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Emotionen (Biologie)
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Emotionen im physiologischen Sinn sind die Vermittler zwischen den Bedürfnissen des Organismus und dem Verhalten des Lebewesens. Von vielen Biologen oft als einfache programmierte Reflexe verstanden, nimmt die Komplexität des emotionalen Geschehens im Verlaufe der Evolution zu. Grundlage der Emotionen sind vornehmlich artspezifische homöostatische Regelkreise, die auf endogene oder exogene Veränderungen reagieren. Auf der physiologischen Ebene sind Systeme aus Bereichen wie Endokrinologie, Neuroendokrinologie, Neurologie und wahrscheinlich auch Immunologie involviert. Genuine Heimat der naturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Emotionen dürfte die Humanethologie sein.
Zuerst muss ein Lebewesen den Selbsterhalt durch Ernährung und Schutz der körperlichen Unversehrtheit gewährleisten. Vermittelt wird dieses durch Biosynthese der Gefühle Hunger und Durst sowie Schmerz und Angst. Sollte die Arterhaltung einer Art durch geschlechtliche Reproduktion organisiert sein, kommen noch die Emotionen der Sexualität zum Tragen.
Besonders bei den Sexualemotionen wird deutlich, dass jede Art ein spezifisches Repertoire an Emotionen genetisch weiterverebt bekommt und dass es auch geschlechtsszpezifische Unterschiede gibt. Somit sind Erfahrungen mit der einen Art nur auf der abstraktesten Ebene auf andere Arten übertragbar. Je mehr die untersuchte Art dem Menschen phylogenetisch nahe steht, desto wahrscheinlicher ist eine Ähnlichkeit der Emotionswelt mit der menschlichen.
Dabei ist es scheinbar nur uns Menschen vorbehalten sich diese eigenen inneren Zustände bewusst zu machen, zu analysieren und darüber konkrete Aussagen zu machen: "Ich habe Durst!, Ich liebe dich! etc."
Inhaltsverzeichnis |
Klassifikationen
Biologische Ursache: Selbsterhalt - Sexualität - Arterhalt
endogene Herkunft - exogene Herkunft
euphorische Wirkung - disphorische Wirkung
Intensität
menschliche Emotionen
- Aggression - endogen
Aggression tritt als Begleiter der anderen Emotionen auf um einen "trägen, selbstzufriedenen" Organismus zu aktivieren, wenn eine der auslösenden Emotionen ein "sich verhalten" erfordert.
(Eine Besonderheit: Aggressive Menschen haben laut dieser Definition zumindest ein unbefriedigtes Bedürfnis. Da aber in unserem Kulturkreis die Bedürfnisse des Selbsterhalts in der Regel befriedigt sind, können nur Emotionen der Sexualität als Auslöser der Aggressionen verantwortlich sein. Wenn auch viele der von Aggressionschüben Betroffenen in einer vorgeblich befriedigenden Sexualbeziehung leben, ist an diesen Menschen zu sehen, dass im Falle des Menschen etwas mehr zu beachten ist als die ausreichende Frequenz von Kopulationen.)
- Durst - Selbsterhalt, endogen, disphorisch
- Hunger - Selbsterhalt, endogen, disphorisch
- Appetit - Selbsterhalt, endogen
- sexuelle Appetenz - Sexualität, endogen, disphorisch
- Verlieben - Sexualität, exogene Auslöser, euphorisch und disphorisch
Ein Gefühl, das die breite Palette zwischen Sozialverhalten und Sexualverhalten einnimmt. Von Sympathie bis zu rauschhaften Gemütszuständen erstreckt sich der Wirkungsbereich und veranlasst den betroffenen Menschen zu einem Verhalten, das letztendlich einen erfolgreichen Sexualkontakt führen soll. Das Verlieben selbst ist nicht dazu angetan, eine Befriedigung zu erreichen. Es zählt mehr zu den Stressoren, die im Dauerzustand negative Folgen zeitigen.
- Liebe - Sexualität
Unstrittig in ihrer Existenz fristet sie wissenschaftlich ein Dasein, das zwischen offensichtlicher Vermeidung und intressensgebundener Auslegung schwankt. Neurophysiologisch könnte sie mit den endogenen Opiaten des Hypophysenzwischenlappens korreliert werden, die in diesem Falle als homöostatisch wirksame Neurohormone zu gelten haben.
- Angst - Selbsterhalt mit exogenen Auslösern, Sexualität und endogen, disphorisch
Ein Gefühl, was biologisch eine Schutzfunktion darstellt um bei dessen Auftreten den Organismus zu einem adäquaten Verhalten zu veranlassen. Das kann eine reale oder irreale Bedrohung für den betroffenen Körper sein. Auf jeden Fall ist die Bedrohung, die die Angst auslöst, paranoid, also eingebildet. Der Körper braucht aber diese Funktion, da er objektiv nicht wissen kann, ob z.B. das herannahende Fahrzeug überhaupt die ihn bedrohende Richtung fortsetzt oder nicht doch rechtzeitig zum Stillstand kommt.
Anxiolytika vermögen wirksam in den "Angststoffwechsel" einzugreifen.
- Schmerz - Selbsterhalt, exogen oder endogen (Eingeweideschmerz), disphorisch
Schmerzmittel vermögen gezielt die Schmerzleitung und die Schmerzwahrnehmung zu manipulieren.
Weblinks
Literatur
Andrew Wickens, Foundations of Biopsychology. ISBN 0-273-68694-1, Pearsons / Prentice Hall; Harlow, England 2004; siehe insbesondere Kapitel 5.
