Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Erdseil

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Erdseil ist ein geerdetes elektrisch leitfähiges Seil auf der Spitze von Hochspannungsmasten (Freileitung). Das Erdseil soll die darunter befindlichen Leiterseile der Leitung vor Blitzeinschlag schützen und dient gleichzeitig auch dem Potentialausgleich. Im Regelfall werden Hochspannungsleitungen mit Betriebsspannungen unter 50 Kilovolt nicht, solche mit Betriebsspannungen über 50 Kilovolt fast immer mit einem Erdseil ausgestattet. Wenn erhöhte Anforderungen an den Blitzschutz gestellt werden, werden auf den Mastspitzen zwei Erdseile an den Außenseiten der Masten verwendet. Hierfür werden Masten mit einer zur Aufnahme der Erdseile bestimmten zusätzlichen Traverse oberhalb der Leiterseile, mit zwei v-förmigen Erdseilspitzen oder einer besonders geformten obersten Traverse ausgerüstet, welche die Aufnahme der beiden Erdseile an ihren Außenseiten gestattet.

In modernen Erdseilen ist häufig ein Kabel (wegen der störenden Beeinflussung durch den Stromfluss in den parallel verlaufenden Leiterseilen meist ein Glasfaserkabel) zur Nachrichtenübermittlung verlegt. Bei manchen Leitungen, die bis 1985 von der damaligen EVS (heute EnBW) verlegt wurden, ist ein solches Fernsprechkabel girlandenförmig am Erdseil verlegt.

Im Eisenbahnwesen wird ein Erdseil entlang der Strecke an der Außenseite der Oberleitungsmasten angebracht. In diesem Fall dient es nicht hauptsächlich als Blitzschutz-Einrichtung, sondern es ist eine zusätzliche Sicherheitsvorkehrung für den Fall, dass (z.B. während Bau- oder Unterhaltsarbeiten) die Erdung eines Mastens beschädigt wird. Über das Erdseil wird jeder Oberleitungsmast mit seinen Nachbarn verbunden. Außerdem verbessert das Erdseil den Rückfluss des Stromes zum einspeisenden Unterwerk, der normalerweise über die Schiene erfolgt.

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen