Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Erdschluss
Aus Kefk.
Ein Erdschluss ist ein Begriff aus der Elektrotechnik. Er bezeichnet einen Fehlerfall, bei dem ein Außenleiter Kontakt zur Erde hat. In einem Netz mit geerdetem Sternpunkt entspricht ein Erdschluss einem Erd-Kurzschluss, was zur Abschaltung des einpoligen Fehlers durch ein Netzschutzgerät, Schmelzsicherung oder Sicherungsautomat (je nach Spannungsebene) führt.
Ein Mittelspannungs- oder Hochspannungsnetz mit isoliertem oder mit einer E-Spule gelöschtem Sternpunkt kann bei einem Erdschluss weiter betrieben werden. In diesen Netzen erfolgt keine automatische Abschaltung durch ein Netzschutzgerät. Allerdings muss durch das Personal des Anlagenbetreibers sofort mit der Fehlersuche begonnen werden (VDE 0105). Mittelspannungsnetze können zwischen 30 Minuten bis 4 Stunden mit diesem einpoligen Fehler betrieben werden. Danach weiten sich die Fehler zu zwei- bzw. dreipoligen Fehlern aus, welche sofort automatisch aus dem Netz geschaltet werden.
Beim Betrieb im Erdschlussfall treten zwei Probleme auf:
1. An der Fehlerstelle fließen je nach Kapazität des Netzes hohe kapazitive Ströme. Dadurch können an der Fehlerstelle sehr hohe Schrittspannungen abgegriffen werden. Um dem entgegenzuwirken, wird zwischen den Sternpunkt und Erde eine E-Spule geschaltet, welche die kapazitiven Ströme kompensiert.
2. Durch den Schluss des Außenleiters gegen Erden nimmt die Erde das Potenzial des Außenleiters an. Das heißt auch, dass die Spannung der intakten Außenleiter gegen Erde der Spannung Außenleiter gegen Außenleiter entspricht. Hierdurch wird die Isolation der Betriebsmittel viel stärker beansprucht, was zu weiteren Fehlern führen kann.
