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Domino (Spiel)

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Dominopartie
Aufwändig gearbeitete Dominosteine besitzen in der Mitte kleine Noppen, sodass die Steine zur Erleichterung des Mischens nicht ganz flach auf dem Tisch zu liegen kommen. Dominoleisten hindern die Steine am Umfallen.
Aufwändig gearbeitete Dominosteine besitzen in der Mitte kleine Noppen, sodass die Steine zur Erleichterung des Mischens nicht ganz flach auf dem Tisch zu liegen kommen. Dominoleisten hindern die Steine am Umfallen.
Bild:Albert Anker 001.jpg
Albert Anker: Das Mädchen mit den Dominosteinen, 2. Hälfte des 19. Jh.
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Alle Steine eines 18er Dominospiels
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Spielsteine aus Walknochen
Die 32 Steine des chinesischen Dominospiels
Die 32 Steine des chinesischen Dominospiels
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Dominoeffekt

Domino ist ein Legespiel mit rechteckigen Spielsteinen, meist aus Holz oder Kunststoff. Professionelle Spielsteine können eine Größe von ca. 56 x 28 x 13 mm haben. Die Steine sind in zwei Felder geteilt, auf welchen zwischen null und 18 Augen in jeweils allen möglichen Kombination abgebildet sind. Die Augenzahlen verschiedener Felder sind oft unterschiedlich coloriert, um das Spielen zu erleichtern. Nach der höchsten Augenzahl im Spiel unterscheidet man Doppel-6er, Doppel-9er, Doppel-12er, Doppel-15er und Doppel-18er Dominosets.

Die Anzahl der Spielsteine errechnet sich aus [(n+1)×(n+2)]÷2, wobei n für die höchste im Spiel vorhandene Augenzahl steht. Das Doppel-6er Domino enthält somit [(6+1)×(6+2)]÷2 = 28 Steine, die größeren Sets enthalten 55, 91, 136 oder 190 Steine.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Herkunft des Dominospiels ist unklar. Chinesische Wurzeln und der Import der Steine durch Marco Polo werden vermutet, lassen sich aber nicht mit letzter Sicherheit belegen. Der Name zumindest lässt auf klösterliche Abstammung schließen, da er einmal von jenem langen schwarzen Mantel stammen kann, welcher scherzhaft als Domino bezeichnet wurde, oder aber von benedicamus domino, dem Siegesruf eines leidenschaftlich spielenden Abtes.

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts erschien in der Schweiz die erste Domino-Fach- und Satire-Zeitung "Das schwarze Auge", redigiert von Grossmeister (GM) Beat Melcher.

Der erste deutsche Dominosportverein "FIDO Deutschland e.V." wurde am 22. August 2004 in Hagenow gegründet.

Regel

Die Grundregel der meisten Dominospiele besteht darin, abwechselnd Steine mit Feldern mit gleicher Augenzahl aneinanderzufügen. Es beginnt der Spieler mit dem höchsten Doppelstein (z. B. bei einem Doppel-6er-Domino mit 6/6), nachdem zuvor die Steine verdeckt gemischt und verteilt wurden. Je nach Anzahl der Teilnehmer bleiben Steine übrig, die den sogenannten Talon bilden. Wer nicht anlegen kann, zieht zwei Steine aus dem Talon oder setzt aus, sobald dieser aufgebraucht ist. Wer zuerst alle Steine angelegt hat, ist Sieger. Ihm werden die Augenzahlen der übrigen Steine der Mitspieler als Pluspunkte gutgeschrieben. Manche Varianten werden auch mit einem "Divisor" gespielt. In diesem Fall erhält der Spieler Zusatzpunkte, wenn nach seinem Zug die Summe der Augen an allen Enden der Dominoschlange ohne Rest durch den Divisor geteilt werden kann. Übliche Divisoren sind:

  • 9er-Domino: Divisor 5
  • 12er-Domino: Divisor 7
  • 15er-Domino: Divisor 9
  • 18er-Domino: Divisor 11

Beispiel: Wenn bei einem Spiel mit dem 12er-Domino die Summen der freien Enden in der Dominoschlange gleich 21 ist, nachdem ein Spieler seinen Stein angelegt hat, so erhält dieser 21 durch 7 = 3 Bonuspunkte.

Wie mit Spielkarten und Würfeln, so können auch mit Dominosteinen sehr viele verschiedene Spiele gespielt werden. Gewinner ist meist, wer zuerst alle seine Steine abgelegt hat. Einige Varianten heißen:

  • Ungarisches Domino (Man darf so lange anlegen, wie man kann. Erst dann ist der Mitspieler an der Reihe)
  • Italienisches Domino (Die Summe der Augen zweier Steine spielt eine Rolle)
  • Französisches Domino (Die Steine werden nicht nebeneinander, sondern übereinander gelegt und eine Hälfte jeweils sichtbar gelassen)
  • Bukidomino, ein in Wien Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes Glücksspiel.
  • Domino Whist, eine Variante des Blockdominos für vier Spieler in zwei Partnerschaften
  • Pai Gow, ein Glücksspiel mit den 32 Steinen des chinesischen Dominospiels, das in Spielbanken in den USA, Macao und Australien angeboten wird
  • Dominosa, ein Solospiel, erfunden von O.S.Adler, der die Anfangsbuchstaben seines Namens anhängte, verläuft ähnlich wie eine Patience.
  • Bilderdomino, eine Kindervariante mit Bilderaufdruck, meist als Lernspiel gedacht.

Daneben wurden viele Kartenspiele für das Spiel mit Dominosteinen adaptiert, so z.B. Poker, Einundzwanzig, Euchre, Cribbage, Auction Pitch (unter dem Namen "Forty Two"), Pinochle, Bézique (unter dem Namen "Bingo"), Loo, Hearts, ..., ebenso wie Patiencen.

Diese Spiele wurden vor allem im amerikanischen Bible Belt entwickelt, da dort Spielkarten als "the devil's prayer book" verpönt sind, das Spiel mit Dominosteinen aber (gerade noch) toleriert wird. Umgekehrt findet sich das von den Dominospielen her bekannte Anlegen auch in gewissen Kartenspielen, so in Fan Tan, das darum auch als Kartendomino bekannt ist.

Domino wird in der Karibik mit 4 Spielern gespielt (vgl. Domino Whist). Ähnlich wie bei dem deutschen Skat ist es wichtig, sich zu merken, welche Steine von welchem Spieler herausgelegt wurden. Spielt man diese Version des Domino, so erkennt man relativ schnell, dass es sich hier nicht mehr um ein Kinderspiel handelt. Ziel ist es, seine Steine als erstes abzulegen. Jeder legt im Uhrzeigersinn jeweils einen Stein ab, falls überhaupt angelegt werden kann. Falls nicht, muss man solange aussetzen, bis man anlegen kann. Auf alle Fälle ist das Dominospiel, wie es in der Karibik gespielt wird, ein hochinteressantes Spiel.

African Dominoes bezeichnet keine Form des Dominospiels, sondern Spielwürfel mit scharfen, d.h. nicht abgerundeten Kanten, welche beim Craps verwendet werden.

Mathematische Denksportaufgaben

Bei solchen Aufgaben sind vorgegebene Figuren zu bilden, bei denen die Augensummen in den entstehenden Zeilen und Spalten (und manchmal auch Diagonalen) gleich sind oder eine andere Bedingung erfüllen. Zusätzlich können Einschränkungen erfolgen, welche Dominosteine für die Aufgabe verwendet werden dürfen.

Geschicklichkeitsspiel

Dominosteine können an ihrer Schmalseite aufgestellt werden, wobei sie sich dann in einem labilen Gleichgewicht befinden. Das bedeutet, dass ein solcher Dominostein durch einen leichten Stoß umgeworfen werden kann und dabei auch benachbarte Steine zum Fallen bringt (Domino-Effekt). Dieser Vorgang wird verwendet, um eine ganze Reihe oder auch Fläche derart aufgebauter Steine durch Anstoßen eines einzigen Steins zum Umfallen zu bringen. Das Geschicklichkeitsspiel besteht dabei natürlich nicht im Umfallen lassen, sondern im Aufstellen der Steine.

Für dieses Spiel werden häufig Steine ohne Augenaufdruck verwendet. Wenn die Steine in verschiedenen Farben gefärbt sind, ergeben sich beim Umfallen interessante grafische Effekte.

siehe auch: Domino Day

Domino-Weltmeister

Wie wird man Domino-Weltmeister? Immer zum Jahresende findet eine dezentrale FIDO-Domino-Weltmeisterschaft statt. Das heißt überall dort, wo sich Gruppen zu fünf Spielern zusammenfinden. Diese spielen drei Runden mit einem Zwölfer-Dominospiel auf Divisor Sieben. Die Ergebnisse der drei Spiele werden an FIDO eingesandt, wo die Auswertung vorgenommen und der Weltmeister am darauffolgenden Tag bekanntgegeben wird.

Bisherige Domino-Weltmeister

  • 2006: Marina Despotovic, Schweiz
  • 2005: Irène Bader, Schweiz
  • 2004: Walti Bader, Schweiz
  • 2003: Ingo Rickmann, Deutschland
  • 2002: Verena Huser, Schweiz
  • 2001: Luzia Würsch, Schweiz
  • 2000: Walti Bader, Schweiz
  • 1999: Roland Behring, Deutschland
  • 1998: Frank Lindemann, Deutschland
  • 1997: Roswitha Siedelberg, Deutschland
  • 1996: Sigrid Sagevik, Norwegen
  • 1995: Anne Marie Hartvigsen, Norwegen

Maria-Theresa-Cup

Die nach der WM zweitwichtigste jährliche Wettkampf-Veranstaltung im europäischen Domino-Sport ist noch vor der Europameisterschaft der Maria-Theresa-Cup, der erstmals 2002 im schleswig-holsteinischen Hochdonn ausgespielt wurde. Seitdem fand er jeweils im Spätsommer in Kollow (Schleswig-Holstein), Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) und Schwarmstedt (Niedersachsen) statt.

Weblinks

Literaturverzeichnis

  • Michael Engel: Das große Humboldt Domino-Buch, Humboldt-Verlag, Baden-Baden, 2004
  • Miguel Lugo: How to Play Better Dominoes, Sterling Publishing Co., Inc. New York, 1998
  • Albert H. Morehead, Richard L. Frey, Geoffrey Mott-Smith: The New Complete Hoyle Revised, Doubleday, New York 1991
  • Reiner F. Müller: Spielend Domino lernen. Grundregeln und Variationen, Falken Verlag Niedernhausen/Ts 1994
  • David Pritchard: Das große Familienbuch der Spiele, Nikol Verlag, 1996
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