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Erlach (Niederösterreich)
Aus Kefk.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Erlachw.jpg | Bild:Map at erlach.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niederösterreich |
| Politischer Bezirk: | Bezirk Wiener Neustadt-Land (WB) |
| Fläche: | 9,15 km² |
| Einwohner: | 2531 (Volkszählung 2001) |
| Bevölkerungsdichte: | 277 Einwohner pro km² |
| Höhe: | 312 m ü. A. |
| Postleitzahl: | 2822 |
| Vorwahl: | 02627 |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 47.734° N 16.213° O47.734° N 16.213° O |
| Gemeindekennziffer: | 32306 |
| Anschrift der Verwaltung: | Marktgemeinde Erlach Fabriksgasse 1 2822 Erlach |
| Offizielle Website: | www.erlach.gv.at |
| E-Mail-Adresse: | gemeinde@erlach.gv.at |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Johann Rädler |
Erlach (auch Erlach an der Pitten) ist eine Marktgemeinde mit 2.531 Einwohnern im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Erlach liegt im südöstlichen Industrieviertel in Niederösterreich, am Ausgang des Tals der Pitten in das Steinfeld und wenige Meter südwestlich vom Zusammenfluss der Pitten mit der Schwarza, welche ab dort die Leitha bilden. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 9,15 Quadratkilometer. 50,67 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gliederung
Die Gemeinde Erlach gliedert sich in die Katastralgemeinden
- Erlach (2.202 Einwohner)
- Brunn an der Pitten (313 Einwohner)
- Linsberg (16 Einwohner)
Geschichte
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.
Erlach wird 987 erstmalig in einer in der Schlosskirche von Ebenfurth aufliegenden Urkunde erwähnt. In dieser ist angeführt, dass Leute von „Elira“ für den hl. St. Ulrich eine Dankkapelle errichtet haben.
1045 wird „Erlaha“ erstmals urkundlich als Dorf unter den Ministerialen der Grafen von „Wels-Lambach“ genannt.
Unter Kaiser Josef II. wird 1780 die Ulrichskirche geschlossen.
1850 beginnt in Erlach das Zeitalter der Industrialisierung durch die Errichtung einer Spinn- und Webfabrik.
Auf Initiative von Baron Kempen von Fichtenstein wird 1858 die Ulrichskirche renoviert und wiedereröffnet.
1871 wird die bis dahin selbständige Gemeinde Brunn-Linsberg an die Gemeinde Erlach angeschlossen.
Durch die Eröffnung der Aspangbahn am 7. August 1881 erhält Erlach den lange ersehnten Eisenbahnanschluss, was sich insbesondere auf die Entwicklung der Wirtschaft positiv auswirkt.
Am 29. Juni 1995 beschließt NÖ Landesregierung einstimmig die Erhebung von Erlach zur Marktgemeinde. Die Markterhebungsfeier erfolgt am 5. September 1996 im Rahmen eines großen Festes.
Gemeinsam mit der NÖ Landesregierung und der Kongregation der Salvatorianerinnen wird 2001 mit dem Bau eines Pensionistenheimes begonnen, das heute ein wichtiger Wirtschaftsträger der Gemeinde ist.
2004 werden im Bereich der Katastralgemeinde Linsberg erfolgreich Bohrungen zur Erschließung von Thermalwasser vorgenommen. Nach anfänglichen Finanzierungsproblemen wurde im Februar 2007 mit dem Bau des Thermalbades Linsberg begonnen, die im Juli 2008 in Betrieb gehen soll.
Einwohnerentwicklung
Erlach ist eine prosperierende Gemeinde, deren Einwohnerzahl in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Insbesondere durch die Schaffung von Startwohnungen für Jungfamilien, aber auch durch die Errichtung von Wohnhausanlagen hat Erlach an Attraktivität gewonnen.
Nach dem Ergebnis der Volkszählung von 2001 wies die Marktgemeinde Erlach 2.531 Einwohner auf.
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| 1991 | 2.184 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1923 | 1.877 Einwohner | |||||||||
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| 1981 | 2.099 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1910 | 2.241 Einwohner | |||||||||
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| 1971 | 2.218 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1900 | 2.036 Einwohner | |||||||||
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| 1961 | 2.122 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1890 | 1.698 Einwohner | |||||||||
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| 1951 | 2.141 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1880 | 1.708 Einwohner | |||||||||
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| 1939 | 2.101 Einwohner | class="hintergrundfarbe5"
| 1869 | 1.388 Einwohner | |||||||||
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| 1934 | 2.054 Einwohner |
Politik
Bürgermeister der Marktgemeinde ist seit dem Jahr 2000 der Abgeordnete zum Nationalrat Johann Rädler. Amtsleiter ist Ing. Dieter Besta.
Bürgermeister Johann Rädler wurde am 13. Juni 1952 geboren und beschäftigte sich bereits von Jugend an mit der Politik. Bereits im Alter von 16 Jahren gründete Rädler die „Junge ÖVP Erlach“, ehe er 1977 zum Gemeindeparteiobmann (ÖVP) und 1986 zum Bezirksparteiobmann (ÖVP) gewählt wurde. 1996 wurde Rädler Bezirksparteiobmann des ÖAAB, ehe er 2002 sein politisches Lebensziel, Bürgermeister seiner Heimatgemeinde zu weden, erreichte, nachdem er in der vordem SPÖ-dominierten Gemeinde die Mehrheit erreichen konnte. Seit 20. Dezember 2002 gehört Johann Rädler auch als Abgeordneter dem österreichischen Nationalrat an.
Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 6. März 2005 folgende Mandatsverteilung:
Frühere Bürgermeister von Erlach
1848-1861 Mathias Dorfmeister, 1861-1865 Ignaz Hammer, 1865-1868 Georg Hammer, 1868-1869 Mathias Dorfmeister, 1870-1873 Mathias Karnthaler, 1873-1877 Josef Breitschnik, 1877-1880 Georg Kattinger, 1880-1886 Wilhelm Fendler, 1886-1892 Roman Hayden, 1892-1896 Alois Wessely, 1896-1901 Georg Kattinger, 1901-1905 Roman Hayden, 1905-1913 Alois Wessely, 1913-1920 Josef Schwendenwein, 1920-1934 Franz Röhsler, 1934-1938 Ing. Andreas Jeitler, 1938-1942 Karl Buchner, 1942-1945 Heinrich Rädler, 1945-1947 Karl Jasansky, 1947-1955 Leopold Baumgartner, 1955-1970 Karl Wagner, 1970-1984 Herbert Kovacs, 1984-1997 Franz Ofenböck, 1997-2000 Walter Dorner.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Ulrichskirche mit Waldfriedhof und Kreuzweg:
- Die derzeitige Ulrichskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, was durch die Grabplatte an der Außenseite bestätigt wird. Es wird angenommen, das sich schon weit früher auf dem Höhenzug Mönche angesiedelt haben. Ab 1945 wurde um die Kirche ein Waldfriedhof angelegt. Der zwischen Schwarzföhren angelegte Friedhof strahlt wegen seiner Einzigartigkeit ein besonderes Flair aus. Grabungen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte aus dem Jahre 1994 haben neben zahlreichen Skelettfunden auch römische Mauerreste zum Vorschein gebracht. Den Zugang zum Waldfriedhof bildet ein vom Erlacher Glaskünstler Alois Hammer gestalteter Kreuzweg aus Tiffany-Glastafeln.
- Erlacher Madonna:
- Die 166 cm große, um 1320 bis 1330 geschaffene Holzskulptur zählt zu jenen seltenen Madonnendarstellungen, wo das Kind am rechten Arm Mariens gehalten wird. Es ist nicht bekannt, wie lange die Statue in der Ulrichskirche ihren Platz hatte, bevor sie 1939 vom Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum in Wien durch Kauf erworben wurde. 1991 ist es gelungen, die Madonna in Form einer Kopie nach Erlach zurückzuholen und in einer Nische der Antoniuskirche aufzustellen.
- Antoniuskirche:
- Die nach den Plänen des damaligen Dombaumeister von St. Stefan in Wien, Prof. Karl Holey, im Jahre 1933 erbaute St. Antonius-Kirche (Kirchenpatron Antonius von Padua, 13. Juni Patrozinium) ersetzte die in der Nähe befindliche, im 17. Jhdt. errichtete Ortskapelle, wobei die Raumform und der Rundturm des Bauwerkes an die einst in Erlach dominierende Ziegelindustrie erinnern. Der neu gestaltete Altarraum in der Pfarrkirche wurde 1998 von Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn geweiht.
- Schloss Linsberg:
- Der einstmals von zahlreichen Türmen umgebene „freye Thurmhof“ zu Linsberg vermittelt heute den Eindruck als würde die Straße mitten durch die Kirche führen.
- Ziegelofen:
- In Erlach befanden sich einst bis zu elf Ziegelöfen. Der Ziegelofen an der Bromberger Straße ist das letzte Überbleibsel dieses einst blühenden Industriezweiges.
- Mühle:
- Die Erlacher Mühle ist eines der ältesten Gebäude der Gemeinde Erlach und ist heute Heimstätte des Heimatmuseums. Darin werden nicht nur Ortsgeschichte, sondern auch die Exzentriques-Höhle präsentiert. Auch die Geschichte des Müllers, der einst Gips unter sein Mehl mischte und dafür zum Tod verurteilt wurde, ist dokumentiert.
- Excentriques-Höhle:
- Die Höhle wurde erst 1960 bei Arbeiten im Kalksteinbruch entdeckt. Sie ist nicht allgemein zugänglich. Fotos und einen Film über das einzigartige Naturdenkmal gibt es im Heimatmuseum.
- Harrathof:
- Der ehemalige Adelssitz wurde 1406 (Nicolai de Harreth) erstmals urkundlich erwähnt. Später kommt der Hof in die Zehentpflicht der Reichersberger. Heute ist der Harrathof in Privatbesitz. Interessant ist auch das Grafengrab, das links des Weges am Waldrand liegt. Die Inschrift erinnert an den Grafen Luis de Rosiers, der am Harrathof am 14. Oktober 1813 verstarb.
- Weitere Sehenswürdigkeiten sind das „Donhauserkreuz“, das „Glatzkreuz“, das „Pestkreuz“ und das „Petrus-Marterl“.
Sport
In der Marktgemeinde Erlach sind folgende Sportvereine gemeldet:
- Kegelsportklub Erlach:
- Die Herrenmannshcaft des KSK Erlach zählte viele Jahre lang zum Stamm der höchsten Spielklasse, der Bundesliga, in Österreich. Der derzeitige Obmann Josef Baumgartner konnte sich in die Rekordlisten der Kegler eintragen und auch hervorragende Einzelergebnisse bei den Österreichischen Meisterschaften erzielen.
- SV „bene“ Erlach:
- Der Fußballverein kam über die regionale Bedeutung nie hinaus.
- Schachklub Erlach:
- Der Schachklub nimmt an regionalen Turnieren und Meisterschaften teil.
- Hobby-Stock-Sport-Verein-Storchennest
- UTC Erlach (Tennis)
- Tennisklub Erlach
Regelmäßige Veranstaltungen
Zu den bekanntesten Veranstaltungen zählen der im Juni stattfindende traditionelle Kirtag und das im September stattfindende Kürbisfest. Besonders das Kürbisfest zieht immer wieder zahlreiche Besucher aus der Umgebung an.
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 92, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 31. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1194. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 48,16 Prozent.
Anfang des Jahres 2007 wurde − nach anfänglichen Finanzierungsproblemen − im Ortsteil Linsberg auf einer 150 ha großen Liegenschaft mit dem Bau eines Thermalbades begonnen, das im Juli 2008 eröffnet werden soll. Bauherr und Betreiber ist die „Asia Resort Linsberg Betriebs Ges.m.b.H.“ Die Projektkosten für das Thermalbad und angeschlossene Hotel mit 160 Betten sind mit 64 Mio Euro veranschlagt, wovon ca. 30 % durch Förderungen aufgebracht werden sollen. Durch die Errichtung der Thermalbad Linsberg, die unter dem Namen „Asia Resort“ vermarktet werden soll, erwarten sich die Marktgemeinde Erlach und die umliegenden Gemeinden der Region Bucklige Welt wesentliche wirtschaftliche Impulse. Allein durch die Therme und das angeschlossene Hotel werden 150 Arbeitsplätze entstehen. Als begleitendes Projekt wird im Umfeld der Therme ein Golfplatz mit 18 Löchern errichtet. Neben Kurgästen sollen vor allem Tagesgäste durch die Therme angesprochen werden.
Die 2004 erbohrten Quellen liefern Mineralthermalschwefel-Heilwasser. Die Gesamtmineralisation liegt bei 2.370 mg/l, die Wassertemperatur bei 26,6 °C. Der Gehalt an titrierbarem, zweiwertigem Schwefel beträgt 16,01 mg/l. Mit Bescheid vom 9. Jänner 2007 wurde das Wasser der Therme offiziell als „Heilquelle Linsberg“ anerkannt. Auf Grund der balneochemischen Nomenklatur handelt es sich bei diesem Wasser um ein „Calcium-Magnesiuem-Sulfat-Schwefel-Thermal-Mineral-Wasser“, das für folgende Krankheitssymptome geeignet ist: Erkrankungen des Bewegungsapparates, Nachbehandlung nach Verletzungen verschiedener Genese(Zustände nach Frakturen, Wundheilstörungen, Sportverletzungen etc.), periphere Kreislauferkrankungen, Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis.
Weblinks
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