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Distickstofftetroxid
Aus Kefk.
| Strukturformel | ||
|---|---|---|
| Bild:Dinitrogen-tetroxide-3D-balls.png | ||
| Allgemeines | ||
| Name | Distickstofftetroxid | |
| Andere Namen | Stickstofftetroxid | |
| Summenformel | N2O4 | |
| CAS-Nummer | 10544-72-6[1] | |
| Kurzbeschreibung | Durchsichtige Flüssigkeit, meistens durch gelöstes Stickstoffdioxid NO2 gelbbraun gefärbt | |
| Eigenschaften | ||
| Molmasse | 92,011 g·mol−1[1] | |
| Aggregatzustand | flüssig | |
| Dichte | 1,45 g/cm3[1] | |
| Schmelzpunkt | -11,25 °C[1] | |
| Siedepunkt | 21,10 °C[1] | |
| Dampfdruck | 1 bar[1] (20 °C) | |
| Löslichkeit |
löslich in Wasser[1] | |
| Sicherheitshinweise | ||
| Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. 1 | ||
|
| ||
| R- und S-Sätze | R: 26-34 | |
| S: (1/2-)9-26-28-36/37/39-45 | ||
| weitere Sicherheitshinweise | ||
| MAK | ? | |
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||
Distickstofftetroxid N2O4 ist eine farblose Flüssigkeit. Es ist das Dimer des Stickstoffdioxids, NO2.
Distickstofftetroxid wird unter seinem Trivialnamen Stickstofftetroxid in der Raumfahrt und Raketentechnik als ohne Kühlung lagerfähiges und hypergol mit Hydrazin und seinen Derivaten reagierendes Oxidationsmittel (Oxidator) verwendet.
Inhaltsverzeichnis |
Eigenschaften
Distickstofftetroxid ist eine im reinen Zustand farblose, ätzende und stark oxidierend wirkende Flüssigkeit. Die kritische Temperatur für N2O4 beträgt 157,85 °C und der kritische Druck liegt bei 10 MPa. Oberhalb von 21,2 °C zerfällt ein Molekül N2O4 in zwei Moleküle NO2. Das rotbraune, paramagnetische NO2 steht mit dem farblosen, diamagnetischen Distickstofftetroxid N2O4 im Gleichgewicht, wobei sich dieses Gleichgewicht mit zunehmender Temperatur nach links verschiebt:
- Parser-Fehler (Unbekannter Fehler\rightleftharpoons): \mathrm{2\,NO_2 \ \rightleftharpoons \ N_2O_4 \quad \Delta H=-57~{\rm kJ/mol}}.
N2O4 und NO2 verhalten sich wie ein gemischtes Anhydrid der Salpetersäure und der salpetrigen Säure. Mit Alkalihydroxidlösungen bilden sie Nitrate und Nitrite, z. B:
Herstellung
Technisch wird Stickstoffdioxid als Zwischenprodukt bei der Salpetersäuresynthese durch Luftoxidation von Stickstoffmonoxid NO gewonnen. Durch Abkühlen unter 21,2 °C dimerisiert dieses zu Stickstofftetroxid. Im Labor kann es analog gewonnen werden oder alternativ durch Reduktion von konz. Salpetersäure mit Kupfer oder durch Erhitzen von Schwermetallnitraten, v. a. Bleinitrat, im Sauerstoffstrom.
Verwendung
Distickstofftetroxid wird unter dem Trivialnamen Stickstofftetroxid seit den 1950er Jahren in vielen Raketen als ohne Kühlung lagerfähiges Oxidationsmittel (Oxidator) verwendet. Zusammen mit Hydrazinderivaten als Reduktionsmittel bildet es die einzigen bei Träger- und Interkontinentalraketen verwendeten hypergolischen Treibstoffmischungen. So wurde es z. B. zusammen mit Hydrazin und UDMH als Treibstoff der Mondlandefähren im amerikanischen Apollo-Programm verwendet.
Zuerst wurde Distickstofftetroxid als lagerfähiger Oxidator bei den Interkontinentalraketen der zweiten Generation wie der Titan II verwendet, die dadurch immer vollgetankt und einsatzbereit auf ihren sofortigen Start warten konnten. Danach kam Distickstofftetroxid bei den aus diesen Interkontinentalraketen abgeleiteten Trägerraketen und zahlreichen neuentwickelten Trägerraketen bis heute zum Einsatz. Außerdem ist Distickstofftetroxid der Standardoxidator von Satelliten und Raumsonden.
Siehe auch:
Quellen
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