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Eretria

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Koordinaten: 38° 23' 20" N, 23° 47' 20" O

Eretria (griech. Ἐρέτρια) war eine antike griechische Polis auf der Insel Euböa. Archäologische Zeugnisse legen nahe, dass die Stadt im 9. Jahrhundert v. Chr. entstand.[1] Zu Anfang diente sie wohl nur als Hafenstadt des 15 km westlich gelegenen Lefkandis; der Name Eretrias leitet sich von ἐρέτης „Ruderer“ ab, womit Eretria in etwa „Stadt der Ruderer“ bedeutet. Nachdem Lefkandi um 825 v. Chr. durch ein Feuer schwer zerstört wurde, stieg die Bevölkerung und die Bedeutung Eretrias enorm an.

Um die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. entstanden die ersten großen Bauten in Eretria.[2] In dieser Zeit gehörte Eretria zu den führenden Poleis in Griechenland und beteiligte sich stark an der griechischen Kolonisation. Gemeinsam mit der Nachbarstadt Chalkis gründete es u.a. Kyme in Italien. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. brach zwischen Chalkis und Eretria jedoch ein heftiger Streit um die fruchtbare Lelantische Ebene aus, der zum Ausbruch des sog. „Lelantischen Krieges“ führte. In dessen Folge wurde Eretrias Mutterstadt Lefkandi zerstört und Eretria (aber auch Chalkis) auf lange Zeit geschwächt, so dass andere griechische Städte es an Bedeutung und Macht überholten.

Historische Bedeutung erlangte Eretria dann wieder im Zeitalter der Perserkriege (500 v. Chr. - 479 v. Chr.). Eretria war - neben Athen - die einzige Stadt, die den kleinasiatischen Städten des Ionischen Aufstands fünf Schiffe (eher symbolisch) zu Hilfe schickte, da Milet einst Eretria im Lelantischen Krieg unterstützt hatte.

Nach Niederwerfung des Ionischen Aufstands und Zerstörung von Milet (494 v. Chr.) wurde Eretria bei der nachfolgenden Strafexpedition der Perser unter Datis im Jahre 490 v. Chr. erobert. Die Perser zerstörten die Stadt und deportierten die Bevölkerung nach Mesopotamien, so wie es vier Jahre zuvor schon den Bewohnern von Milet ergangen war.

Eretria muss aber bald danach wieder aufgebaut worden sein. Bei der Schlacht von Platäa (479 v. Chr.) stellte es ein Kontingent von 600 Hopliten. Eretria war in der Folgezeit Mitglied des Attischen Seebundes und zahlte einen Tribut von über 9 Talenten. Im Jahr 446 v. Chr. rebellierte es erfolglos mit anderen Städten der Insel Euböa gegen die Herrschaft von Athen.

Einzelnachweise

  1. P.G. Themelis: „An eight Century Goldsmith's Workshop at Eretria“, in: R. Hägg (Hrsg.), The Greek Renaissance of the eight Century B.C., Athen 1983, S. 157-165.
  2. A.M. Ainian: „Geometric Eretria“, in: Antike Kunst 30, 1987, S. 3-24.

Literatur

  • Keith G. Walker: Archaic Eretria. A political and social history from the earliest times to 490 BC, Routledge, London 2004. ISBN 0-415-28552-6
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