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Einkabelsystem

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Ein Einkabelsystem ist ein Verfahren im Antennenanlagenbau, bei dem durch Verzicht auf eine DC-Fernspeisung und DiSEqC-Steuersignale, ein HF-Signal im Frequenzbereich von 5-2250 MHz linear an mehrere Teilnehmer einer Gemeinschaftsrundfunkempfangsanlage verteilt werden kann. Je nachdem, wo sich der Kulturkreis der Gemeinschaftsanlage bewegt, werden lediglich die als wichtig angesehenen Transponder, Programme, über ein beliebig strukturiertes Breitbandkabelnetz einer Wohnanlage verteilt. Ein Einkabelsystem fasst verschiedenste Rundfunk-Übertragungsverfahren wie herkömmlichen PAL Rundfunk, UKW, Internet per TV-Kabel, DVB-C, DVB-T, DVB-S, DVB-S2 in einem Frequenzband zusammen, das linear (als gesamtes) übertragen wird. Der Konsument entscheidet diskriminierungsfrei [1] an der Antennendose, welche Signale verschiedener Rundfunk-Übertragungsverfahren und Interaktive Dienste er tatsächlich nützt.

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Einzelband-Einkabelsystem
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Einzelband-Einkabelsystem Nachrüstoption
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Einzelband-Einkabelsystem Nachrüstoption

Inhaltsverzeichnis

Einkabelsystem Kabelfernsehen

Digitales Kabelfernsehen DVB-C sowie Internet per TV-Kabel [2], sind systembedingt bereits einkabelsystemtauglich. Eine Berechtigung für eine Nutzung eines solchen erfolgt im beliebig strukturierten Einkabel-Verteilsystem, über eine DVB-C-SmartCard. Manche Kabelnetze verwenden auch den Frequenzbereich 470-860 MHz, wobei es dann in einem Einkabelsystem zu Überschneidungen mit DVB-T Frequenzen kommen kann. Ein DVB-T-Empfang entfällt in solchen Systemen.

Einkabelsystem Digitales Terrestrisches Fernsehen

Digitales Terrestrisches Fernsehen DVB-T ist systembedingt bereits einkabelsystemtauglich, belegt in einem solchen den Frequenzbereich 470-860 MHz und eignet sich besonders zum Einbinden von am Standort der Empfangsanlage sendenden lokalen Fernsehsendern.

Einfaches Einzelband-Einkabelsystem

Bei einem Einzelband-Einkabelsystem wird eines der vier je Satellit ausgestrahlten Frequenzbänder vorausgewählt und als Gesamtes, (zum Beispiel Astra 11,7-12,75 GHz Horizontal) über ein beliebig stern- oder baumförmig strukturiertes Koaxialverteilnetz, an mehrere Teilnehmer einer Gemeinschaftsantennenanlage weitergeleitet.

Es kann ein handelsüblicher Single-LNB (unter Verwendung eines Netzgerätes ohne 22 kHz-Steuerung "mit einem Quattro-LNB") genutzt werden.

Diese Einkabel-Systemvariante ermöglicht durch den im April 2007 erfolgten Transponderwechsel der ProSiebenSat.1 Gruppe (in die horizontale Astra Digitalsat Ebene 11,7-12,75 GHz Tr. 107), für den Europäisch deutschen Sprachraum ein umfassendes attraktives Programmangebot, derzeit fehlen lediglich die Programme DSF und Tele5. Der Empfang sämtlicher Deutschen und Österreichischen öffentlich rechtlichen digitalen Satellitenprogramme, sowie auch der Empfang der aktuellen Astra HDTV Programmen, funktioniert mit dieser Lösung ohne Einschränkung.

Nachrüstoption für bestehende Sat Empfangsanlagen: Mittels eines einfachen Einkabelsystems, kann auch jeder herkömmliche Sat Block ZF Antennenanschluss (Sat-Antennendose vom Multischalter oder Einzel LNB), zum Anschluss mehrerer Sat- Receiver (ohne ein verlegen neuer Koaxialkabel zur Antenne) nachgerüstet werden.

Insgesamt können mit einer solchen einfachen Einkabelvariante derzeit 156 deutschsprachige Fernseh- und 157 deutschsprachige Radioprogramme empfangen werden. [3]

Derzeitige ASTRA HDTV Kanäle werden sobald zum Jahr 2010 eine analoge Astra Programm Ausstrahlung endet, wahrscheinlich nach Astra Low 10,95 - 11,75 GHz wechseln. Für einen HDTV Empfang ist aus diesem Grund bereits heute sofern verkabelungstechnisch möglich, eine vollwertige Block ZF Verteilanlage einem Einkabelsystem vorzuziehen. Positiv ist aber dass durch einen Wegfall von bandbreitenhungrigen HDTV Kanälen aus einem beengten Einkabelsystem (11,7 - 12,75 GHz Horizontal) anschließend dort noch ein herkömmliches Programm Angebot in DVD Qualität (6-8Mbit/sec DVB-S Mpeg2) an Kanälen wachsen kann.

Einfaches Einzelband-Einkabelsystem Vorteile

  • Sehr kostengünstig, HDTV-tauglich, kann durch ein programmierbares Einkabelsystem (auch nachträglich) erweitert werden.
  • Eine im Satellitenempfänger hinterlegte NIT (Transpondertabelle) muss nicht angepasst werden.

Einfaches Einkabelsystem mit Frequenzversatz

Mit Hilfe eines Frequenzversatzes (Horizontal 1100-1680/1800-2200 MHz Vertikal) wurden Satelliten-Transponder verschiedener Sat-Ebenen, durch Filter auf ein HF-Signal zusammengefasst und an mehrere Teilnehmer weitergeleitet.

Diese Einkabelsystemvariante ist inzwischen technisch überholt, ProSieben/Sat.1 hat ihre Programme [4] am zweiten April 2007 vom Astra Transponder Nr.104 auf den einkabelfreundlichen horizontalen Astra Transponder Nr.107 gewechselt. Einkabelsysteme mit Frequenzversatz beinhalten einen breitbandigen Sat ZF Verstärker, sowie ein Fernspeise Netzgerät. Diese können nun durch vorschalten eines einfachen HF 2-fach Verteilers (Rückbau auf ein Einfaches Einzelband-Einkabelsystem) als Sat-Netzgerät mit Verstärker weiterverwendet werden. Typische Bezeichnungen sind: CEF211D, DUR EK-1, EKF 1100, GP31D, PG31-ED, SEV 1206. Viele Wohnanlagen wechseln derzeit auch auf ein H104 Einkabelsystem, das dann eine Option für vier weitere Sat Transponder bietet.

Programmierbare Einkabelsysteme

Bild:Programmierbares Einkabelsystem Funktionsweise.png
H104 und programmierbares Einkabelsystem, Funktionsprinzip

Diese Lösungen arbeiten zum Einbinden weiterer Transponder nicht nur mit passiven Filtern, sondern ermöglich durch ein aktives Umsetzen eines Transponders in eine andere Frequenz, das Zusammenstellen einer individuellen optimalen neuen Sat-ZF.

Unterschieden werden einfache H104-Systeme, die bedingt nachbarkanaltauglich sind und im Frequenzbereich 950-1100 MHz das Einbinden von zwei bis drei weiteren Transpondern ermöglichen. Typische Bezeichnungen sind DPA-3/1, DPA31[5], H104plus[6], H104.

Professionelle "Programmierbare Einkabelsysteme" setzen hingegen einzelnen Transponder sehr selektiv (mit Hilfe von OFWs)um. Dadurch erreicht man eine sehr gute S/N-Ratio, und das Signal kann mit wenig Qualitätsverlust auch in sehr großen Wohnanlagen verstärkt verteilt werden. Solche Systeme sind modular, und können bis zu 10 Transponder (mit je typisch sechs TV Kanälen) individuell behandeln, in Kombination mit lediglich durchgeschliffenen unveränderten Sat-Transpondern, ist eine umfassende Variabilität gewährleistet. Typische Bezeichnungen sind: TSM1000, TSM2000, IRCO, Smart-IF-Choice-Light....

Vorteile gegenüber den einfachen Einkabelsystemen

  • Diese Systeme werden hauptsächlich zur Umsetzung von mehreren digitalen Transpondern genutzt, somit ist ohne weiteres möglich, in einer Einkabelsystem ZF etwa 200 gewünschte Sat TV Kanäle und etwa 200 Radio Programme, unter Aussparung unerwünschter Programme zusammenzustellen.
  • Programmierbare Einkabelsysteme können mit einfachen Einkabelsystemen (auch nachträglich) in Kombination betrieben werden, was Kosten spart.
  • Es können Transponder mit interessanten Programmen von verschiedenen Satelliten, zu einer einzigen neuen SAT ZF zusammengefasst werden.
  • Neue Digitalprogramme die nach einer ASTRA-PAL-Einstellung möglicherweise künftig auch im SAT-Frequenzbereich 0,950 -10,750 GHz gesendet werden, können mittels programmierbarem Einkabelsystem, ebenso in eine Einkabel-ZF eingebunden werden.
  • Ausgehend davon, dass Marktuntersuchungen zeigen, dass ein durchschnittlicher Fernsehhaushalt etwa ein Angebot von achtzig TV-Kanälen aktiv nützt [7], erfüllt ein optimiertes Einkabelsystem dies mit einer Programmkapazität (bereits im Sat Band) von etwa 200 TV Kanälen im Faktor 2,5. Durch neue Komprimierungstechniken wie Mpeg4, wird das Potential an linear über ein Koaxialkabel übertragbaren TV-Programmen noch um ein Drittel ansteigen, oder kann dann für HDTV genützt werden.

Nachteile

  • Die bei Nachbarkanaltauglichen Professionellen Lösungen, die im Vergleich zu anderen Varianten höheren Anschaffungskosten.
  • Eine in den Satellitenempfängern Werksseitig hinterlegte NIT (Transpondertabelle), muss einmalig für jene Transponder die in ihrer Frequenz geändert wurden angepasst werden, ansonsten solche Programme bei einem Sendersuchlauf fehlen (Ausnahme DVB-S Receiver mit Blindscan).

Allgemeine Vorteile

Einkabelsysteme eignen sich besonders in Wohnanlagen, bei denen aus Gründen des Mietrechtes oder des Denkmalschutzes nur eine gemeinsame Sat-Empfangsanlage in Frage kommt und wo eine bestehende Antennenverkabelung für den Sat-Empfang nachgerüstet werden soll.

  • Eine bei herkömmlichen Sat-Empfangsanlagen mit Multischalter notwendige exklusive Koaxialleitung je angeschlossenem SAT-Receiver (Sternverteilung) entfällt.
  • Bei älteren Häusern ohne Sternverteilung entfällt eine Neuverkabelung, welche besonders bei Etagenwohnungen meist undurchführbar wäre.
  • Bei Einkabelsystemen gehen digitale Zusatzdienste, wie Internet per Sat, Digitaler Mehrkanalton, EPG, MHP, SAT-Datendienste, usw. nicht verloren.
  • Die sonst im Sternnetz nötigen Umschaltsignale (14/18 Volt für Vertikal/Horizontal, 22 kHz für den Wechsel des Frequenzbandes und/oder des Satelliten, siehe dazu auch DiSEqC), entfallen, so dass die meist schon vorhandene Baum- oder Busstruktur weiter genutzt werden kann.
  • SAT-Einkabelsysteme sind durch ihre modulare Erweiterbarkeit nicht minder zukunftssicher als Kabelfernsehen, oder eine Sat-Aufbereitung.
  • Mehrere Sat-Empfänger DVB-S DVB-S2 HDTV, auch TWIN-Receiver, können in beliebiger Anzahl an einer einzelnen gemeinsamen Antennenableitung oder Antennendose über einfache HF-Verteiler angeschlossen und ohne gegenseitige Beeinflussung betrieben werden.

Allgemeine Nachteile

  • Nicht immer kann das komplette Angebot des Satellitenbetreibers genutzt werden.
  • Neue Sender und Sender, die den Transponder wechseln, können bei den einfachen Einkabelsystemen möglicherweise nicht (mehr) empfangen werden, es ist dann ein Aufrüsten auf ein programmierbares Einkabelsystem notwendig, was Kosten verursacht.

Wichtig ist, dass an den Endgeräten die Ausgangsspannungen abgeschaltet werden bzw. eine SAT-Dose mit einem eingebauten DC-Blocker verwendet wird.

Frequenzplan 2,3 GHz Einkabelsytem

5-47 MHz Ethernet über Koaxial
87,5-108 MHz UKW [8]
105,25-463,25 MHz Kabelfernsehen PAL, DVB-C [8]
105,25-855,25 MHz erweitertes Kabelfernsehen PAL, DVB-C [8] (in manchen Kabelnetzen)
471,25-855,25 MHz Terrestrisches Fernsehen PAL, DVB-T [8]
471,25-855,25 MHz Kanalaufbereitung für Wohnanlagen PAL [8]
950-2250 MHz Digitaler SAT Einkabelempfang [8]
5-2250 MHz Einkabelsystem gesamt [8]

Glossar

  • SAT-ZF-Bandpass-Filter:

Beim Einsatz von programmierbaren Einkabelsystemen ist es möglich, nur einen Teil der Programme selektiv aufzubereiten und die übrigen direkt über Filter nach der Blockumsetzung einzuspeisen. Für diesen Zweck stehen verschiedene SAT-ZF-Filter zur Verfügung. (In dieser Kombination kann die Aufbereitung der SAT-ZF besonders kostengünstig optimiert werden).

  • Kanalselektive SAT-ZF-Umsetzung:

Da der Empfangsbereich analoger und digitaler Receiver 950 bis 2150 MHz beträgt, müssen die – über ein programmierbares Einkabelsystem – aufbereiteten Transponder innerhalb dieses Bereiches umgesetzt werden. Der Frequenzabstand (Frequenzraster) ergibt sich aus der Bandbreite der Transponder und beträgt üblicherweise (ASTRA, EUTELSAT) 40 MHz. Somit können in dem zur Verfügung stehenden Frequenzbereich von 1135 MHz (2150 MHz – 1015 MHz = 1135 MHz), 28 Transponder (1135 MHz geteilt durch 40 MHz = 28) umgesetzt werden. Setzt man eine durchschnittliche Anzahl von 6 Digitalprogrammen pro Transponder voraus, so sind über die TSM2000-SAT-ZF-Umsetzung ca. 168 verschiedene Programme zu empfangen.

Weblinks

Einkabelsystem Programme in Europa

Siehe auch:

Block-ZF-Verteilung, Unicable


Quellen

  1. diskriminierungsfrei breitbandige Zugänge zum Endkunden: http://ec.europa.eu/commission_barroso/reding/index_de.htm
  2. www.heise.de Internet per TV-Kabel: http://www.heise.de/newsticker/meldung/68627. 21. Januar 2006.
  3. Programmlisten ASTRA: http://www.ses-astra.com/consumer/sites/de/Find_a_channel/Program_lists/index.php tagesaktuell
  4. ProSiebenSat.1 Transponderwechsel: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_142206.html 20. März 2007
  5. www.digitalfernsehen.de DPA31: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_130792.html. 29. Januar 2007.
  6. www.digi-fernsehen.de H104plus: http://www.bsf-store.de/einkabelloesung-einkabelsystem-h104plus-p-2530.html
  7. www.digitalfernsehen.de Interesse an digitaler Sendervielfalt eher gering: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_142002.html. 19. März 2007.
  8. . a b c d e f g www.kathrein.de Grenzwerte für Nutzpegel: http://www.kathrein.de/de/sat/tinfos/download/TA-219-220.pdf. August 2000.
Wikipedia
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