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Dioptra
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Es handelt sich bei der Dioptra um ein universelles geodätisches Instrument, das als früher Vorgänger des Theodoliten angesehen werden kann. Die Erfindung des Theodoliten im 16. Jahrhundert war durch die Beschreibung der Dioptra bei Heron von Alexandria angeregt worden.
Eine Dioptra besteht aus einem senkrechten Holzzylinder, der eine drehbare Scheibe trägt, die mit einer Gradeinteilung beschriftet ist. Außerdem ist auf dieser Scheibe eine horizontale Achse hervorgehoben, die an ihren beiden Enden mit Aufsätzen versehen ist, in die man Sichtschlitze eingefügt hat. Mit Hilfe dieser Schlitze lässt sich ein Ziel präzise anvisieren. An ihrer Unterseite ist die Scheibe mit einer halbkreisförmigen, gezahnten Bronzeplatte verbunden und lässt sich damit justieren. Dieser ganze bislang beschriebene obere Teil der Dioptra ruht wiederum auf einer Scheibe, die für sich drehbar und durch Spindeln justierbar ist. Heron von Alexandria erwähnt in Zusammenhang mit der Dioptra auch eine Wasserwaage – einen zwei Meter langen horizontalen Stab, der zwei miteinander verbundene Wasserbehälter trägt.
Die Dioptra kann für die verschiedensten Aufgaben der Feldmessung und der Astronomie eingesetzt werden.
Erstmals beschrieben wird die Dioptra bei Heron von Alexandria. Wann dieser gelebt hat, lässt sich nur sehr ungenau bestimmen, höchstwahrscheinlich im 1. Jahrhundert n. Chr. Erfunden wurde die Dioptra jedoch schon wesentlich früher: Der Almagest erwähnt eine (nicht erhaltene) Beschreibung durch Hipparchos.
Literatur
Hero Alexandrinus. Heronis Alexandrini opera quae supersunt omnia. Vol. III: Rationes dimetiendi et commentation dioptrica. Griechisch und Deutsch von H. Schöne. - Leipzig: B. G. Teubner, 1903 Seite 238 ff.
Lewis, M. J. T. Surveying Instruments of Greece and Rome. - Cambridge (UK): Cambridge University Press, 2001.
