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Echte Schlüsselblume

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Echte Schlüsselblume
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Echte Schlüsselblume (Primula veris)
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Gattung: Primeln (Primula)
Art: Echte Schlüsselblume
Wissenschaftlicher Name
Primula veris
L.
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Echte Schlüsselblume (P. veris), Blüten

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris, Syn.: Primula officinalis) gehört zur Gattung der Primeln (Primula). Weitere Namen sind Frühlings-Schlüsselblume (Schweiz), Wiesen-Schlüsselblume, Arznei-Schlüsselblume und Himmelschlüssel.

Die Bezeichnung Schlüsselblume ist durch die Ähnlichkeit der Blütendolde mit einem Schlüsselbund entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Echte Schlüsselblume ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 bis 30 Zentimetern erreicht und meist in kleineren und größeren Gruppen anzutreffen ist. Sie überwintert mit einem Rhizom. In Rosetten stehen die länglichen, grundständigen und gestielten Laubblätter. Sie können eine Länge bis 15 cm erreichen. Die gezähnten Blätter weisen eine runzlige Sruktur auf. An der Blattunterseite können sie weich behaart oder auch kahl sein. Auffällig ist der blattlose Blütenstängel, in welchen sich die Blätter plötzlich verschmälern und den eine vielblütige (bis zu 20blütig), endständige und einseitswendige hängende Dolde abschließt. Die Merkmale, mit denen sich die Echte Schlüsselblume unter anderem von der Hohen Schlüsselblume unterscheidet, sind die dottergelben, stark duftenden Blüten mit ihren 5 orangefarbenen Flecken (Saftmale) im Schlund der Blüte. Die Hohe Schlüsselblume dagegen duftet weniger stark und der Schlund ihrer Blüten ist goldgelb. Der Blütenkelch ist bei der Echten Schlüsselblume blassgrün, bauchig und glockig, während er bei der Hohen Schlüsselblume eng an den Blütenkronblättern anliegt.

Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni. Die Pflanze wird von Insekten bestäubt, die Samenausbreitung erfolgt durch den Wind.

Vorkommen

Diese kalkliebende Art kommt in ganz Europa und Vorderasien vor, fehlt jedoch weitgehend im Süden der Mittelmeerländer. Als Standorte werden trockene Wiesen, lichte Wälder, Waldränder und Waldschläge bis zu einer Höhe von 1700 m bevorzugt.

Ökologie

Die Primula veris dient mehreren Schmetterlingsraupen als Futterpflanze, darunter der Raupe der Trockenrasenbusch-Bandeule und des Schlüsselblumen-Würfelfalters, beide in ihrem Bestand gefährdete Arten.

Verwendung in der Heilkunde

Wegen des Saponingehaltes werden die Rhizome einschließlich der Wurzeln (Droge: Radix Primulae) arzneilich als Auswurf förderndes Mittel bei Bronchitis verwendet.

Volksmedizinisch werden auch die Blüten (Droge: Flores Primulae) für ähnliche Zwecke verwendet. Die Wirkung ist beruhigend, krampflösend und hilft bei Husten, Migräne und Schlafstörungen.

Weiter sind auch Flavonaoide (etwa Gossypetin, Quercetin ) und Carotinoide, Gerb- und Bitterstoffe enthalten.

Frische junge Schlüsselblumenblättchen können auch Salaten zugesetzt werden.

Hybride

Die Echte Schlüsselblume kann mit der Stängellosen Schlüsselblume Hybride bilden, welche Primula × variabilis genannt werden und sowohl in den morphologischen als auch in den ökologischen Merkmalen zwischen den Elternarten stehen. Leider wird der Hybrid oft übersehen oder falsch bestimmt. Eine wissenschaftliche Arbeit aus der Schweiz zeigt, dass Primula × variabilis im Tessin nicht selten ist und immer mit seinen Stammarten anzutreffen ist.

Sonstiges

Die Rhizome wurden früher auch für Niespulver verwendet. Mit den Blüten der Schlüsselblümen in kochendem Wasser werden in der Schweiz und Österreich auch Ostereier gefärbt. Vom Sammeln der Pflanze sollte man absehen, da sie regional gefährdet ist und beispielsweise nach der deutschen Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt ist.

Der Name Himmelsschlüssel bezieht sich auch darauf, dass diese Pflanze als eines der himmelöffnenden Frühlingskräuter gilt.

Im Volksglauben galt die Echte Schlüsselblume als Schutz- und Fruchtbarkeitsmittel. In der nordischen Mytholgie zählte sie zu den Pflanzen, die von Elfen und Nixen geliebt und beschützt werden. Auch wird von einer Sagengestalt, der Schlüsseljungfrau, berichtet, die auf ihrer Krone einen großen goldenen Schlüssel trägt und der Pflanze die Gabe verleiht, verborgene Schätze aufzuspüren.

Literatur

  • Gertrud Scherf; Wiesenblumen - der etwas andere Naturführer, BLV-Verlag 2004, ISBN 3-405-16909
  • Erich Müller/ Dr. med. Sauter: Hausbuch der Naturmedizin, Pawlak-Verlag
  • Bertram Münker: Wildblumen,Mosaik-Verlag

Weblinks

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