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Dippoldiswalde
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Bild:Dippoldiswalde wappen.png |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Weißeritzkreis | |
| Koordinaten: | Koordinaten: 50° 54′ N, 13° 40′ O50° 54′ N, 13° 40′ O | |
| Höhe: | 375 m ü. NN | |
| Fläche: | 63,37 km² | |
| Einwohner: | 10.727 (30. Dez. 2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 169 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01744 | |
| Vorwahl: | 03504 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DW | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 90 080 | |
| Stadtgliederung: | 10 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 2 01744 Dippoldiswalde | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ralf Kerndt (Unabhängige Bürger) | |
Dippoldiswalde (umgangssprachlich Dipps genannt) ist eine Stadt mit knapp über 10.000 Einwohnern in Sachsen. Zur Stadt gehören zehn rundherum gelegene Dörfer. Dippoldiswalde an der B 170 ist die Kreisstadt des auch sehr touristisch geprägten Weißeritzkreises.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die Stadt liegt im nördlichen Erzgebirge an der Roten Weißeritz, 20 km südlich von Dresden auf halbem Weg zwischen Dresden und der Grenze zu Tschechien. Von einigen Punkten ergeben sich schöne Aussichten über Täler der Umgebung.
Stadtgliederung
Zur Kreisstadt Dippoldiswalde gehören seit langem die Ortsteile: Berreuth, Elend, Oberhäslich, Reinberg, Reinholdshain und Ulberndorf. Durch die jüngsten Gebietsreformen kamen vor einigen Jahren die Orte Seifersdorf, Paulsdorf, Reichstädt und Malter hinzu.
Geschichte
Die Anlage der 1218 erstmals urkundlich erwähnten Stadt erfolgte wahrscheinlich um 1200. Erfolgreiche Silbererzfunde gaben dem Markgrafen von Meißen (Dietrich der Bedrängte) Anlass zur Gründung einer Burg, in derem Schutz sich die Stadt entwickelte. Die Namensendung -walde deutet aber darauf hin, dass in Nähe von Burg und Stadt bereits vor 1200 eine kleine bäuerliche Rodungssiedlung bestand.
Der Legende zufolge geht Dippoldiswalde auf einen Einsiedler namens Dippold zurück, der in der Dippoldiswalder Heide am Einsiedlerfelsen gelebt haben soll. Dieser soll die Stadt gegründet haben. Hinter dieser Legende steht vermutlich die Person des als Martyrer († 23. April 997) heilig gesprochenen Bischofs Adalbert von Prag, der in der Gegend eine Einsiedelei gehabt haben soll. Dieser entstammte dem Geschlecht der Dippoldizc aus Böhmen, den damaligen Grundherren.
Die Ergebnisse der aktuellen Heimatforschung führen die Gründung der Stadt zurück auf den Ritter Dippold von Maltitz, der im Elften Jahrhundert die Gegend zuerst besiedelt haben soll, nach anderen Quellen auf Erzsucher die im Auftrag des Grundherren in die Region kamen und die Siedlung begründeten.
1401 besetzte Wilhelm I. in der Dohnaischen Fehde Dippoldiswalde, was damals zur Burggrafschaft Dohna gehörte. 1541 wurde die Lutherische Reformation durchgeführt. 1632 erlitt die Stadt schwere Schäden im Dreißigjährigen Krieg.
Als Standort einer Markgrafenburg nahm Dippoldiswalde bereits frühzeitig Funktionen als Herrschafts-, Verwaltungs- und Handels- bzw. Marktzentrum für die umliegenden Orte wahr. Folgerichtig wurde die Stadt 1874 Sitz der neuen gleichnamigen Amtshauptmannschaft.
Eingemeindungen
- 1973: Berreuth, Ulberndorf
- 1994: Oberhäslich, Reinholdshain
- 1995: Reichstädt
- 2003: Malter
Einwohnerentwicklung
- 1551/54: 122 besessene Mann in der Stadt, 134 besessene Mann in der Vorstadt, 57 Inwohner, insgesamt 1.369 Einwohner
- 1697: 301 Bürger, darunter 155 Protestanten; 250 Wohnstellen und 99 Wüstungen
- 1748: 262 besessene Mann
- 1815: 1.619
- 1834: 2.273, 288 Privathäuser und 67 Scheunen
- 1871: 2.997
- 1890: 3.436
- 1910: 4.255
- 1925: 4.429
- 1939: 4.917
- 1946: 5.937
- 1950: 5.851
- 1957: 5.171
- 1964: 5.968
- 1990 (3. Oktober): 8.990
- 2000 (31. Dezember): 8.525
- 2005 (30. Dezember): 10.763 (Zuwachs der Bevölkerung beruht auf Eingemeindung vorher selbstständiger Orte)
Zusammenstellung nach SCHIFFNER 1840, ZÜHLKE 1966 und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen
Politik
Stadtrat
Partnerstädte
- Bílina (Tschechien)
Wappen
Das Wappen beinhaltet eine Kuriosität. Der im Wappen enthaltene Gründer Dippold ist einer Sage entnommen. Dieser Dippold soll einst in dem Waldgebieten um den Einsiedlerstein in der Heide gelebt haben. Dieser Mann tauchte ab 1588 im Wappen auf. 1669 trug er dann ein Barett und 1730 erhielt er auf der Brust gekreuzte Bänder. Die gekreuzten Bäume mit den Zapfen stammen aus einer anlehnung an das Wappen der Burggrafen von Dohna (zwei gekreuzte silberne Hirschstangen). Das heutige Stadtwappen wurde 1894 erstellt mit folgenden Inhalt: Der Einsiedler erhällt ein blaues Gewand, als Stadtfarben wurden blau und gelb gewählt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- historischer Altstadtkern mit Marktplatz und spätgotischem Rathaus
- Schloss: um 1200 als Markgrafenburg auf einem Bergsporn angelegt, heutiges Erscheinungsbild seit dem 16./17. Jahrhundert, der ab 1530 errichtete Mittelbau ähnelt dem Dresdner Schloss. Neben dem Amtsgericht findet man hier auch die Osterzgebirgsgalerie.
- Stadtkirche St.Marien und Laurentius: Gotische Hallenkirche mit romanischem Westturm und frühbarocker Ausmalung
- Romanische Basilika St. Nikolai aus dem 13. Jahrhundert auf dem Friedhof
- Talsperre Malter
- Lohgerberei: sehenswertes ehem. Wohnhaus von 1756, heute Museum
- mittelalterliche Betsäule vor der Kirche
- Brunnenstube
Museen
Das Lohgerber-, Stadt- und Kreismuseum befindet sich in einer um 1750 erbauten Lohgerberei und erläutert in 22 Ausstellungsräumen Dinge über das Gerberei-Handwerk, die Stadtgeschichte und die Regionalgeschichte des Osterzgebirges. Beliebteste Sonderausstellung ist die alljährliche Weihnachtsausstellung von November bis Februar, die in 15 Ausstellungsräumen osterzgebirgische Volkskunst und viele mechanisch betriebene Modelle zeigt. Das Museum Osterzgebirgsgalerie im Schloss Dippoldiswalde präsentiert in den sechs ältesten Räumen etwa 300 Werke der Bildenden Kunst zum Thema "Menschen und Landschaft des Osterzgebirges".
Regelmäßige Veranstaltungen
- In der Stadtkirche finden regelmäßig neben Gottesdiensten auch Konzerte statt.
- Im Kulturzentrum „Parksäle“ läuft seit 1978 Sachsens älteste Meisterinterpreten-Reihe.
- Im Rathaus veranstaltet der Musikverein Dippoldiswalde e. V. seit 2000 mit dem Kulturzentrum Wort und Musik im Rathaus mit literarisch-musikalischen Programmen.
- Der Musikverein organisiert seit 2003 den jährlichen Internationalen Belcanto-Meisterkurs Dippoldiswalde, der in seiner Art zumindest für Mitteldeutschland einmalig ist.
Sonstiges
Dialekt
In Dippoldiswalde wird eine Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnerische, welches einen der fünf Meißnischen Dialekte darstellt.
Katastrophen und Unglücke
- 6. September 1633: Die Stadt wurde von Truppen des Feldmarschalls Heinrich von Holk in Brand gesteckt. Dabei fiel mit Ausnahme des Schlosses, der Nicolaikirche und einiger weniger Häuser nahezu die gesamte Bebauung den Flammen zum Ofer, unter der Bevölkerung gab es zahlreiche Opfer.
- 7. Oktober 1634: Erneut wurde Dippoldiswalde von marodierenden Truppen in Brand gesetzt. Dabei wurden 150 Häuser zerstört.
- 14. März 1826: Ein Stadtbrand vernichtete weite Teile der Innenstadt. Insgesamt brannten 102 Vorder- und 100 Seitengebäude sowie 12 Scheunen ab.
Quellen, Literatur
- Erzgebirgische Heimatblätter, 1/1984 vom Kulturbund der DDR, Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt
- Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Band 2. Leipzig 1840.
- Dietrich Zühlke: Stadtsiedlungen im östlichen Erzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.]: Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Band 10. Berlin 1966. S. 244-257.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1995: Kurt Rinke, Reichskanzler
Weblinks
-
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