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Duluth (Minnesota)
Aus Kefk.
| Duluth | |
|---|---|
| Lage der Stadt in Minnesota | |
| Basisdaten | |
| Gründung: | 1679 |
| Staat: | Vereinigte Staaten |
| Bundesstaat: | Minnesota |
| County: | St. Louis County |
| Zeitzone: | Central Standard Time (UTC-6) |
| Einwohner Stadt: - Metropolregion: | 86.918 (2000) 244.000 |
| Fläche: | 226,2 km² davon 176,2 km² Land |
| Webseite: | ci.duluth.mn.us |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Herb Bergson |
Duluth [dəˈluːθ] ist eine Stadt in Minnesota, USA mit rund 87.000 Einwohnern. Sie ist Verwaltungssitz des St. Louis County und liegt am westlichsten Punkt des Oberen Sees.
Zusammen mit Superior bildet Duluth die Two Ports genannte Metropolregion, die über einen gemeinsamen Hafen verfügt. Dieser ist über den Sankt-Lorenz-Seeweg mit dem Atlantik verbunden und erreicht eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Hauptumschlagsgüter sind Rohstoffe aus dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, vor allem Eisenerz, Getreide, Kohle, Öl und Holz.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Frühe Besiedlung
Die Ureinwohner Amerikas bewohnten die Gegend um Duluth bereits vor tausenden von Jahren. Es wird vermutet, dass die ursprünglichen Einwohner zu den Paleo-Indianer gehörten. Vor etwa 2000 Jahren bewohnten die Woodland-Völker, die für ihre Hügelgräber und Töpferwaren bekannt waren, die Gegend. Sie bauten auch Wildreis an, eine Frucht die heute noch von Ojibwa-Stämmen in der Gegend angebaut und verkauft wird. Einer der ersten Europäer in diesem Gebiet war der Franzose Pierre-Esprit Radisson, der in den 1650er und 1660er Jahren den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten erforschte.
1679 kam Daniel Greysolon, Sieur du Lhut in die Gegend des heutigen Duluth. Sein Ziel war es, die Konflikte zwischen den ansässigen Indianervölkern der Dakota und Ojibwa beizulegen, um den Pelzhandel in der Region vorantreiben zu können. Durch sein Verhandlungsgeschick konnte für Frieden zwischen den Völkern sorgen und seine Pelzgeschäfte absichern. 1692 richtete die Hudson’s Bay Company einen kleinen Handelsposten bei Fond du Lac ein.
Erst 1792 wurde der nächste Handelsposten auf der zu Wisconsin gehörenden Seite des St. Louis River von Jean Baptiste Cadotte von der North West Company eröffnet. Allerdings zerstörte ein Feuer den Posten im Jahre 1800, doch der deutsche Auswanderer Johann Jakob Astor errichtete auf der Flussseite Minnesotas einen neuen. Das Geschäft lief jedoch sehr schlecht, da die Indianer am Pelzhandel mit den bekannten englischen und französischen Partnern festhielten. Allerdings konnte Astor den US-Kongress überzeugen, Ausländern den Handel auf amerikanischem Boden zu verbieten und somit den Handel für seine American Fur Company wieder rentabel machen.
Mit zwei Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und den Ojibwe (Chippewa) wurden die Besitzverhältnisse geklärt. In der Treaty of Washington (1826) und der Treaty of Fond du Lac (1847) wurden den Ojibwa Indianerreservationen zugeteilt.
Entwicklung der Stadt
Großes Interesse zog die Region auf sich, als in den 1850er Jahren Gerüchte über Kupfervorkommen aufkamen. Zahlreiche Siedler ließen sich in der noch namenlosen Stadt nieder, obwohl noch kein Abkommen mit den indianischen Völkern über das Anrecht an den Bodenschätzen geschlossen worden war. 1856 erhielt die Siedlung den Namen Duluth und wurde Verwaltungssitz des Countys.
Zur selben Zeit ermöglichten neu errichtete Kanäle und Schleusen großen Schiffen die Zufahrt nach Duluth. Darüber hinaus wurde auch eine Straße gebaut, die Duluth mit den Twin Cities verband. Zahlreiche kleine Vororte bildeten sich um die Stadt.
Als gegen 1857 die Kupfervorkommen knapp wurden, konzentrierte sich die Region auf die Forstwirtschaft. Eine US-weite Finanzkrise ließ drei Viertel der frühen Einwohner der Stadt abwandern. 1859 reduzierte eine Scharlach-Epidemie die Bevölkerung weiter.
Ende der 1860er Jahre konnte der Unternehmer Jay Cooke die Lake Superior and Mississippi Railroad von der Erweiterung der Bahnstrecke von St. Paul bis nach Duluth überzeugen. Die neugebaute Bahnstrecke eröffnete auch dem Eisenerzabbau nordwestlich von Duluth neue Transportwege. Zu Beginn des Jahres 1869 lag die Bevölkerung bei vierzehn Familien, am Unabhängigkeitstag (4. Juli) waren es bereits 3.500 Menschen.
20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert wuchs die Stadt weiter, sodass auch die Hänge um die Stadt besiedelt wurden. Der Hafen stieg zu einem der wichtigsten Häfen der Vereinigten Staaten auf und überholte in Bezug auf die verladene Bruttoraumzahl den Hafen von New York City. Inzwischen waren in der Stadt schon zehn Zeitungen, sechs Banken und ein elfstöckiger Wolkenkratzer vorhanden. 1907 kündigte US Steel an, in der Region ein neues Stahlwerk errichten zu wollen.
Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts war die Stadt eine industrielle Hafenstadt mit einer Zementfabrik, einer Nagelfabrik, Drahtwalzwerken und der Stahlwerk. Im Ersten Weltkrieg wurde an bis zu acht Schiffen gleichzeitig gearbeitet. Um die Docks am St. Louis River siedelten sich zahlreiche Bewohner an. Bis heute ist die Gegend als Riverside bekannt. Weitere industrielle Vorhaben wurden während des Zweiten Weltkrieges verwirklicht. Das Bevölkerungswachstum schritt während und nach dem Zweiten Weltkrieg voran. Die Einwohnerzahl erreichte 1960 mit 106.884 Einwohnern ihren Höchststand.
Wegen ausländischer Konkurrenz schloss die Stahlfabrik 1971, was einen heftigen Rückschlag für die Stadt bedeutete. Andere Industrien, wie auch die Air Force-Basis, folgten mit weiteren Schließungen. Innerhalb eines Jahrzehnts stieg die Arbeitslosenquote auf 15 Prozent.
Mit der Schwächung des industriellen Kerns der Stadt verlagerte sich die wirtschaftliche Tätigkeit auf den Tourismus. Die Innenstadt wurde neu gestaltet; alte Warenhäuser am Flussufer wurden in Cafés, Einkaufsläden und Restaurants umgewandelt und bildeten den Canal Park, einen vor allem auf den Tourismus ausgerichteten Bezirk.
Gegenwart
Die Region Duluth-Superior hat die wirtschaftliche Krise größtenteils überwunden und bildet heute das Zentrum des nordöstlichen Minnesota. Es ist ein Haupttransportort für die Verschiffung von Kohle, Eisenerz und landwirtschaftliche Produkte.
Geografie
Nach den Angaben des United States Census Bureau beträgt die Fläche der Stadt 226,2 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig nach Hibbing die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates. Rund 22,1 Prozent (50,0 km²) davon sind Wasserflächen.
Klima
Duluth unterliegt dem Kontinentalklima. Die kalten und langen Winter, sowie kühle Sommer gaben der Stadt den Spitznamen „klimatisierte Stadt“ („the air-conditioned city“). Während der Wintermonate liegen die Temperaturen oft wochenlang unterhalb der Frostgrenze. Durchschnittlich liegt von Dezember bis März eine dauerhafte Schneedecke. Winterstürme werden durch die Lange der Stadt, die zum einen am See, zum anderen von den Berghängen im Westen begrenzt wird, begünstigt. Oftmals können innerhalb kurzer Zeit 30 cm Schnee oder mehr in die Stadt bringen, während weiter im Binnenland bedeutend weniger fällt.
Sommer sind mit Tagestemperaturen von durchschnittlich 20 bis 30 Grad durch die Ostwinde des Sees kühl und angenehm. Weiterhin wird Duluth auch durch das Seeklima des Oberen Sees beeinflusst, wodurch die Jahreszeiten erheblich verzögert auftreten.
| Monat | Jan | Feb | März | Apr | Mai | Juni | Juli | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Durchschnittl. Höchsttemperatur in °C | -8 | -4 | 1 | 9 | 17 | 22 | 24 | 23 | 18 | 11 | 2 | -6 |
| Durchschnittl. Tiefsttemperatur in °C | -18 | -15 | -9 | -2 | 4 | 9 | 13 | 12 | 7 | 2 | -6 | -14 |
Demografie
Nach der Volkszählung im Jahr 2000 leben in Duluth 86.918 Menschen in 35.500 Haushalten und 19.915 Familien. Die Bevölkerungsdichte beträgt 493,3 Einwohner pro km². Ethnisch betrachtet setzt sich die Bevölkerung aus 92 Prozent weißer Bevölkerung sowie kleineren Minderheiten zusammen.
In 26,6% der 35.500 Haushalte leben Kinder unter 18 Jahren, in 41,4% leben verheiratete Ehepaare, in 11,4% leben weibliche Singles und 43,9% sind keine familiären Haushalte. 34,5% aller Haushalte bestehen ausschließlich aus einer einzelnen Person und in 13,3% leben Alleinstehende über 65 Jahre. Auf die gesamte Stadt bezogen setzt sich die Bevölkerung zusammen aus 21,3% Einwohnern unter 18 Jahren, 16,2% zwischen 18 und 24 Jahren, 26,1% zwischen 25 und 44 Jahren, 21,3% zwischen 45 und 64 Jahren und 15,1% über 65 Jahren. Der Median beträgt 35 Jahre. Etwa 53% der Bevölkerung ist weiblich.
Der Median des Einkommens eines Haushaltes beträgt 33,766 USD, der einer Familie 46.394 USD. Das Prokopfeinkommen liegt bei 18.969 USD. Etwa 15,5% der Bevölkerung und 8,6% der Familien leben unterhalb der Armutsgrenze.
Bildung
Duluth ist Sitz verschiedener Hochschuleinrichtungen. Dazu gehört auch die University of Minnesota Duluth, mit 10.500 Studenten die zweitgrößte Universität im University of Minnesota System.
Sehenswürdigkeiten
- Fitger's Brewery, von Percy S. Annecke, einem Sohn der deutschen Einwanderer Fritz Anneke und Mathilde Franziska Anneke ab 1884 aufgebautes Brauereiunternehmen, heute Baudenkmal (National Historic Place) und Hotel
- die Hubbrücke Aerial Lift Bridge
Partnerstädte
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Petrozavodsk, Russland
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Växjö, Schweden
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Ohara, Japan
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Thunder Bay, Ontario, Kanada
Söhne und Töchter der Stadt
- Bill Berry, Schlagzeuger und Mitglied von R.E.M.
- Sidney Buchman, Drehbuchautor und Filmproduzent
- Bob Dylan, Musiker, Sänger und Komponist
- Jamie Langenbrunner, Eishockeyspieler in der NHL bei den New Jersey Devils
- Gena Lee Nolin, Schauspielerin
- Alan Sparhawk und Mimi Parker, Mitglieder der Band Low
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Duluth – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Homepage der Stadt Duluth (englisch)
- Besucherinformationen für Duluth (englisch)
Koordinaten: 46° 47′ 11" n. Br., 92° 6′ 1" w. L.
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