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Edwin Brienen

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Edwin Brienen (* 15. Juni 1971 in Alkmaar) ist niederländischer Filmregisseur.

Nach dem Abitur 1989 studierte Edwin Brienen Philosophie und Psychologie an den Universitäten in Utrecht und Rotterdam.

1993 holte ihn der nationale Radio- und Fernsehsender VPRO. Über sechs Jahre moderierte Brienen zur Prime Time auf Radio 3FM die wöchentlichen Shows De Moordlijst (alternative Albumcharts) und Koud Zweet (Magazin). Seine Shows sorgten landesweit für Wirbel, besonders ein inszenierter Selbstmord während einer Livesendung.

Brienen war Initiator der X-Rated Porno Extravaganzas, wegweisenden Multimedia-Spektakeln in der Amsterdamer Clubszene, die die Darstellung von Kunst und Pornographie auf der Bühne vereinte. Dem Massenpublikum bekannt wurde Brienen 1996 mit der Fernsehsendung Ultra Vista!, das schnell in den Status eines Kultprogramms geriet.

In den Neunzigern schrieb er Beiträge für die Musikmagazine Opscene and OOR. Während einer zweieinhalbjährigen Pause bei VPRO führte er bei vielbeachteten TV- Shows für Veronica Television Regie, so zum Beispiel Buch, Burger & Buitenlui und Hoe Hoort het Eigenlijk?

Im Jahr 2000 schrieb, inszenierte und produzierte er seinen Debutfilm Terrorama! - Eine dunkle Geschichte über eine Gruppe von abgestumpften Künstlern, die in einem Gewaltakt psychologische Freiheit suchen. Der Film machte schon lange vor seiner Veröffentlichung Schlagzeilen, als die Zeitungen über sexuelle Exzesse und schweren Drogenmissbrauch schrieben.

Ein Jahr später kehrte Brienen zum Sender VPRO zurück und produzierte im September eine Reportage über die New Yorker Underground-Szene. Dort wurde er Augenzeuge des Anschlags auf das World Trade Center. Wegen des Anschlags musste er die New Yorker Premiere von Terrorama! absagen.

Brienen hielt sich in Amsterdam und New York auf und lebt zur Zeit in Berlin. Dort produzierte er im Jahre 2003 für VPRO eine neue Serie über die Berliner Underground-Szene. Im gleichen Jahr beendete er die Dreharbeiten für seinen zweiten deutsch-holländischen Spielfilm Lebenspornografie mit den bekannten Schauspielern Jean-Louis Costes (Gaspar Noé’s Irreversible) und Rainer Werner Fassbinder Star Peter Kern.

Brienens dritter Film, Both Ends Burning (Seelenbrand), erblickte 2004 das Licht der Welt. Ein berührendes Schwarz/Weiß Drama über destruktive Beziehungen. In den Hauptrollen seine eigenen Stars Eva Dorrepaal und Esther Eva Verkaaik zusammen mit Bart Klever, einem der bekanntesten holländischen Schauspieler.

Anfang 2005 gab es in 14 niederländischen Theatern das Edwin Brienen Festival, wo man alle drei Filme des Regisseurs bewundern konnte. Aufgrund des Mordes an Theo van Gogh, wurde eine neue Version von Terrorama! veröffentlicht, worin er einen Koranprediger verkörperte. Im Frühjahr produzierte Brienen die zwei Kurzfilme Little Piggy und Das Absolut Böse, wobei er sein erstes Experiment mit Choreographie machte. Zeitgleich brachte der Kultursender ARTE ein TV Special über Brienen und seinem Debutfilm Terrorama! heraus, den der Sender mit Kubrick’s Clockwork Orange verglich.

Im Sommer 2005 produzierte und drehte er seinen vierten Spielfilm Last Performance, der in der New Yorker Theaterszene spielt. Die Schauspielerin Julia (Eva Dorrepaal) gerät in ein Beziehungsdreieck mit ihren Kollegen Tom (Vincent Bagnall) und Cooper (Tomas S. Spencer), was fatale Folgen nach sich zieht. Der Film wird im Mai 2006 seine Premiere feiern.

Im Winter 2005 dann folgte sein fünfter Film mit dem Titel Warum Ulli sich am Weihnachtsabend umbringen wollte. Ulli (Marin Caktas) startet eine verzweifelte Suche nach Gesellschaft am Heilig Abend. Jedoch wird er von allen Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern abgewiesen. Dieser Film verdient vielleicht die Bezeichnung für den ‚am schnellsten gedrehter Film’. In Begleitung einer Gruppe Künstler, hatte der arbeitswütige Regisseur den wilden Plan gefasst, in zwei Wochen einen kompletten Spielfilm zu produzieren (Dreh, Schnitt und Postproduktion). Im Dezember 2005 war der Film in diversen deutschen Kinos zu sehen.

Brienen gönnte sich keine Pause und produzierte Ende 2005 "Hysteria" (Arbeitstitel), in dem Eva Dorrepaal die Hauptrolle spielt.

Filmografie

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