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Enger

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Bild:Qsicon Lücke.png Dieser Artikel oder Abschnitt weist folgende Lücken auf: Geschichte zwischen 948 und 1408, zwischen 1408 und 1614 und nach 1969; Wodurch wurde der Brand 1747 verursacht?; 1757 erfolgte erstmals die frz. Besatzung, wann das 2. Mal?; Machtergreifung, Opferzahlen u.ä. sollten beschrieben werden; bei den Sportvereinen sollten die Sportarten eingefügt werden.--BangertNo 09:52, 18. Apr. 2007 (CEST)

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Wappen Deutschlandkarte
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Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Koordinaten: Koordinaten: 52° 7′ N, 8° 34′ O52° 7′ N, 8° 34′ O
Höhe: 107 m ü. NN
Fläche: 41,21 km²
Einwohner: 19.951 (29. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 484 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32130
Vorwahlen: 05224 05225 große Teile von Westerenger 05223 Teile von Besenkamp
Kfz-Kennzeichen: HF
Gemeindeschlüssel: 05 7 58 008
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstr. 44
32130 Enger
Webpräsenz:
Bürgermeister: Klaus Rieke (SPD)

Enger ist eine Mittelstadt im Südwesten des Kreises Herford im Ballungsraum Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Enger liegt im Ravensberger Hügelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Durch die Stadt Enger fließt der Bolldammbach[1]. Bei starken Regenfällen tritt er über seine Ufer und überflutet das Naturschutzgebiet Engers, das Enger Bruch[2].

Nachbargemeinden

Die Stadt grenzt im Westen an Spenge, im Norden an Bünde, im Osten an Hiddenhausen sowie Herford und im Süden an die kreisfreie Stadt Bielefeld.

Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)

Stadtgliederung

Stadtteile und Einwohnerzahlen (Stand 31. Dezember 2005):

Geschichte

Um das Jahr 800 werden drei miteinander verwandte Männer beigesetzt. Die Gräber wurden im Chor der historischen Stiftskirche gefunden[3].

Im Jahr 948 wird Enger erstmals in einer Stiftungsurkunde Ottos des Großen erwähnt.

Nachdem die Stadt zuvor lippisch war, fällt der Ort 1408 an die Grafschaft Ravensberg.

Das Kollegiatstift für weltliche Kanoiker zieht 1414 „aus Sicherheitsgründen“ in das befestigte Herford. Das Stift wurde vor 947 von einer Widukind-Nachfahrin namens Mathilde gegründet[4].

1614 Enger geht mit Ravensberg an Brandenburg-Preußen.

Am 20. Oktober 1719 erfolgt die Stadterhebung Engers (gemeinsam mit Preußisch Oldendorf und Bünde) durch Friedrich Wilhelm I. von Preußen.

Am 2. Mai 1747 ereignet sich ein großer Brand in Enger, der mehrere Todesopfer forderte. Es verbrannten 53 Häuser, vor allem im Bereich Bünder-, Bahnhof-, Brand- und Renteistraße.

1757 besetzt Frankreich im Zuge des Siebenjährigen Krieges erstmals die Stadt und wird am 1. Januar 1811 in das französische Kaiserreich eingegliedert.

1815 kommt Enger wieder zu Preußen, zunächst im Kreis Bünde, dann im Kreis Herford.

1898 gibt es im Ort erstmals Elektrisches Licht. Es wird mittels Dampfkraft erzeugt udn vom Müller Riepe geliefert, der schon vorher mit einer Wassermühle, die er bald durch eine Windmühle ergänzte, Energie erzeugte. Zwei Jahre später, im August 1900 nahm die Herforder Kleinbahn ihren Betrieb auf; 1901 folgte die Bielefelder Kreisbahn über Jöllenbeck, Schildesche zum Bielefelder Kreisbahnhof (Streckenlänge 16 km). (1000mm Schmalspurbahnen, eingestellt 1954 bzw. 1966).

Zwischen 1925 und 1928 wird das Freibad errichtet und ein Sportplatz angelegt.

1934 wird der Ort durch Anschluss an das Gaswerk Bünde erstmals mit Gas versorgt. Drei Jahre später (1937) fährt die Müllabfuhr erstmals den Hausmüll ab.

Im Jahr 1939 wird in Enger eine Widukind-Gedächtnisstätte eröffnet. Hintergrund ist der Versuch der Nationalsozialisten, die Stadt als Identifikationsort nationalsozialistischer Weltanschauung auszubauen. Nach Meinung den Ideologen aus dem Dritten Reich würde sich der Widukind-Stoff besonders dazu eignen[5].

1948 feiern die Bürger des Ortes unter anderem mit einem Festzug das tausendjährige Bestehen von Enger.

Im April 1966 wird der Betrieb der Kleinbahn eingestellt.

Am 1. Januar 1969 ist auch Enger durch die kommunale Neugliederung im Zuge einer Gebietsreform in NRW betroffen. Das Amt Enger wird aufgelöst und mit der Stadt Enger und den Gemeinden Siele, Westerenger, Dreyen, Pödinghausen, Oldinghausen, Herringhausen (West), Belke-Steinbeck und Besenkamp zusammengelegt.

Zwischen 1970 und 1973 wird die historische Stiftskirche in Enger renoviert. Parallel dazu erfolgten umfangreiche archäologische Grabungen [6].

Die Verbindung Widukinds zu Enger

Erst in einer Quelle aus dem frühen 13. Jahrhundert wird erstmals erwähnt, dass Widukind in Enger begraben sein soll. So heißt es in dem Dokument MG D. Chr. II, S. 398, das in der Sonderveröffentlichung "Widukindstadt Enger" (1973) als Quellenangabe angegeben ist: "de here starf unde wart to Engere begraven". Es gibt darüber hinaus eine Reliefplatte in der Stiftskirche von Enger aus dem 11. Jahrhundert. Der Haken: Nur auf der Renaissance-Tumba des 16. Jahrhundert befindet sich ein Inschrift mit dem Hinweis auf Widukind. Gegenwärtig untersuchen Anthropologen Skelettfragmente, die in der Stiftskirche ausgegraben wurden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent handelt es sich demnach bei den zwei Erwachsenen um Halbbrüder; das Skelett des jungen Mannes ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent ein Sohn eines der Halbbrüder. Offen ist - und das ist das große von den Forschern zu lösende Rätsel: Ist der Mann, der im zentralen Grab des Chorraums liegt, Widukind? Außerhalb der Grundumfassung des ältesten Kirchenbaus ist noch eine Frau bestattet, die einer weiblichen Familienlinie zugeordnet wird und als Nachfahrin von Widukind gilt.

Politik

Stadtrat

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Bürgermeister

Seit dem 14. April 1997 hat die Stadt Enger einen hauptamtlichen Bürgermeister. Bürgermeister Klaus Rieke von der SPD befindet sich gegenwärtig in der zweiten Wahlperiode. Bei der Kommunalwahl am 12.09.1999 und 26.09.1999 (Stichwahl) setzte er sich schließlich gegen seinen schärfsten Konkurrenten Wolfgang Aßbrock (CDU) durch, er erhielt 49,09% der Stimmen[7]. Bei der Kommunalwahl am 26. September 2004 erhielt der Amtsinhaber im ersten Wahlgang 64 % der Stimmen und wurde somit in seinem Amt bestätigt[8].


Fachausschüsse

  • Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss
  • Rechnungsprüfungsausschuss
  • Ausschuss für Stadtplanung und -entwicklung
  • Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Ordnung, Umwelt u. Verkehr
  • Betriebsausschuss
  • Ausschuss für Schule, Jugend, Sport und Soziales
  • Wahlprüfungsausschuss

Städtepartnerschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Widukind-Museum

Museum, das hauptsächlich der Geschichte des sächsischen Adeligen Widukind gewidmet ist. Nach einem mehrjährigen Umbau erfolgte die Neueröffnung am 20. August 2006[9]. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen; in der dritten, oberen Etage finden Wechselausstellungen statt. Einer der Höhepunkte des Rundgangs, der multimedial aufbereitet wurde und mit einem Kopfhörer verfolgt werden kann, ist ein nachgebildetes Grab mit drei Skeletten.

Gerberei-Museum

Museum, das in der 1995 geschlossenen Gerberei Sasse untergebracht ist. Es zeigt den Arbeitsprozess des Gerbens und erläutert die Geschichte des Handwerks allgemein. Der Regionalbezug erfolgt durch die Darstellung der Gerberei Sasse, auch wird die Bedeutung des Betriebes für die Gewerbegeschichte der Stadt Enger gezeigt. Nach Angaben des Fördervereins handelt es sich bundesweit um das einzige Museum seiner Art, das sich noch am originalen Produktionsstandort befindet[10].

Kleinbahnmuseum (in Entstehung)

Museum, dessen Bau im November 2006 begonnen wurde. Die Eröffnung ist für Mitte 2007 geplant. Das Gebäude ist ein direkter Anbau an einen Discountmarkt und soll eine große Ausstellungshalle mit Präsentation einer Diesellok und zweier Waggons enthalten[11].

Musik

In unregelmäßigen Abständen findet im Jugend und Kulturzentrum Kleinbahnhof Enger auch die HipHop Jam "Beat The Mass" statt, neben weiteren Veranstaltungen, wie z.B. dem Rock-Event "Je Enger desto Lauter", oder einem geplanten House Music Event.

Bauwerke

Stiftskirche

Ehem. St. Dionysisus. Kreuzförmige Hallenkirche mit frei stehendem Turm. Das gotische Langhaus wurde Mitte des 14. Jh. errichtet. Unter dem jetzigen Bau befinden sich die Reste einer Saalkirche aus dem 9. Jahrhundert, die 1971 bei einer Grabung untersucht wurden. Im Inneren befindet sich ein großer Schnitzaltar von Hinrik Stavoer aus Braunschweig, der aus dem Jahr 1525 stammt[12]. Zu den weiteren Ausstattungsstücken gehören die Taufe mit geschnitztem Deckel, 1663 und 1677 bezeichnet und die Kanzel von 1703. Hinter dem Altar befindet sich ein Sarkophag mit einer Reliefplatte aus dem 12. Jahrhundert. Dargestellt ist Widukind im Königsornat.

Liesbergmühle

1756 als Zwangsmühle im Auftrag von Friedrich den Großen errichtet. Sie steht auf einer kleinen Anhöhe in 118 Metern über den Meeresspiegel. Die Mühle bildet mit dem Motorenhaus und einem Fachwerkkotten ein Denkmalensemble. 1960 stellte die Mühle ihren Betrieb ein. Die Renovierung begann im November 2001 und wurde im September 2002 beendet.

Kirchringbebauung

Reste der Kirchringbebauung mit Fachwerkhäusern des 18. Jh., darunter das ehemalige Haus Rosenbaum (Widukind-Museum) von 1716 und das Haus Kirchplatz 2 (Sonnenapotheke), das im Jahr 1741 errichtet wurde.

Parks

  • Zentrale Parkanlage in Enger, in der sich auch Spielplätze für Kinder befinden: die Maiwiese.

Sport

Der Stadtsportverband Enger ist das koordinierende Gremien für die Sportvereine der Stadt. Die wichtigste Sportart Fußball wird durch den SC Enger 13/53 mit zwei Seniorenmannschaften vertreten.

Weitere Vereine sind:

  • SV Enger-Westerenger, Fußballverein; gegründet am 16. April 1993, hat über 1.000 Mitglieder. Der Verein entstand aus einer Fusion der Vereine TSG Wittekind und TuS Westerenger[13]
  • TuS Grün-Weiß Pödinghausen e.V.; Der Verein bietet die Sportarten Badminton, Kinderturnen, Walking, Damengymnastik und Fussball (zwei Herrenmannschaften, Jugendmannschaften) an[14].
  • Turn- und Sportvereinigung Rot-Weiß Dreyen 1913; gegründet 1913[15]. Vier Fußballmanschaften (2 Herrenteams, Damen und Alte Herren) nehmen am Spielbetrieb teil[16].
  • Volleyball SG Schweicheln-Enger
  • TV Concordia von 1864 Enger e. V.
  • Modellflugverein "Libelle"
  • Reiterverein Wittekind 02 Enger
  • Schachclub Wittekind's Knappen e. V.
  • Schachgemeinschaft Enger-Spenge
  • TTC Enger (Tischtennisclub)
  • TV Concordia Tennisabteilung
  • Verein für Segelflug "Wittekind"
  • Yachtclub Widukind Enger
  • BSC Westerenger

Schulen

  • Städtische Realschule Enger
  • Rolf-Dircksen-Schule (Hauptschule)
  • Widukindgymnasium
  • vier Grundschulen: Belke-Steinbeck, Enger, Oldinghausen/Pödinghausen und Westerenger
  • Heideschule (Sonderschule für Lernbehinderte)
  • Zweckverband Musikschule Enger/Spenge am Lehmkuhlenweg
  • Volkshochschule an der Bahnhofstraße

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Timpkenfest: Jährlich am 6. Januar findet nach dem Gottesdienst in der Stiftskirche eine Verteilung von so genannten Timpken – das sind geviertelte, aus hellem Mehl gebackene süße Semmeln – statt. Die Legende besagt, dass der Sachsenherzog Widukind an seinem Todestag verfügt habe, durch die Timpken Bedürftige zu unterstützen. Heutzutage werden die Timpken jedoch an alle Gottesdienstbesucher verteilt.
  • Kirschblütenfest: Jährliches Stadtfest im Innenstadtbereich am letzten Wochenende im April. Im Jahr 2007 fand es zum 29. Mal statt. Veranstalter ist der Kultur- und Verkehrsverein Enger[17]
  • Kicken für Afrika: Jährliches Fußballturnier zugunsten von Hilfsbedürftigen (hauptsächlich Afrika), organisiert von der "Zwoten".

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Enger hat auf dem Stadtgebiet keinen Anschluss an Autobahnen oder die Eisenbahn. Die L545 verbindet jedoch Bielefeld über die Ostumgehung mit Bünde und der Autobahn A30. Nach Osten verbindet die Herforder Str./Enger Str. den Ort mit Herford.

Busverbindungen im RegioTakt bestehen nach Bielefeld (Anschlussverbindung mit Stadtbahn-Linie 3), Herford, Spenge und Bünde.

Ansässige Unternehmen

Die wichtigste Branche ist die Möbelindustrie mit den überregional bekannten Unternehmen RWK, Wellmann, Ebke (Küchen) und Puhlmann (Polstermöbel). In Oldinghausen befindet sich der Hauptsitz der Alligator-Farbwerke.

Öffentliche Einrichtungen

Gartenhallenbad Enger

Das Gartenhallenbad Enger wurde am 29. Juni 2006 eingeweiht[18]. Es besteht aus einem Hallenbad, sowie einem Freiluftbecken mit Liegewiese.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

  • Widukind (um 730–807), Sachsenherzog; unklare, möglicherweise legendenhaft ausgeschmückte Verbindung zu Enger.
  • Erich Kürschner (1911–1977), Bühnenleiter der Hohnsteiner Puppenbühne, begann seine eigenständige künstlerische Tätigkeit in Enger.

Literatur

  • Westfälischer Städteatlas; Band: II; 6 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Enger, Autor: Leopold Schütte. ISBN 3-89115-349-x ; Dortmund-Altenbeken, 1981.
  • Widukindstadt Enger; Festschrift zur Schuleinweihung und Namensgebung am 12. Mai 1973, hrsg. von der Stadt Enger, Sonderdruck ohne ISBN-Nummer; Enger, 1973

Quellen

  1. Bolldammbach
  2. Naturschutzgebiet "Enger Bruch"
  3. Enger - Stiftskirche
  4. Enger - Turm der Kirche
  5. Widukind-Museum Enger
  6. Enger - Stiftskirche
  7. Bürgermeister Direktwahl am 12.09. und 26.09.99 in Enger
  8. Der Bürgermeister der Stadt Enger Hauptverwaltungsbeamter und Repräsentant der Stadt
  9. Der „Knochenkrimi“. Widukind-Museum Enger (NRW): Wiedereröffnung am 20. August 2006
  10. Geschichte wird erlebbar - "Hier wird vom Leder gezogen"
  11. Neue Westfälische: Baggern für die Kleinbahn v. 8. November 2006
  12. Geschichtsträchtige Widukindstadt
  13. In 10 Jahren zum erfolgreichsten Fußballverein des Wittekindkreises.
  14. Verein (TuS Grün-Weiß Pödinghausen)
  15. Geschichte des Vereins
  16. Mannschaften des Vereins
  17. Kirschblütenfest im Widukindjahr 2007
  18. Öffnungszeiten Gartenhallenbad

Weblinks

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