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Dieter Bohlen

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Bild:Dieter Bohlen.jpg
Dieter Bohlen in einer Discothek auf Mallorca, August 2006

Dieter Günter Bohlen (* 7. Februar 1954 in Berne bei Elsfleth) ist ein deutscher Musiker, Produzent und Komponist. Seinen Durchbruch als Musiker schaffte er 1984 als Produzent und Mitglied des Duos Modern Talking, das zur bisher erfolgreichsten deutschen Pop-Band wurde. Er gilt mit bisher über 160 Millionen verkauften Tonträgern (davon 120 Millionen mit Modern Talking) als einer der erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten der Gegenwart. Bohlen lebt in Tötensen bei Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Kindheit und Jugend

Als Kind lebte Dieter Bohlen mit seinen Eltern Hans und Edith Bohlen und seiner Großmutter Marie auf einem Bauernhof in Ostfriesland.

Als zwei Jahre nach Dieter Bohlens Geburt sein Bruder Uwe geboren wurde, kündigte sein Vater seinen Beruf als Beamter im Straßenbauamt Aurich und machte sich mit seiner Straßenbaufirma Hans Bohlen Tiefbau GmbH Oldenburg selbstständig. Später zog die Familie nach Eversten, einem Vorort (heute Stadtteil) von Oldenburg.

Im zweiten Schuljahr auf dem Gymnasium kaufte sich Bohlen seine erste Gitarre. Da Bohlen keine Noten lesen konnte, begann er, eigene Stücke zu spielen. Mit 14 Jahren trat Bohlen in die DKP ein und wurde bei der SDAJ aktiv; zwei Jahre später wechselte er zu den Jusos. Auch dieses politische Engagement war nicht von Dauer.

Nach dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium der Berufsbildenden Schulen I (heute Berufsbildende Schulen Haarentor) (Notendurchschnitt: 1,3) zog Bohlen für das Studium nach Göttingen, wo er an der Georg-August-Universität auf Wunsch seiner Eltern Betriebswirtschaftslehre studierte und sein Studium als Diplom-Kaufmann mit Erfolg abschloss.

Anfänge

Bereits während seiner Schulzeit komponierte Bohlen Musik. Ab 1979 arbeitete er als Produzent bei der BMG und versuchte sich als Solokünstler. 1983 heiratete er seine langjährige Freundin Erika Sauerland, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hat.

1980 gründete er mit Andy Selleneit das Projekt Steve Benson. Die erste Single hieß „Don't Throw My Love Away“. Es folgten noch zwei weitere Singles mit den Titeln „Love Takes Time“ und „(You're A Devil With) Angel Blue Eyes“. Keine dieser Singles schaffte es in die Top 100, was 1981 zur Auflösung des Projektes führte.

Bohlen war 1981 Co-Produzent des Albums "Explosion" der Band The Teens. Ihm sind auf dem Innenteil der LP-Hülle Grüße der Bandmitglieder gewidmet.

Die 1980er und Modern Talking

1983 nahm Dieter Bohlen erstmals am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil. Bernd Clüver sang den von Bohlen komponierten Titel Mit 17 und belegte damit in der Vorausscheidung den 3. Platz. Im selben Jahr gründete Bohlen mit dem Schlagersänger Thomas Anders, den er seit 1982 erfolglos produzierte, das Duo Modern Talking. 1985 erreichte Modern Talking die Spitzen verschiedener europäischer, asiatischer und afrikanischer Hitparaden. In den Jahren 1985 und 1986 erreichte die Band in Deutschland mit den Titeln You're My Heart, You're My Soul, You Can Win If You Want, Cheri Cheri Lady, Brother Louie und Atlantis Is Calling (S.O.S. For Love) fünfmal hintereinander Platz 1 der deutschen Single-Charts.

1986 schrieb Bohlen für die Tatort-Episode Der Tausch den Titel Midnight Lady, den der ehemalige Sänger von Smokie, Chris Norman, sang. Der Titel wurde ebenfalls ein Nummer-Eins-Hit.

1987 trennten sich Modern Talking im Streit. Bohlen produzierte und schrieb danach für andere Interpreten, unter anderem für die von ihm entdeckte C. C. Catch (Heartbreak Hotel). Unter dem Namen Blue System (Under My Skin) trat er weiterhin selber auf.

In der Tatort-Folge Moltke (mit Götz George als Schimanski und Eberhard Feik als Kommissar Thanner) stammt der Titelsong Silent Water auch von Dieter Bohlen und wird als vierte Blue System-Single im Dezember 1988 veröffentlicht.

1989 traf Bohlen Nadja Abd el Farrag (Naddel). Er trennte sich von seiner Ehefrau und lebte fortan mit Abd el Farrag zusammen.

1989 gewann Bohlen mit seinen Liedern die Grand Prix-Vorentscheidungen in Deutschland und Österreich. Nino de Angelo trat für Deutschland mit dem Lied Flieger an und belegte beim Grand Prix Platz 14. Thomas Forstner trat mit dem Titel Nur ein Lied für Österreich an und erreichte den fünften Platz.

Die 1990er und die 30-Tage-Ehe

1992 trat Tony Wegas für Österreich mit dem von Bohlen komponierten Song Zusammen geh'n beim Grand Prix an und belegte den zehnten Rang. 1996 trennte sich Bohlen von Abd el Farrag und heiratete Verona Feldbusch. Die Ehe hielt nur einen Monat. Verona Feldbusch gab an, von ihm geschlagen worden zu sein, was mit Bildern in der Presse veröffentlicht und als Scheidungsgrund angeführt wurde. Dieter Bohlen bestritt diesen Vorfall.

1997 beendete Bohlen sein Projekt Blue System, nachdem dessen letzte Veröffentlichungen in den Medien und vom Publikum nur noch sehr zurückhaltend wahrgenommen wurden, und begann wieder eine Beziehung mit Nadja Abd el Farrag.

1998 fand sich Modern Talking wieder zusammen und erlebte ein Comeback, das in der Fernsehsendung "Wetten dass..?" seinen Anfang nahm. Im selben Jahr wurde er als erfolgreichster Künstler in Russland geehrt.

Die 2000er und „Deutschland sucht den Superstar"

2000 trennte Bohlen sich von Nadja Abd el Farrag und lebte bis August 2006 mit dem Model Stefanie Ingrid Küster (Spitzname "Estefania") in der Gemeinde Rosengarten zusammen.

2002 veranstaltete die Bild-Zeitung ein Talent-Casting. Die 18-jährige Isabel Soares wurde aus 5000 Bewerbern ausgesucht und belegte anschließend mit der von Bohlen komponierten Ballade Will My Heart Survive den 6. Platz beim deutschen Vorentscheid.

Seine Autobiographie Nichts als die Wahrheit (geschrieben in Zusammenarbeit mit der Bild-Journalistin und Ehefrau von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, Katja Kessler) wurde 2002 zu einem Bestseller, erhielt 2003 den Medienpreis Goldene Feder und war aufgrund der vermeintlich volksnahen Machart und seiner bekanntlich derben Sprache Zielobjekt der Kabarett-Welt. In diesem Buch äußerte sich Bohlen auch über sein Sexleben und behauptet unter anderem, dass er zweimal eine Penisfraktur erlitten habe. Durch seine extrovertierte und direkte Art polarisierte Bohlen auch weiterhin.

Im gleichen Jahr wurde Dieter Bohlen neben Thomas M. Stein, Shona Fraser und Thomas Bug Juror der RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS), in der er sich mit umstrittenen Kommentaren („Du singst wie ein Gartenzwerg auf Ecstasy") präsentierte. Anfang 2003 nahm er mit den zehn Finalisten von DSDS die Single We Have a Dream auf, die in Deutschland zur meistverkauften Single des Jahres wurde. Auch das von Bohlen produzierte DSDS-Album United erwies sich als kommerziell erfolgreich. Die Zusammenarbeit mit dem DSDS-Sieger Alexander Klaws und dem DSDS-Dritten Daniel Küblböck waren kurzzeitig ein großer Erfolg, genauso wie die Zusammenarbeit mit Yvonne Catterfeld. Bohlen unterschrieb Werbeverträge mit Müller Milch, Makro Markt, S.Oliver und O2. Im gleichen Jahr trennte sich Modern Talking erneut.

Im Juni 2003 wurde die SPD-Politikerin und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, Monika Griefahn, in der Bild-Zeitung, mit folgender Aussage zitiert: „Dieter Bohlen hat das Bundesverdienstkreuz verdient. Er ist ein Aushängeschild für Deutschland." Da jedoch andere Parteikollegen wie der Pop-Beauftragte Sigmar Gabriel gegen solche Auszeichnungen für Bohlen waren und auch kein Vorschlag im Bundespräsidialamt eingegangen war, wurde Bohlen die Auszeichnung nicht verliehen.

Die Erstauflage des zweiten Buches des Autoren-Duos Bohlen/Kessler, Hinter den Kulissen, enthielt eine Vielzahl von Indiskretionen über verschiedene Prominente. Diese waren provokant, teilweise ehrverletzend und unbelegt, sodass einige der Betroffenen (unter anderem sein ehemaliger Partner Thomas Anders) per einstweiliger Verfügung erwirkten, dass der Verkauf der Erstauflage eingestellt wird und nur noch Fassungen vertrieben werden durften, welche die beanstandeten Behauptungen nicht enthielten. Der Produzent Frank Farian reagierte seinerseits mit dem Buch Stupid dieser Bohlen auf die seiner Meinung nach überwiegend falsche Darstellung über Werdegang, Erfolg und die Person Dieter Bohlen selbst.

In der ZDF-Show Unsere Besten wurde Bohlen 2003 in einer Zuschauerumfrage auf Platz 30 der größten Deutschen gewählt.

Die zweite Staffel von DSDS im Jahr 2004 konnte nicht an den Erfolg der ersten anknüpfen. Die Siegerin Elli Erl wollte nach ihrer Sieger-Single This Is My Life nicht mehr mit Dieter Bohlen zusammenarbeiten, weil ihr der Musikstil von Bohlen nicht gefiel.

Ende des Jahres brachte er eine Duft-Serie namens Provocation heraus.

Am 27. Januar 2005 sollte Dieter – Der Film in die Kinos kommen, doch da Bohlen mit dem Film nicht zufrieden war, erschien dieser nur auf DVD. Bei dem Film handelt es sich um einen satirischen Zeichentrickfilm, dessen Vorlage Dieter Bohlens Biographie Nichts als die Wahrheit ist. Bohlen synchronisierte sich selbst; Regie führte Michael Schaack. Der Film war erstmalig am 4. März 2006 um 20.15 Uhr auf RTL zu sehen.

2005 kam Bohlens Sohn Maurice Cassian zur Welt.

Im Herbst 2005 lief die dritte Staffel von Deutschland sucht den Superstar an, die mit dem Gewinn von Tobias Regner endete.

Am 3. März 2006 erschien ein neues Album von Bohlen, das neben zwölf neuen und sechs alten Titeln auch die letzte nicht veröffentlichte Modern-Talking-Single Shooting Star, und den Titel-Song aus Dieter – Der Film, Gasoline enthält.

Dieter Bohlen trat 2006 beim rumänischen Vorentscheid des Eurovision Song Contest 2006 als Produzent des Duos Indiggo (bestehend aus den Zwillingen Mihaela und Gabriela Modorcea) und dem Titel Be my Boyfriend an, sie erreichten beim Vorentscheid den siebten Platz.

Die vierte Staffel von Deutschland sucht den Superstar wird 2007 ausgestrahlt. Dieter Bohlen ist das einzige Jury-Mitglied, das bei allen vier Staffeln mitgewirkt hat. Abfällige Kommentare Bohlens gegenüber den Kandidaten lösten eine Diskussion in der Bild-Zeitung aus.

Musik

Bohlens Musik fällt durch einfach strukturierte Kompositionen auf. In den 1980er und 1990er Jahren produzierte er mit Modern Talking, Blue System und C. C. Catch tanzbare Euro-Disco- und Eurodance-Titel mit charakteristischen Falsett-Passagen. Mit den Siegern der Sendung „Deutschland sucht den Superstar", konzentrierte er sich eher auf Pop-Balladen. Ebenso bei den Produktionen mit der Popsängerin Yvonne Catterfeld (u.a. Für dich, 2003) und Chris Norman (u.a. Midnight Lady, 1986).

Vom Urheberrechtsexperten Professor Paul Hertin aus Berlin wurde wiederholt behauptet, dass Dieter Bohlen mehrere Lieder "geklaut" und somit gegen das Urheberrecht verstoßen habe. Bohlen soll z. B. die Melodie aus dem Song What If von Babyface für die Produktion von Für dich für Yvonne Catterfeld verwendet haben. Aufgrund Hertins Gutachten bezüglich der Plagiatvorwürfe leitete die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Dieter Bohlen ein, das jedoch eingestellt wurde.

Schon früher haben sowohl die Medien als auch Musiker offensichtliche Ähnlichkeiten zwischen Stücken von Dieter Bohlen und anderen Künstlern bekannt gegeben.

Siehe auch:

Bands und Pseudonyme

Dieter Bohlen war Mitglied verschiedener Bands und trat ebenso als Solokünstler unter verschiedenen Namen (Pseudonyme) auf:

Von Bohlen produzierte Künstler (Auswahl)

Bilanz

Auszeichnungen

  • 1985 BRAVO Otto – Beste Gruppe, Gold Award
  • 1985 Formel Eins Musik Sendung Auszeichnung – Nummer-Eins-Hit You're My Heart, You're My Soul
  • 1985 Formel Eins Musik Sendung Auszeichnung – Nummer-Eins-Hit You Can Win If You Want
  • 1985 Formel Eins Musik Sendung Auszeichnung – Nummer-Eins-Hit Cheri Cheri Lady
  • 1985 Goldene Stimmgabel, Erfolgreichster Komponist und Produzent
  • 1986 BRAVO Otto – Beste Gruppe, Silver Award
  • 1986 Goldener Löwe, Beste Gruppe des Jahres
  • 1986 Formel Eins Musik Sendung Auszeichnung – Nummer-Eins-Hit Brother Louie
  • 1986 Formel Eins Musik Sendung Auszeichnung – Nummer-Eins-Hit Atlantis Is Calling
  • 1989 Held der russischen Jugend
  • 1998 VIVA Comet – Lifetime Achievement Award
  • 1998 Bambi, Comeback des Jahres
  • 1998 Goldene Europa, Comeback des Jahres
  • 1999 Goldene Kamera, Comeback des Jahres
  • 1999 ECHO-Preis, Rock / Pop Single National nominiert
  • 1999 ECHO-Preis, Gruppe National / Rock-Pop
  • 1999 Radio Regenbogen Award, Comeback des Jahres
  • 1999 World Music Awards, World's Best Selling German Group
  • 1999 Record-99 Award, Sales Award
  • 2000 Amadeus Award, Beste Gruppe Rock-Pop nominiert
  • 2000 ECHO-Preis, Gruppe National Rock-Pop International nominiert
  • 2001 ECHO-Preis, Gruppe National Rock-Pop National nominiert
  • 2001 Top Of The Pops Award, Top Artist Germany
  • 2002 ECHO-Preis, Gruppe National Rock-Pop nominiert
  • 2003 Deutscher Bücherpreis, Zweiter bei der Publikumswahl
  • 2003 Goldene Feder
  • 2003 Media Control Award, 25 Jahre Media Control
  • 2003 GQ Man Of The Year
  • 2003 Bambi, Pop National
  • 2004 ECHO-Preis, Bester Nationaler Produzent
  • 2004 ECHO-Preis, Single des Jahres (We have a dream)
  • 2006 Friedensorden der russischen Organisation Peacemaker

Literatur

Weblinks

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