervon nicht beeindruckt und geprägt. Daneben fördern die christliche Prägung und die humanistische Ausrichtung der Schule ein traditionelles und gleichzeitig modernes Bildungsideal.

Die Einheit von Lernen und Leben und das durch die kleinere Schülerzahl mögliche familiäre Miteinander bringen es mit sich, dass Lernprozesse "natürlich" erlebt werden. Das Ziel ist, dem jungen Menschen möglichst umfassend zu seiner Entfaltung zu verhelfen, "Bildung" im vollen Wortsinne. Das heißt: Anregungen und Hilfen zur Stärkung der intellektuellen, der seelischen und der moralischen Kräfte.

Wer durch solche Herausforderungen seine Fähigkeiten und Grenzen, seine Stärken und Schwächen erfahren hat, soll vorbereitet auf die Herausforderungen des Erwachsenen- und Berufslebens sein, ganz gleich, in welchem Rahmen es sich abspielen wird. Die Schule vermittelt kein Spezialwissen, sondern eine tragfähige Grundlage für Anforderungen verschiedenster Art. So ergreifen Seminaristen auch nach ihrer Schulzeit längst nicht mehr ausschließlich den Beruf des Pfarrers oder Lehrers; sie werden Ärzte und Journalisten, Musiker und Naturwissenschaftler. Die umfassende humanistische Bildung, die Orientierung am christlichen Glauben und das in der Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Gleichaltrigen und Erwachsenen eingeübte Verantwortungsbewußtsein soll ihnen dabei helfen.

Geschichte

Die Seminare wurden 1556 als evangelische Klosterschulen von Herzog Christoph von Württemberg gegründet und im März 1928 in eine von Kirche und Staat gemeinsam getragene Stiftung überführt. Sie sind die einzigen noch existierenden von etwa 15 Klosterschulen, die Herzog Christoph in seinem Reich gründete, damit dort die Eliteschüler Württembergs auf die Pfarrerausbildung vorbereitet werden sollten. Der weitere Ausbildungsweg nach dem Seminar führte meist ins Tübinger Stift, wo die Schüler dann Theologie studieren sollten. Hervorgerufen durch eine umfassende Reform der gymnasialen Oberstufe in den 1970er Jahren und einem gleichzeitigen Rückgang der Schülerzahlen sah sich die Landeskirche zu einer einschneidenden Umwandlung gezwungen: Im Jahr 1975 wurden die Seminare Schöntal (Unterstufe) und Urach (Oberstufe) geschlossen. Seither werden an den verbleibenden Seminaren Maulbronn (Mittelstufe) und Blaubeuren (Oberstufe) auch Schülerinnen unterrichtet, was damals zunächst nicht nur ein Umdenken in der Trägerschaft, sondern auch einige bauliche Veränderungen erforderte.

Ehemalige Seminaristen

Während die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Seminare in früherer Zeit regelmäßig entweder den Beruf des Pfarrers oder Lehrers wählten, ergreifen Sie seit mehreren Generationen alle möglichen Berufsfelder der Gesellschaft. Dennoch ergibt ein Blick in das sogenannte Seminaristenverzeichnis, dass sozial, religiös oder pädagogisch geprägte Berufe immer noch die Mehrheit bilden. Und auch wenn nicht jeder Ehemalige berühmt geworden ist, so wirkt nach Aussage vieler "Semis" die prägende Schulzeit auch im beruflichen Alltag in großem Umfang nach.

Berühmte Persönlichkeiten, die das evangelische Seminar des Klosters besuchten waren: (Beginn und Ende der Zugehörigkeit in Klammern)

Auch die Lehrer der Seminare leisteten oft Großes:

Konzerte

Das Seminar Maulbronn organisiert für und mit seinen Schülerinnen und Schülern jährlich eine Chorfreizeit, an dessen Ende immer mehrere Konzerte abgehalten werden, die stets stark besucht werden. Diese Chorfreizeit wird seit einigen Jahren gemeinsam von beiden Seminaren durchgeführt.

Daneben veranstaltet das Seminar Maulbronn seit Ende der 60er Jahre jeden Sommer die von ihm geschaffene Reihe "Klosterkonzerte Maulbronn". Die Klosterkonzerte - entstanden aus einer Bachwoche 1968 - sind heute ein sommerübergreifendes Musik- festival mit ganz besonderem Flair. Dies hängt natürlich mit dem Ort und der Tradition zusammen, aus der heraus die Klosterkonzerte sich verstehen. Im Zentrum des Interesses steht die Musik und ihre Erfahrbarkeit in spiritueller Atmosphäre. (Quelle: www.klosterkonzerte.de)

Auch das Blaubeurer Seminar versucht derzeit, seine schon immer stattfindenden Konzerte zu einer eigenen Klosterkonzertreihe zu verbinden, die erstmals im Jahr 2007 mit einem ausführlichen Jahresprogramm antritt.

Literatur

[Literaturverzeichnis im Aufbau]

  • Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg 1556–2006. Lernen - Wachsen - Leben. Im Auftrag der evangelischen Seminarstiftung hrsg. von Hermann Ehmer, Martin Klumpp und Ulrich Ott. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2037-9, (ISBN-13:) ISBN 978-3-8062-2037-7
  • Reinhard Breymayer: Johann Christian Hiller und Justinus Kerners Vetter Johann Gottfried Mayer: Zwei Maulbronner Klosterprofessoren des jungen Hölderlin. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 [2005], S. 111–142, ISBN 3-88099-428-5

Weblinks

Wikipedia
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