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Ermüdungsbruch
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Den Bruch unter Lastwechselbeanspruchung bezeichnet man als Dauer- oder Ermüdungsbruch. Der größte Teil aller Brüche im Maschinenbau lässt sich auf Dauerbruch zurückzuführen. Die Ermüdung des Bauteils an dessen Ende das Versagen bzw. der Bruch des Bauteils steht, ist vor allem abhängig von der Belastungsdauer und der Belastungsintensität bedingt durch eine wechselnde Belastung. Der Ermüdungsbruch tritt umso früher ein, je höher die Wechselbelastung bzw. je größer die Schwingungsamplitude ist. Qualitativ lässt sich die Höhe der Belastung aus dem Verhältnis der Schwingbruchfläche im Vergleich zur Restgewaltbruchfläche ableiten. Je größer die Restgewaltbruchfläche ist, desto höher war die auf den Werkstoff einwirkende zyklische Belastung.
Im Unterschied zum Gewaltbruch wirken auf den Werkstoff Spannungen bedingt durch schwellende oder schwingende Belastung ein, die unterhalb der Streckgrenze, also im elastischen Bereich, liegen. Unter solchen Wechselbeanspruchungen lassen sich z. B. bei einer ausreichenden Zahl von Lastwechseln mikroplastische Vorgänge und Veränderungen in der Mikrostruktur des Werkstoffes feststellen, die ein Indiz für die Ermüdung sind.
Rastlinien sind das makroskopische Kennzeichen für einen Ermüdungsbruch, diese lassen das zyklische Risswachstum auf der Bruchfläche erkennen. Das mikroskopische Gegenstück dazu sind sehr feinstrukturierte Furchen, die als Schwingstreifen bezeichnet werden. Nach der Theorie lässt sich anhand des Abstandes zweier Schwingstreifen ein Lastwechselzyklus bestimmen, dies ist aber in der Praxis nur sehr selten möglich, da z. B. keine vollständig gleiche Schwingungsbelastung vorliegt. Schwingstreifen sind ein fast 100%iges Indiz für eine zyklische Beanspruchung dürfen jedoch nicht mit dem Bruch eines perlitischen Gefüges verwechselt werden. Meist reichen Rastlinien sowie die Art des Bruchverlaufes aus, um einen Dauer- bzw. Ermüdungsbruch nachzuweisen.
Maßnahmen zur Vermeidung des Ermüdungsbruches
Da die Ursache für den Dauerbruch letztlich die mechanische Wechselspannung ist, gilt es diese durch konstruktive Maßnahmen zu vermindern:
- ausreichende Dimensionierung des Bauteiles
- vermeiden von zusätzlichen wechselnden Spannungen infolge von Eigenschwingungen
Die Eigenschwingungen, die durch den Lastfall oder eine Fremderregung bewirkt werden kann, kann die alleinige Ursache eines Ermüdungsbruches sein. In solchen Fällen ist es sinnvoll, die Eigenfrequenz des schwingungsfähigen Systems zu ändern.
Neben der Dimensionierung des Bauteiles vermindert man die Gefahr des Ermüdungsbruches im Maschinenbau durch verschiedene Maßnahmen, deren gemeinsames Ziel es ist, einen Ausgangspunkt für den Bruch zu vermeiden. Solch ein Ausgangspunkt ist dort, wo eine hohe örtliche Spannung herrscht, daher lohnen sich die Maßnahmen vornehmlich an solchen Stellen:
- gerundete Übergänge bei Querschnittsänderungen
- vermeiden von großen Querschnittsänderungen
- vermeiden von Kerben, z.B. infolge von
- Beschädigungen
- konstruktiven Elementen wie Gewinden und Nuten
- fertigungstechnischen Besonderheiten wie unbearbeiteten Schweißnähten
- glatte Oberflächen
- "vorspannen" der Oberfläche z.B. durch Glasstrahlbehandlung
- vermeiden von Herstellungsfehlern wie Doppelungen und Einschlüsse
- verwenden geeigneter Werkstoffe - so nimmt man an, dass z.B. Gusseisen mit Kugelgraphit gegenüber Lamellenguss einen günstigeren Spannungsverlauf im Mikrogefüge bewirkt
Im Sport bzw. Medizin wird eine Stressfraktur oft auch als Ermüdungsbruch bezeichnet. In der Regel bildet sich ein Kallus.
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