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Ehrenhalle (Heilbronn)

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Die Ehrenhalle befindet sich im ehemaligen Stadtarchiv von Heilbronn. Die in der Ruine des markanten Rokokobaus im Rathaus-Innenhof errichtete Gedenkstätte erinnert an die Toten des Zweiten Weltkrieges und die Opfer des Dritten Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bild:Heilbronn Ehrenhalle 20060714.jpg
Das frühere Archivgebäude im Rathausinnenhof von Heilbronn.

Das viergeschossige städtische Archivgebäude nördlich des Rathauses wurde 1765 von dem Baumeister Johann Christoph Keller (*1732 in Winnenden, †1801) erbaut.

Treppenhaus

Das nicht mehr erhaltene Treppenhaus des Stadtarchivs muss von atemberaubender Schönheit gewesen sein:

Zum Treppenhaus gelangte man damals im Erdgeschoß vom Haupteingang aus durch einen Gang, der etwas tiefer lag als der Fußboden. Neben dem Treppenhaus befand sich in allen Stockwerken eine Vorhalle. Treppenhaus und Vorhallen durch Rundbogenöffnung zu den Treppenpodesten hin verbunden, reichten bis in den nördlichen Rathausflügel hinein. Ein Foto zeigt das Treppenhaus im ersten Obergeschoß aufgenommen aus der Vorhalle: Die Türe führt in den großen überwolbten Saal dieses Geschosses. Links der Türe ist, als Pendant zu dem Halbpfeiler rechts ein Pilaster angeordnet, auf dessen Kapitell als Sinnbild der Vergänglichkeit des Menschen der Tod in der Gestalt des Sensenmannes sitzt.[1]

Hauptfassade

Das Stadtarchiv wurde aus regionaltypischem hellgelbem Sandstein errichtet. Mit seinen geschweiften steinernen Gewänden, ornamentierten Fenstern und den breiten Sohlgesimsen ist das Gebäude stilistisch dem Rokoko zuzuordnen. Vorbilder hierfür finden wir in Bamberg, Würzburg oder Dinkelsbühl. Das Gebäude brannte beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 bis auf die Grundmauern nieder.

Gedenkstätte

Bild:Heilbronn Ehrenhalle 20060611.jpg
Innenraum der Ehrenhalle (Juni 2006)

Das Gebäude wurde nach Plänen von Architekt Dr. Ing. Rudolf Gabel, Heilbronn, als Gedenkstätte wiederaufgebaut. Der schlichte Gedenkraum wurde mit einem Mosaik von Prof. Karl Knappe aus München ausgestaltet. In einer Gedenkstunde am Abend des 4. Dezember 1963 übergab die Stadt Heilbronn die dem Gedächtnis der Toten des Zweiten Weltkrieges und der Opfer des Dritten Reiches gewidmete Ehrenhalle ihrer Bestimmung.

Der Text der Gedenktafel, die in nüchternen Worten eine erschreckende Bilanz reicher Todesernte gibt, lautet: „Drei Reihen weißer Kreuze, auf einer in Nagelfluhstein abgesetzten Wand unregelmäßig gruppiert, symbolisieren den Tod der 3435 Gefallenen und Vermißten des Krieges, der 7137 Männer, Frauen und Kinder, die den Bombenangriffen auf die Stadt zum Opfer gefallen sind, und der 405 Verfolgten, die um ihrer Rasse, ihres Glaubens und ihrer Überzeugung willen ihr Leben verloren haben.[2]

Diesem wurde ein Gedicht von Oberstudienrat Dr. Köhler hinzugefügt:

In Brand und Sturz,
in Schwinden und Werden
über Särge und Wiegen
wölbt hoch die Gnade ihr Zelt
aus der Toten Gedächtnis
erwache der Wille
das Gute zu wirken
dem Frieden der Erde zu dienen.

Bewahrte das Gebäude bis 1944 durch die Archivalien die Erinnerung an vergangene Generationen, so dient es heute als stiller Mahner vor Krieg und Gewalt.

Quellen

  1. Helmut Schmolz, Hubert Weckbach: Heilbronn: Die alte Stadt in Wort und Bild, Band 2, Veröffentlichung des Archivs der Stadt Heilbronn, Anton H. Konrad Verlag 1967 Seite 12 und 13
  2. Helmut Schmolz, Hubert Weckbach: Heilbronn: Geschichte und Leben einer Stadt Anton H. Konrad-Verlag 1973
Wikipedia
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