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ESTRACK

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Unter dem Namen ESTRACK (ESA tracking stations) betreibt die europäische Raumfahrtbehörde ESA ein Netz von Funkstationen, die zur Kommunikation mit Satelliten und Raumsonden dienen. Dadurch, dass die Stationen weltweit verteilt sind, ist gewährleistet, dass ein Raumflugkörper jederzeit mit mindestens einer Station Funkverbindung aufnehmen kann.

Zu den Raumfahrtmissionen, die über das ESTRACK gesteuert werden, gehören beispielsweise Herschel/Planck, LISA Pathfinder, Gaia, BepiColombo und Venus Express.

Inhaltsverzeichnis

Bodenstationen

Zur Zeit (Sept 2005) besteht ESTRACK aus acht Bodenstationen, die die Raumflugkörper mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt verbinden. Vier Stationen befinden sich in Europa, zwei in Australien, eine in Afrika und eine auf dem amerikanischen Kontinent:

Australien

Afrika

Europa

Bild:Redu135cassegrp.jpg
Redu 13.5 m Parabolantenne
  • Cebreros, Spanien (40,453°N, 4,368°W)
    Antenne:
    • Durchmesser: 35 m
    • Höhe: 40 m
    • Gewicht: 540 t
    • Frequenzbänder: X-Band (Senden und Empfang), Ka-Band (Empfang)
    • Kosten: 30 M EUR
  • Kiruna, Schweden (67,857°N, 20,964°O)
    zwei Antennen
    • 15 und 13 Meter Durchmesser
    • Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang), X-Band (Empfang)
  • Redu, Belgien (50,003°N, 5,146°O)
    Vier Antennen, davon die größte:
  • Villafranca del Castillo, Spanien (3.95°W, 40.44°N)
    Fünf Antennen, davon die beiden größten:

Amerika

Kooperation

Neben den eigenen Stationen nutzt die ESA auch Bodenstationen anderer Organisation. Dies sind unter anderem:

  • Malindi in Kenia in Zusammenarbeit mit der Universität von Rom,
  • Spitzbergen in Norwegen in Zusammenarbeit mit Konsberg Spacetec,
  • Santiago in Chile in Zusammenarbeit mit dem Raumforschungszentrum der Universität von Chile.

Erweiterung

Je höher der Antennengewinn der Bodenstationen, desto geringer der technische Aufwand für die Sende- und Empfangssysteme der Raumflugkörper. Dies äußert sich beispielsweise in geringerer Sendeleistung und Empfängerempfindlichkeit, was den Energiebedarf verringert. Außerdem vergrößert sich die Reichweite im Fall von interplanetarischen Missionen. Allerdings verkleinert sich mit zunehmendem Antennengewinn im Allgemeinen der Sichtbereich der Antenne, so dass mehr Aufwand für das sichere Auffinden des Satelliten am Himmel investiert werden muss.

In Spanien und Australien stehen sogenannte Deep-Space-Parabolantennen mit einem Durchmesser von 35 m. Um eine unterbrechungslose Verbindung zu einer weit entfernten Raumsonde aufrecht zu erhalten, wäre eine weitere Station auf dem amerikanischen Kontinent notwendig. Im Gespräch hierfür sind Kanada oder Chile.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA betreibt unter dem Namen Deep Space Network ein ähnliches Netz.

Weblinks

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