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Dombrücke
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Die Dombrücke war eine Eisenbahn- und Straßenbrücke über den Rhein in Köln und die direkte Vorgängerin der heutigen Hohenzollernbrücke. Sie wurde von 1855 bis 1859 gleichzeitig mit dem ersten „Centralbahnhof“ auf der Maximinenstraße und einer neuen ebenerdigen Gleistrasse durch die Altstadt angelegt.
Die Dombrücke lag bei Rheinstromkilometer 688,5 in der Längsachse des Kölner Doms. Die Lage des heutigen südlichen Brückenteils der Hohenzollernbrücke entspricht etwa der Lage der Bahnbrückenteils der Dombrücke.
Die Dombrücke wurde auch „Feste Brücke“ genannt, weil sie, im Gegensatz zur mittelalterlichen „Fliegenden Brücke“, einer Pendelfähre, und der preußischen Deutzer „Schiffsbrücke“, einer Ponton-Konstruktion, nach der römischen Brücke aus dem 4. Jahrhundert die erste „feste“ Brücke war. Es war nach der Römerzeit der erste feste Rheinübergang zwischen Basel und den Niederlanden.
Bis zum Bau der Dombrücke endeten die verschiedenen rechts- und linksrheinischen Bahnlinien auf den gegenüberliegenden Rheinufern ohne direkte Verbindung. Reisende und Güter mussten den Rhein über die einzige Schiffsbrücke überqueren. Insbesondere die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft drängte zu einem Brückenbau. Auch die Stadt hatte aufgrund des steigenden Verkehrs mit den rechtsrheinischen Gebieten Interesse an einer Straßenbrücke und beteiligte sich an den Kosten. Die Brücke wurde also in zwei Zügen mit einer Straßenbrücke (südlich, stromauf) und einer zweigleisigen Bahnbrücke (nördlich, stromab) gebaut. Der Straßenteil endete mit einer geraden Rampe unterhalb des Domchores.
Mit den Erdarbeiten begann man am 6. Juni 1855, die Grundsteinlegung fand am 3. Oktober 1855 statt, eingeweiht wurde die Brücke am 3. Oktober 1859. Die von dem Berliner Hofbaurat Heinrich Strack entworfenen Brückenportale sollen allerdings erst nach der offiziellen Inbetriebnahme fertiggestellt worden sein, sie waren in grauem Sandstein gehalten.
Die Brücke überspannte den Rhein mit vier Öffnungen, die jeweils 99 Meter breit waren. Die Breite betrug 16,73 m (davon 8,16 m für zweigleisigen Eisenbahnbetrieb, 8,47 m für Straßenbrücke). Die Eisenkonstruktion stammte von Wasserbauinspektor Hermann Lohse. Es handelte sich um insgesamt acht so genannte Gitterträger (je zwei nebeneinander und vier hintereinander), deren Seiten aus einem engmaschigen Netz von diagonalen Stäben bestanden. Weil die Brücke damit an einen Käfig erinnerte und zudem mit schweren Eisentoren verschlossen werden konnte, wurde sie im Volksmund auch "Mausefalle" (Mundart: „Muusfall“) genannt. Die Baukosten wurden vierzig Jahre später auf fast 12 Millionen Mark beziffert, dürften also 1859 bei fast 4 Millionen (preußischen) Talern gelegen haben.
Die Brücke genügte nach rund einem halben Jahrhundert und dem Neubau des Hauptbahnhofs (1894) nicht mehr den erhöhten Anforderungen, wurde von 1908 bis 1910 in Etappen abgebrochen und durch die 1911 fertiggestellte Hohenzollernbrücke ersetzt.
Literatur
- Maertens, Hermann: Die deutschen Bildsäulen-Denkmale des XIX. Jahrhunderts, Stuttgart 1892, S. 59
- Mehrtens: Der deutsche Brückenbau im XIX. Jahrhundert. Berlin: Springer, 1900
- Breuer: Die ersten preußischen Eisenbahnbrücken: Dirschau Marienburg Köln, 1988
Weblinks
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