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Erste-Person-Perspektive
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Die Erste-Person-Perspektive hat innerhalb der Philosophie mehrere Bedeutungen. Wichtig ist sie beispielsweise in Fragen der Erkenntnislehre und der Ethik.
Erkenntnistheorie
Innerhalb der Erkenntnislehre kommt der Erste-Person-Perspektive deshalb eine wichtige Rolle zu, weil sie, beispielsweise im Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Erkenntnisweise der intersubjektiven Nachprüfbarkeit, einen eigenen Zugang zu Wissen darstellt.
Zum einen erleben Menschen ihre Welt jeweils unterschiedlich emotional gefärbt. Die Welt um sie herum fühlt sich an, wie in der Diskussion um die Qualia innerhalb der analytischen Philosophie zeigt.
Zum anderen setzt eine Verständigung mit an den eigenen Handlungen beteiligten Personen die Möglichkeit der Selbstorientierung, ein Selbst-Verständnis voraus. Für eine Verständigung über die eigene Position kann auf elementare, normale sprachliche Ausdrücke nicht verzichtet werden. Im Gegenteil: Eine Verständigung gelingt überhaupt nur aufgrund einer Privilegierung der eigenen Position. Im Begriff der Umwelt kommt der notwendige Selbstbezug indirekt zum Ausdruck: Umwelt als (gestaltbare) Mitwelt um einen Handelnden herum, deren Mittelpunkt er normalerweise für sich selbst einnimmt. Umwelt bedingt zugleich eine abgrenzende Bezugnahme meiner Person gegenüber anderen Dingen oder Personen. D.h. umgekehrt, dass jede sprachliche Bezugnahme auf raumzeitliche Stellen oder Ereignisse implizit eine Selbstorientierung enthält, also einen eigenen (relativen, d.h. darauf bezogenen) und privilegierten Standpunkt (stationis punktum), sollen Handlungen und eine Verständigung darüber gelingen. Diese notwendige, immer vorhandene und sprachlich formulierbare Bezugnahme ist auch ein Aspekt dessen, was mit der Unhintergehbarkeit der Normal- bzw. Alltagssprache gemeint ist. Und ich nehme dies in der Perspektive der ersten Person (in Anlehnung an die Grammatik) wahr.
Ethik
Innerhalb der Ethik spielt die Frage nach der Erste-Person-Perspektive bei der Beurteilung von Handlungen bzw. ihrer moralischen Bewertung eine Rolle.
Gegenüber einem objektiven Standpunkt des unbeteiligten Dritten ist die Frage nach der Handlungsabsicht immer nur aus der Perspektive der ersten Person zu beantworten. Wie kann dadurch innerhalb der Ethik der notwendige überpersönliche Standpunkt erreicht werden?
In einer deontologischen ethischen Argumentation ist keine Argumentation aus Sicht der Opfer möglich (Folgenabwägung), es zählt alleine die Perspektive des Täters. Diese ist in der ersten Person zu bewerten. Lässt sich aber eine solche Ethik, die den Folgen einer Handlung keinerlei Wert beimisst, aufrechterhalten?
