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Dorischer Modus

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Bild:Interval diagram dorian.svg

Dorisch ist einer der vier alten authentischen Modi oder Kirchentonarten. Da seine dritte Stufe eine kleine Terz zum Grundton bildet, hat er einen Moll-ähnlichen Charakter. In seiner Tonleiter liegt ein Halbton zwischen der zweiten und dritten sowie der sechsten und der siebenten Stufe, die anderen Intervalle sind Ganztonschritte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die dorische Tonleiter entstand im antiken Griechenland, hieß dort zunächst jedoch phrygisch. Sie galt bei den alten Griechen als diejenige Skala, die die Moral des Volkes und die Kampfeskraft der Krieger stärkte. Im frühen Mittelalter kam es durch ein Missverständnis zu der Verwechslung mit dem phrygischen Modus. Das Dorische wurde später in der christlichen Kirchenmusik des Mittelalters, aber auch im Minnesang (z. B. Neidhart von Reuental) und in Volksliedern verwendet. Heute noch findet man es sehr oft im Jazz (bekannteste Aufnahme: „So What“ auf dem Album Kind of Blue von Miles Davis).

Die Tonart D-Dorisch enthält die Stammtöne der westlichen Musik, denen auf Tasteninstrumenten die weißen Tasten entsprechen.

Ein Beispiel für die Verwendung der dorischen Tonleiter im Volkslied ist „What shall we do with the drunken sailor“. Zwei Beispiele aus der Popmusik sind „I feel love“ von Jimmy Somerville, das in a-Dorisch geschrieben ist, und das in h-Dorisch verfasste „Sweet Lullaby“ von Deep Forest. Auch der Refrain bei „Stayin' Alive“ von den Bee Gees ist in f-Dorisch.


Verwendung in der Rockmusik

Besonders häufig verwendet wurde die dorische Tonleiter in der Instrumental-Improvisation in der Rockmusik der siebziger Jahre. Die dorische Tonleiter passt unter anderem deswegen gut in die Rockmusik, da sie viele gemeinsame Töne mit der Bluestonleiter hat wie etwa die kleine Terz und die große Sext. Wichtige Beispiele finden sich etwa auf der zweiten Hälfte des Albums "Live At Fillmore East" von der Allman Brothers Band oder bei Pink Floyd in dem Instrumentalstück "Any Colour You Like" von der LP Dark Side Of The Moon. Aber auch Begleitpatters bei Instrumental-Passagen greifen besonders in den siebziger Jahren gerne auf dorisches Tonmaterial zurück wie etwa die E-Piano-Akkordzerlegungen in "School" von Supertramp (Vgl. LP "Crime Of The Century").

Systematik

Die Tonabstände innerhalb von Moll und Dorisch stimmen weitgehend überein, der Unterschied liegt nur in der sechsten Stufe:

   ...6-x-1-xx-x-x6-x-1-xx-x-x6-... (Moll) [1]
   ...-6x-1-xx-x-x-6x-1-xx-x-x-6... (Dorisch)

Dorisch ist vollkommen symmetrisch:

      x-xx-x-x-xx-x  (Dorisch)
      D_ef_g_a_hc_D  (d-Dorisch)

Beispiele für dorische Kirchenlieder

Name Nr. im „Gotteslob Nr. im EG
O Heiland, reiß die Himmel auf 105 7
Christ ist erstanden 213 99

Hörbeispiel

Bild:Loudspeaker.svg    Tonleiter in c-Dorisch ?/i

Weblinks

  1. Über die Notation siehe: Tonleiter mit Strichen
Persönliche Werkzeuge