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Elfriede Rinkel
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Elfriede Lina Rinkel, geborene Huth (* 14. Juli 1922 in Leipzig) ist eine ehemalige Aufseherin eines deutschen Konzentrationslagers während der Nationalsozialistischen Diktatur. Sie soll von Juni 1944 bis Mai 1945 im KZ Ravensbrück mit einem Schäferhund Häftlinge bewacht haben.
Das Konzentrationslager Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen. Dort wurden 132.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer gefangen gehalten. 1945, als Rinkel dort arbeitete, wurden tausende Gefangene auf Anordnung der SS in Gaskammern getötet.
Nachdem sie in den 1950ern in die Vereinigten Staaten gezogen war, lernte sie dort ihren späteren Ehemann Fred Rinkel kennen, der im Januar 2004 verstarb. Fred Rinkel war ein aus Deutschland geflohener Jude. Es wird vermutet, dass er nie von der Vorgeschichte seiner Frau erfahren hat, die angab, später neben ihm beerdigt werden zu wollen.
Am 4. Oktober 2004 wurde Elfriede Rinkel vom Office of Special Investigations besucht, einer Organisation, die nationalsozialistische Verbrecher und Verbrecherinnen verfolgt. Frau Rinkel gestand, im Konzentrationslager Ravensbrück gearbeitet zu haben. Dort habe sie sich freiwillig als Hundeführerin gemeldet, da diese Tätigkeit besser bezahlt gewesen sei als gewöhnliches Aufsehertum. Sie behauptete, sich immer korrekt verhalten zu haben.
Die Vereinigten Staaten einigten sich mit Rinkel darauf, dass sie für immer die Vereinigten Staaten verlässt und ihre Greencard zurückgibt. Dafür sahen die Vereinigten Staaten von einer weiteren Verfolgung ab. Elfriede Rinkel reiste nach Deutschland zurück. Erst nach ihrer Abreise informierten die Behörden der Vereinigten Staaten die deutschen Behörden. Nachdem sie einige Zeit auf einem Bauernhof im Rheinland bei Verwandten verbrachte, reiste Rinkel vermutlich in die Schweiz, wo sie sich heute befinden soll.
Insa Eschenbach, eine Historikerin und Direktorin der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück, hält dies für eine Schutzbehauptung. Hunde dienten in den Konzentrationslagern als Waffe, die rücksichtslos eingesetzt werden konnten. Einige Aufseherinnen ließen die Tiere auf Gefangene los, denen sie mit manchmal tödlichen Folgen schwere Bissverletzungen am ganzen Körper zufügten.
Die KZ-Überlebende Helga Luther berichtete von zwei Aufseherinnen, die Neuankömmlinge zusammen mit SS-Männern empfingen. Bei ihrer Ankunft in Ravensbrück roch es nach verbranntem Fleisch und Feuer. Dabei wurden die Gefangenen von den Aufseherinnen als „Drecksstücke“ bezeichnet.
Oftmals mussten Häftlinge stundenlang in der Kälte strammstehen, so Luther weiter. Durch eine Öffnung im Schritt mussten dabei die Häftlinge urinieren und defäkieren. Die Ausscheidungen wurden später mit Kies überschüttet.
Da andere Verbrechen verjährt sind, prüft die Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg derzeit nur, ob sich bei Elfriede Rinkel Mord oder Beihilfe zum Mord nachweisen lässt. Falls dies nachgewiesen werden kann, droht der heute 84-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Auch das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem pocht auf ein Gerichtsverfahren.
Laut Los Angeles Times vom 20. September 2006 ist sie die einzige Frau von bisher über 100 von Nazi-Verfolgern abgeschlossenen Fällen, die illegal in die USA flohen, enttarnt und wieder abgeschoben wurden. („the only woman to be caught and deported in more than 100 completed cases of Nazi persecutors who lied their way into the United States“).
Laut dem Leiter der Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Gewaltverbrechen in Ludwigsburg, Kurt Schrimm, werden ihre Akten jetzt an die Staatsanwaltschaft Köln weitergegeben.
Quellen
- Verdrängte Vergangenheit: Unheimliche Hundeführerin, www.woz.ch vom 18. Januar 2007
Weblinks
- Die Rückkehr einer KZ-Aufseherin, Die Welt, 22. September 2006
Siehe auch
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Elfriede Rinkel |
| ALTERNATIVNAMEN | Rinkel, Elfriede Lina; Huth, Elfriede Lina (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | Aufseherin eines deutschen Konzentrationslagers während der Nationalsozialistischen Diktatur |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1922 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
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