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Ernst Cramer

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem Publizisten Ernst Cramer, für den Schweizer Gartenarchitekten siehe Ernst F. Cramer

Prof. Dr. h.c. Ernst Cramer (* 28. Januar 1913 in Augsburg) ist ein deutscher Publizist und Vorstandsvorsitzender der Axel-Springer-Stiftung.

1933 war Cramer Mitbegründer des Bundes Deutsch-Jüdischer Jugend. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er 1938 nach dem Pogrom vom 9. November für sechs Wochen in dem Konzentrationslager Buchenwald interniert. 1939 konnte er in die USA emigrieren. Sein Bruder und die Eltern wurden von den Nationalsozialisten umgebracht. Martin Cramer, der Vater von Ernst Cramer, gründete in den 30-er Jahren zusammen mit Bertolt Brecht die Augsburger Literarische Gesellschaft.

In den Vereinigten Staaten arbeitete Ernst Cramer zunächst auf einer Farm für Flüchtlinge und nahm dann das Studium am Mississippi State College und an der Stanford University auf. Bei Kriegseintritt der USA nach dem Überfall auf Pearl Harbor trat er in die US-Army ein. Nach Kriegsende 1945 kehrte Cramer als US-Soldat und amerikanischer Staatsbürger nach Deutschland zurück.

Journalistische Laufbahn

Von 1948 bis 1954 war Ernst Cramer Stellvertretender Chefredakteur der Publikation Die Neue Zeitung, ein deutschsprachiges Blatt der Amerikaner. Ab 1954 arbeitete er bei der Nachrichtenagentur UP. 1958 wurde er vom Axel Springer Verlag angestellt, u.a. als stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung Welt. Bis zum Tode Axel Springers 1985 galt Cramer als dessen engster politischer und publizistischer Mitarbeiter und Ratgeber. Von 1981 bis 1993 war Cramer Herausgeber der Welt am Sonntag. Von 1983 bis 1999 war er Mitglied des Aufsichtsrats des Verlages. Seit 1981 ist Cramer Vorsitzender des Vorstands der Axel Springer Stiftung. Noch heute schreibt der Wegbegleiter Sebastian Haffners regelmäßig für Welt am Sonntag und Die Welt sowie für weitere Zeitungen des Axel Springer Verlages.

Auszeichnungen

Ernst Cramer hat zahlreiche Ehrungen erhalten, darunter das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, die Leo-Baeck-Medaille, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Augsburg sowie als dritter Deutscher nach Axel Springer und Heinz Galinski die Ehrendoktorwürde der Bar-Ilan-Universität in Israel. 2004 wurde er mit dem Heinz-Galinski-Preis ausgezeichnet. Cramer werde für sein Lebenswerk ausgezeichnet, das von Verständigung, Toleranz, gegenseitigem Respekt und dem Eintreten für Frieden und Aussöhnung geprägt sei, hieß es zur Begründung.


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