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Erlebnislyrik

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Die Entstehung der Erlebnislyrik wird in der Sturm-und-Drang-Zeit angesiedelt, sie stellt die seelische Stimmung (stellenweise des Autors) unvermittelt dar. Der Text wird meist in einem Zug geschrieben, ohne dass er im Nachhinein durch Reflexion verändert wird. Diese Art der Lyrik bedient sich gerne der Natur als Mittel zur Darstellung des Gemütszustandes der Hauptperson. Sonnenschein, duftende Wiesen und blühende Blumen sollen das Gefühl der Heiterkeit ausdrücken und auf den Leser einwirken. Wolken, Nebel, Regen und Kälte sollen dem Leser bei ihrer Schilderung real erscheinen und ihn in die, nun schlechte, Stimmung der Hauptperson bringen. Der wohl bekannteste Verfechter dieser Stilrichtung der Lyrik war Goethe, der 1770 mit dem Schreiben, der für die damalige Zeit neuen Art des Gedichtes begann. Die Goethesche Art der Erlebnislyrik prägt die deutsche Natur- und Liebeslyrik bis weit ins 19. Jh. hinein und bestimmt noch heutzutage das landläufige Verständnis von Lyrik. Weiterhin gibt es Diskussionen, ob Minnesang auch zu Erlebnislyrik zählt. Verfechter dieser Theorie ist unter anderem Ulrich Müller, der ein Essay zu diesem Thema verfasst hat.

Vorbilder und Anreger

Auf Shakespeare als Vorbild der Stürmer und Dränger wurde schon hingewiesen. Der Schweizer Johann Kaspar Lavater (1741-1801) entwickelte den Geniebegriff. Johann Gottfried Herder (1744-1803) machte auf die Volksdichtung aufmerksam und verdrängte damit das Ideal der antiken Kunst. Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) war mit seiner gefühlsbetonten religiösen Dichtung "Der Messias" (1748) ein Idol des Sturm und Drang.

Werke und Autoren

Die Stürmer und Dränger kamen vorwiegend aus dem Mittel- und Kleinbürgertum; ihre literarischen Betätigungen suchten sie materiell durch Hauslehrer- oder Pfarrstellen abzusichern, denn von der Literatur konnten sie nicht leben. Es fehlte ihnen nämlich die soziale Resonanz, ihre Bewegung blieb auf die Bekannten beschränkt, mit denen man sich zu Männerbünden zusammenschloss (z.B. Göttinger Hain). (Goethes erwähnter Roman blieb eine Ausnahme.) Hauptorte des Sturm und Drang waren Strassburg, Göttingen, Frankfurt am Main. Für viele Dichter, v.a. Goethe und Schiller, war der Sturm und Drang nur eine vorübergehende Phase ihres Lebens und Schaffens. Viele Autoren und Werke waren nur zu ihrer Zeit den Interessenten bekannt und sind heute weitgehend vergessen.

Literatur

  • Feldt, Michael: Lyrik als Erlebnislyrik : zur Geschichte eines Literatur- und Mentalitätstypus zwischen 1600 und 1900 , Heidelberg : Winter, 1990, ISBN 3533040887
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