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Doktor Schiwago (Roman)

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Doktor Schiwago (russisch Доктор Живаго, wissenschaftl. Transliteration: Doktor Živago, andere Transskriptionsweisen: Doktor Shiwago, Doktor Zhivago) ist ein Roman von Boris Pasternak (Literatur-Nobelpreis 1958), der 1965 von David Lean mit Omar Sharif und Julie Christie in den Hauptrollen verfilmt wurde (Fünf Oscars, siehe Doktor Schiwago (Film)). Die russische Originalversion des Romans erschien 1957 bei „Giangiacomo Feltrinelli Editore" in Mailand und durfte in der Sowjetunion wegen seines Inhalts erst 1987 erscheinen. Im Ausland erschien „Doktor Schiwago" jedoch außer in der Originalversion noch in 18 anderen Sprachen.

Pasternak hatte von 1946–1955 an seinem ersten und einzigen Roman gearbeitet.

Hauptpersonen des Romans sind der Arzt und (Hobby-) Dichter Juri Andrejwitsch Schiwago und seine Geliebte Lara. Die Handlung beginnt 1903 und endet 1929; ein Epilog führt ins Kriegsjahr 1943.

Der Roman schildert Schiwagos Entwicklung (siehe Entwicklungsroman), vor allem die von einem sozialistisch Gesinnten zum Dissidenten.

Inhalt

Die Handlung beginnt 1903 in Russland zur Zarenzeit. Hauptpersonen sind der Arzt und Dichter Jurij Schiwago und seine Geliebte Lara Guichard. Als Waise wächst der junge Jurij bei einer Pflegefamilie auf. Seine Leidenschaft gehört der Dichtkunst, doch er studiert Medizin und wird Arzt. Er heiratet Tonja, die Tochter der Pflegeeltern. Gleichzeitig wird die Geschichte von Lara Antipova erzählt, die mit ihrem Bruder bei ihrer Mutter aufwächst. Viktor Komarovskij ist der Liebhaber ihrer Mutter, er verführt auch Lara und macht sie von sich abhängig. Sie heiratet Pawel Antipov, den sie aus der Schulzeit kennt und sie ziehen in den Ural, auch um sich vom Einfluss Komarovskijs zu befreien. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges wird Jurij an der Front als Arzt gebraucht, wo er Lara kennenlernt. Sie hat sich freiwillig als Krankenschwester gemeldet um nach ihrem Mann zu suchen. Sie verlieben sich in einander, doch ihre Wege trennen sich nach der Zeit im Lazarett. Juri kehrt zu seiner Familie zurück. Nach einem Umzug trifft er Lara in einer nahe gelegenen Stadt. Sie bleiben stets in Kontakt und ihre Beziehung wird immer enger. Eines Tages wird Jurij von sowjetischen Partisanen entführt, die ihn im Krieg als Feldarzt brauchen. Nach langer Zeit kann er schließlich fliehen und kehrt zu Lara zurück. Seine Familie ist wieder nach Moskau gezogen. Aus einem Brief erfährt er, dass sie emigriert ist und er sie wohl nie wieder sehen wird. Er zieht mit Lara auf das alte Anwesen, sie lieben sich und wollen für immer zusammen bleiben. Die Beiden schweben jedoch in höchster Gefahr, da Laras Mann bei den Kommunisten in Ungnade gefallen ist. Komarovskij taucht auf und bietet seine Hilfe an. Er überredet Lara mit ihm ins Ausland zu fliehen, Jurij unterstützt dies um Laras Sicherheit Willen. Er leidet sehr unter der Abwesenheit Laras. Nach einiger Zeit kehrt er zurück nach Moskau, wo er mit Maryna zusammen lebt. Er vermisst Lara jedoch immernoch sehr und wird geistig und körperlich immer schwächer. Nachdem er geglaubt hat, Lara gesehen zu haben, stirbt er auf offener Straße an einer Herzkrankheit. Nach seinem Tod unterstützt Lara Jurijs Halbbruder Jewgraf bei der Sichtung und Veröffentlichung von Jurijs Unterlagen und Gedichten.

Vor- und Nachgeschichte

Schon 1934 soll Pasternak sich nach einem „ganz gewöhnlichen Roman“ gesehnt haben, der „einige unansehnliche und armselige Worte des Alltags enthalten sollte“.

Mit der Arbeit begann er 1946, 1955 war der Roman fertig.

Die russische Originalversion erschien 1957 bei „Giangiacomo Feltrinelli Editore“ in Mailand. Später bot Pasternak sein Werk der russischen Zeitschrift „Nowy Mir“ an, die, wie zu erwarten gewesen war, ablehnte.

Das Buch durfte in der Sowjetunion wegen seines Inhalts bis 1987 (siehe Perestroika) nicht erscheinen. Im Ausland erschien „Doktor Schiwago“ jedoch außer der Originalversion noch in 18 anderen Sprachen.

Als Pasternak 1958 der Nobelpreis für Literatur „für seine bedeutende Leistung sowohl in der zeitgenössischen Lyrik als auch auf dem Gebiet der großen russischen Erzähltradition“ – also wohl vorwiegend für „Doktor Schiwago“ – verliehen werden sollte, nahm er diesen zwar zunächst an, lehnte aber später auf Druck der sowjetischen Obrigkeit ab. Pasternak wollte, wie aus einem persönlichen Brief an Chruschtschow hervorgeht, trotz aller Angriffe auf ihn und seine Arbeit auf keinen Fall Russland verlassen.

Pasternaks Sohn nahm 1989 in einer besonderen Zeremonie den Nobelpreis in Stockholm stellvertretend an.

Möglicherweise stellt Pasternak selbst das Vorbild für Schiwago dar, Parallelen in ihrem Leben sind aber allenfalls am Alter – Schiwago scheint nur ungefähr drei Jahre jünger zu sein als sein Erfinder – zu entdecken. </br> Das Vorbild für Lara soll jedenfalls Pasternaks langjährige Geliebte Olga Iwinskaja gewesen sein (Olga Iwinskaja: Meine Zeit mit Pasternak. Lara. Hamburg: Hoffmann u. Campe. 1978. ISBN 3-455-03643-0.)

Eine deutsche Ausgabe des „Doktor Schiwago“: ISBN 3-596-29519-x

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