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Ergon-Argument

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Mit seinem Ergon-Argument (Nikomachische Ethik) versucht Aristoteles das höchste Gute, nämlich das Glück des Menschen, zu finden. Dies suchte er zu finden, in dem er die Aufgabe des Menschen näher bestimmte.

Das Wort "ergon" bezeichnet die spezifische Funktion oder Aufgabe einer Sache. Dass etwas "gut" ist, definiert sich etwa durch seine besonders gute Funktionalität bzw. etwas ist gut, weil es seine spezifische Funktion etwa auf optimale Weise erfüllt. Für das Gutsein eines Staubsaugers ist vor allem seine Fähigkeit zu saugen entscheidend. Bei der Lampe, die Fähigkeit zu leuchten, beim Messer die Fähigkeit zu schneiden usw. Aristoteles stellt sich die Frage, was das ergon des Menschen ist? Was ist seine ihm eigene und spezifische Fähigkeit, durch die sich sein Gutsein definieren und äussern kann?

Er bestimmt zunächst das, was den Menschen von den Pflanzen und Tieren unterscheidet, um eine Aufgabe festlegen zu können. "Das Leben ist offenbar etwas mit den Pflanzen gemeinsames, wir aber suchen das Eigene. (...) Das nächste, das in Frage kommt, ist ein Leben der Wahrnehmung, aber auch das teilt der Mensch offensichtlich mit den (...) Tieren. Es bleibt also nur ein tätiges Leben dessen, was Vernunft (Logos) hat.

Er vermutet eine Aufgabe des Menschen deshalb, weil schon Teile des Körpers (Hand, Fuß, Auge) eine Aufgabe besitzen. Dies ist jedoch ein Musterbeispiel des `Pars Pro Toto` - Fehlschlusses.


Teile eines Ganzen haben die Eigenschaft X - das Ganze hat die Eigenschaft X


Hier: Alle Teile des Menschen haben eine Aufgabe -- Der Mensch hat eine Aufgabe

Vergleich: Alle Teile eines Schrankes sind leicht -- Der Schrank ist leicht


Aber es gilt zu fragen, ob Aristoteles denn überhaupt seine Frage beantwortet.

"wenn (...) wir annehmen, die Aufgabe des Menschen sei ein bestimmtes Leben, nämlich das Tätigsein und die Handlungen der Seele mit Vernunft, die des guten Menschen aber, dies auf gute und lobenswerte Weise zu tun (...), dann erweist sich das menschliche Gute als Tätigsein der Seele gemäß dem Gutsein."


1) Hand, Fuß und Auge haben einen instrumentellen Zweck (in und für den Körper). A ist gut für B (kann iteriert werden).

2) Der Mensch hat ein Wohl (Subjekt der Interessen). A ist gut (kann nicht iteriert werden).


1) Aristoteles fragt nach einer zweistelligen Relation (A ist gut für B)

2) Er antwortet mit einem einstelligen Prädikat (A ist gut, A ist das Wohl des Menschen)


Er beantwortet seine Frage nicht. Er fragt nach der Aufgabe des Menschen und antwortet, dass das menschliche Wohl die Vernunft ist.


Literatur

Primärquellen

  • Aristoteles: Nikomachische Ethik. Rowohlt, Reinbek 2006 ISBN 3499556510 (Übersetzerin Ursula Wolf)
  • Aristoteles: Nikomachische Ethik. Reclam, Stuttgart 2003 ISBN 3-15-008586-1 (Übersetzer: Franz Dirlmeier)
  • Aristoteles: Nikomachische Ethik. dtv, München 2000 ISBN 3-423-30126-0 (Übersetzer: Olof Gigon)
  • Aristoteles: Nikomachische Ethik. F. Meiner, Hamburg 1985 ISBN 3-7873-0655-2 (Übersetzer: Eugen Rolfes)
  • griechisch-deutsche Ausgabe:
    • Aristoteles: Nikomachische Ethik. Artemis & Winkler, Düsseldorf u.a. 2001 ISBN 3-7608-1725-4

Weblinks

  • Übersetzung von Adolf Lasson Jena 1909 bzw. englisch von W. D. Ross
Wikipedia
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