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Diogenes von Sinope

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Diogenes von Sinope
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„Geh mir aus der Sonne“

Der kynische Philosoph Diogenes (* ca. 391/399 v. Chr. in Sinope; † 323 v. Chr. in Korinth) lebte in Athen und war Schüler des Antisthenes (und dieser wiederum ein Schüler des Sokrates).

Er gilt als Verächter der Kultur und wirkte in seiner Philosophie mehr durch den praktischen Vollzug, als durch Lehren. Völlige Unabhängigkeit des Menschen von der Außenwelt und allen konventionellen Verhältnissen war ihm Bedingung der wahren Tugend. Von den über ihn überlieferten legendären Anekdoten sind am bekanntesten die von „Diogenes in der Tonne“: Vermutlich ein Übersetzungsfehler eines von Seneca geprägten Ausspruches, dass ein Mann mit derart geringen Ansprüchen ebenso gut in einem Pithos, einer „Tonne“, leben könne. Wirklich in einer Tonne gelebt hat Diogenes wohl nie. Der Wuppertaler Diogenes-Forscher Sören Lüdeke (2002) sagt in dem Aufsatz „Diogenes im Kontext antiker Philosophie“ mit dem Untertitel „Ein Philosoph als zeitlose Reflexionsfigur“, dass der „Philosoph in der Tonne“ nur als „Bild“ überlebt habe, als „Metapher für ein Leben in absoluter Bedürfnislosigkeit“. Er ist eine Art – so Lüdeke – „Gedankenfigur, die uns noch heute eine mögliche Reaktion auf eine kriegerisch-unruhige, zügellose Zeit verdeutlicht“ – gemeint ist die hellenistische Zeit: „Krieg und Not machten Diogenes zum Kyniker und bedingten sein Selbstverständnis als Hund in einer Tonne (von griech. kynismós, „Bissigkeit“; aus kýon, kynós, „Hund“; siehe unten).“
Diogenes ist also gerade durch dieses Missverständnis immer noch in unseren Gedanken lebendig und muss als eine „Gedankenfigur des Rückzugs von der Gesellschaft und ihren Wertmaßstäben“ (Lüdeke 2002) gedeutet werden.

Diogenes war der erste Mensch, der sich als „Weltbürger“ bezeichnete, statt Bürger einer Stadt oder eines Staates.

Durch sein Bettlerleben erwarb er sich den Beinamen Kyon, den er sofort zu seinem Vorteil umdeutete und ihn als Titel auffasste. Die Philosophenschule der Kyniker leitet von dieser Lebenspraxis ihren Namen ab. Allerdings könnte der Name Kyniker auch vom Lehrort des Antisthenes, dem „Kynosarges“ herleiten. Heutige Begriffe wie zynisch und Zynismus werden ebenfalls davon abgeleitet.

Zu den Erkennungszeichen der Kyniker gehörten Wanderstab, Rucksack und Essensschale, die gleichzeitig die Grundprinzipien des Kynismus, nämlich Kosmopolitentum, Autarkie, Bedürfnislosigkeit und Parrhesie (freie Rede) symbolisieren.


Bilder

Literatur

  • Karlhans Abel, Michael Erler: Diogenes aus Sinope. In: Lexikon des Hellenismus. Hrsg. von Hatto H. Schmitt und Ernst Vogt. Wiesbaden 2005, S. 251.
  • Carl-Wilhelm Weber: Diogenes. Die Botschaft aus der Tonne. Nymphenburger, München 1987, ISBN 3-48500-552-5
  • Peter Sloterdijk: Kritik der zynischen Vernunft. 2 Bde. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1983, ISBN 3-51811-099-3

Außerdem schreibt Lukian von Samosata in seinen satirischen Schriften „Verkauf der Philosophenschule“ und „Totengespräche“ über Diogenes.

Weblinks

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pms:Diògene
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