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Die tageszeitung

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die tageszeitung
Beschreibung deutsche Tageszeitung


Verlag taz, die tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG
Erstausgabe 1978
Erscheinungsweise täglich Montag bis Sonnabend
(Verkaufte) Auflage
(IVW IV/2006)
58.836 Exemplare
Chefredakteurin Bascha Mika
Herausgeberin taz-Genossenschaft
Weblink taz.de


Wikipedia
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die tageszeitung (Abkürzung taz) ist die siebtgrößte überregionale Tageszeitung in Deutschland. Sie wurde 1978 in West-Berlin als linkes, selbstverwaltetes Zeitungsprojekt gegründet. Herausgeberin ist die taz-Verlagsgenossenschaft e. G. Seit 1999 ist Bascha Mika Chefredakteurin des Blattes.

Inhaltsverzeichnis

Die Zeitung

Die verkaufte Auflage der taz beträgt rund 60.000 Exemplare, davon fast 50.000 im Abonnement. Die taz ist bundesweit erhältlich und erscheint täglich von Montag bis Sonnabend. Sie erscheint im so genannten Berliner Format. Damit ist sie etwas kleiner als die anderen großen überregionalen Zeitungen, die im Norddeutschen Format erscheinen. Seit dem 12. Mai 1995 (seinerzeit als erste deutschsprachige Zeitung) stellt die taz ihre Inhalte vollständig ins Internet. Die Artikelsuche auf der taz-Archiv-Website ist kostenpflichtig, wobei in den Artikeln des jeweils letzten halben Jahres kostenlos geblättert werden kann.

Regionalausgaben

Sitz der tageszeitung in der Rudi-Dutschke-Straße (ehemals: Kochstraße) im Berliner Stadtteil Kreuzberg.
Sitz der tageszeitung in der Rudi-Dutschke-Straße (ehemals: Kochstraße) im Berliner Stadtteil Kreuzberg.

Seit 4. November 1980 erscheint die taz mit einem Berliner Regionalteil. Dieser ist heute auch Bestandteil der in den ostdeutschen Bundesländern vertriebenen Ausgaben. Des Weiteren gibt es die Regionalausgaben NRW und Nord, letztere für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Spezialisiertere Regionalausgaben, etwa die münster taz, taz ruhr oder eigene Ausgaben für Bremen und Hamburg sind nach längeren Diskussionen in den großen Regionalausgaben aufgegangen, vor allem aus Kostengründen. Die taz nord umfasst neben der Mantelzeitung drei Seiten allgemeinen Regionalteil und eine Wechselseite jeweils für die Länder Bremen und Hamburg.

Geschichte

Die taz entstand in Folge des Tunix-Kongresses im Januar 1978 in Berlin und war auch eine Reaktion auf den „Deutschen Herbst“ 1977. Die erste Vorausgabe erschien am 27. September 1978 (allerdings trug sie das Datum 22. September – fünf Tage hatte die Bearbeitung der ersten „Nullnummer“ gedauert). Die erste reguläre Ausgabe der taz erschien dann am 17. April 1979. Die Zeitung verstand sich als Alternative zum bisher ausschließlich bürgerlich orientierten Zeitungsmarkt mit der Zielgruppe Studenten, Alternative, Grüne, Linksliberale, linke Sozialdemokratie und die vor allem ab 1980 stark anwachsende Hausbesetzerbewegung.

Politische Ausrichtung

Bild:Tazpin1.jpg
Protestbutton gegen die USA-freundliche Haltung Angela Merkels
Bild:Tazpin2.jpg
Protestbutton gegen Atomkraft

Das Selbstverständnis der taz ist in §2 des Redaktionsstatuts festgehalten:

„Die taz engagiert sich für eine kritische Öffentlichkeit. Sie tritt ein für die Verteidigung und Entwicklung der Menschenrechte und artikuliert insbesondere die Stimmen, die gegenüber den politisch Mächtigen kein Gehör finden. Die taz wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Für die Redaktion ist die Freiheit entscheidend, welche als ein demokratisches Recht von Jedem einzelnen Menschen wahrgenommen werden kann. Die Zeitung ist der wahrheitsgetreuen Berichterstattung verpflichtet... Die Redaktion weist jede Einflussnahme, jeden Druck seitens einzelner Personen, politischer Parteien, ökonomisch, religiös oder ideologisch orientierter Gruppen zurück. ... In der Überzeugung, dass aus deutscher und auch aus europäischer Sicht allein die Welt nicht adäquat beschrieben werden kann, haben Inlands- und Auslandsthemen den gleichen Rang.“

Die taz, die traditionell links steht (siehe auch Politisches Spektrum), kritisierte häufig die rot-grüne Regierung (19982005), positionierte sich jedoch vor der Bundestagswahl 2005 deutlich gegen eine mögliche CDU-geführte Regierung. Unter anderem entwarf sie Protest-Buttons gegen eine mögliche Bundeskanzlerin Angela Merkel, gegen die geplante „Kopfpauschale“ und gegen ein kritikloses Verhältnis zur Politik des US-Präsidenten George W. Bush. Im Allgemeinen gilt sie als Grünen-nah.

Als selbstverwaltetes Projekt erlebte die taz vor allem in den Anfangsjahren immer wieder dramatische Auseinandersetzungen um prinzipielle Fragen.

Nach Auseinandersetzungen in der taz-Genossenschaft um die geplante Schließung der Lokalredaktion Bremen, die Entlassung eines Mitarbeiters, die als Zensur empfundenen Eingriffe der taz-Geschäftsführung in die genossenschaftsinterne Kommunikation sowie ein Kooperationsprojekt der taz mit der EnBW-Tochter NaturEnergie AG richteten kritische Genossenschaftsmitglieder eine selbstverwaltete Mailingliste zur offenen Diskussion solcher und anderer Fragen ein (siehe Weblinks).

Die taz steht - im Gegensatz zu den linken Tageszeitungen mit DDR-Herkunft Neues Deutschland und junge Welt - absolut hinter der Rechtschreibreform und wünscht sich sogar eine noch radikalere Reform bis hin zur Kleinschreibung wie im Englischen.

Bezahlung der Mitarbeiter

Rund 250 Angestellte in Redaktion und Verlag arbeiten für die taz. Die taz konnte es sich nie leisten, ihre Angestellten branchenüblich zu bezahlen. Bis 1991 gab es einen Einheitslohn für alle Angestellten, vom Schriftsetzer bis zur verantwortlichen Redakteurin. Seither gibt es „Verantwortungszuschläge“ von wenigen hundert Euro, etwa für die Leiter der einzelnen Ressorts. Der Bruttolohn für die meisten Angestellten liegt laut taz-Haustarif bei rund 2.000 Euro im Monat, es gibt kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Bis heute verdienen Redakteure bei der taz deutlich weniger als in anderen Zeitungen, zum Teil verzichten sie aus Solidarität mit der Zeitung auf einen Teil ihres Gehalts.

Das Logo

Das Logo der taz ist der Abdruck einer Tatze (auch „Tazze“ genannt). Roland Matticzk, der Erfinder des Logos, versäumte es jedoch, sich in den Gründungsjahren der taz die Rechte daran zu sichern. Die Firma Jack Wolfskin nutzte die Gunst der Stunde in den 1980ern und registrierte es für sich. Den Rechtsstreit zwischen den beiden Firmen verlor die taz im Jahr 2002, was zur Folge hat, dass sie die Tatze nicht auf Produkte drucken darf, die zum Kerngeschäft von Jack Wolfskin gehören. Zudem darf sie die Tatze auf eigenen Produkten nur in Verbindung mit dem Zusatz „die tageszeitung“ nutzen.

Auch gegen die Abbildung einer daraufhin mit einem Kreuz überstickten „Tazze“ neben dem geforderten Schriftzug auf einem Badehandtuch, das über den verlagseigenen Taz-Shop vertrieben wird, ging Jack Wolfskin vor: „Das ‚Durchstreichen‘ des Tatzensymbols (beinhaltet) eine rufschädigende Abwertung der bekannten Marke“, monierten die Anwälte.[1]

Rettungskampagnen

Seit ihrer Gründung stand die taz mehrmals vor dem finanziellen Kollaps. Mit ausgefallenen Kampagnen hat die Zeitung immer wieder versucht, mehr Abonnenten zu bekommen. Während einer Erpressungs-Kampagne „drohte“ die Redaktion zum Beispiel, wenn in einer bestimmten Woche nicht genug neue Abos abgeschlossen würden, erscheine die Zeitung einen Tag lang ohne Fotos, ohne Kritik, als Boulevardblatt usw. - wozu es teilweise auch kam. In einem Beitrag für die taz unterstellte daher der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, der Leserschaft der taz Masochismus, da sie sich freiwillig regelmäßigen Nötigungen zum Abschluss eines Abos aussetze. Im ersten Halbjahr 2003 konnte die taz erstmals in ihrer Geschichte einen Gewinn verbuchen.

Regelmäßig wirbt die taz um neue Mitglieder für die taz-Genossenschaft sowie um höhere Einlagen der Genossenschaftsmitglieder. Ende 2003 suchte die taz Kapitalgeber für die taz EntwicklungsKommanditgesellschaft, die unter anderem seit dem 8. Dezember 2003 einen täglichen Lokalteil in Nordrhein-Westfalen finanziert.

Im Winter 2004 startete die taz mit dem ExtraBlatt – Erlesenes erhalten eine Abokampagne, mit der zugleich auf die besondere Bedeutung von Tageszeitungen im Allgemeinen aufmerksam gemacht werden soll. Als Autorinnen und Autoren konnten zum Beispiel Juli Zeh, Michael Jürgs, Maxim Biller, F. W. Bernstein oder Michael Rutschky gewonnen werden. Einen zeichnerischen Ost-West-Dialog steuerten die Cartoonisten Eckhard Henscheid und Manfred Bofinger bei.

Seit dem 30. April 2005 hat die taz eine neue Titelseite, mit der sie vor allem versucht, die Zahl der Kioskkäufe zu erhöhen. So steht jetzt ein Thema mehr im Mittelpunkt, was auch durch ein großes Bild unterstrichen wird.

Preisstruktur

Um eine möglichst große Leserschaft zu erreichen und gleichzeitig die Finanzierung der Zeitung sicherzustellen, bietet die tageszeitung beim regulären Abonnement drei unterschiedliche Preisstufen an. Welcher Preis bezahlt wird, soll sich nach der finanziellen Kraft der Abonnenten entscheiden, jedoch findet keine Überprüfung statt; die tageszeitung vertraut hier darauf, dass die Abonnenten den Wert der tageszeitung kennen. Des Weiteren gibt es noch ein digitales Abonnement, das wahlweise aus Text-, HTML-, oder PDF-Dateien besteht. Alle Abonnements schließen die deutsche Ausgabe der Monatszeitung Le Monde diplomatique ein.

Darüber hinaus gibt es – wie bei vielen anderen Zeitungen – zahlreiche weitere befristete Abonnementsvarianten zu Festpreisen. Sonderaktionen zu wichtigen politischen Ereignissen schlossen ein Neuwahl-Abo zur Bundestagswahl 2005 ein, bei dem der Wahlausgang den Abonnementspreis beeinflussen sollte.

Aufsehenerregende Aktionen

Nachdem seit dem 26. Februar 1990 eine in der DDR produzierte taz ddr erschienen war, veröffentlichte diese im Juni 1990 als erste Zeitung in einer Sondernummer die Liste aller Stasi-Objekte in der DDR - eine umstrittene Aktion, die auch unter DDR-Bürgerrechtlern Kritiker fand. Im Dezember 1991 ging die dann so genannte taz Ost in der Mutterzeitung auf.

Bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2003 unterstützte die taz die Sängerin Senait Mehari mit dem Lied Herz aus Eis. Den Text des Liedes durften die Leser der taz verfassen, ebenso standen mehrere Melodien zur Auswahl. In der deutschen Vorentscheidung kam Senait auf den dritten Platz.

In der Samstagausgabe vor der Landtagswahl in Bayern verkündete die taz auf der Titelseite „Stoiber erringt klaren Sieg“ sowie das vorläufige Wahlergebnis, die Lottozahlen und Bundesligaergebnisse.

Im Dezember 2003 wurde die Redaktion im Rahmen der Studentenproteste gegen die Etatkürzungen an den Berliner Universitäten eine Zeit lang besetzt.

Im Mai 2004 startete die taz anlässlich der geplanten Liberalisierung des Kartellrechts für Zeitungen eine tägliche Reihe zu Einzeitungskreisen und machte damit erfolgreich auf die zunehmende Pressekonzentration aufmerksam.

Die tageszeitung, die bereits seit 1982 ihren Titel klein schreibt, veröffentlichte am 12. August 2004 eine Ausgabe in der sogenannten „gemäßigten Kleinschreibung“. Dies war als Gegenreaktion auf die Ankündigung einiger deutscher Verlage gedacht, zur alten Rechtschreibung zurückzukehren.

Aus Urheberrechtsgründen durfte die taz ihrer satirischen Seite-1-Rubrik „Tagesschau“ nicht weiterhin diesen Namen geben. Seitdem heißt die Rubrik „verboten“ und ist mit dem Hinweis „übrigens: verboten darf nicht tagesschau heißen“ versehen.

Ein Markenzeichen der taz sind respektlose Überschriften, die mitunter bissige Kommentare zur eigentlichen Nachricht enthalten. Dazu zählten zum Beispiel die Titelseiten

  • „Li macht Peng“ (zum Atomtest des chinesischen Ministerpräsidenten Li Peng)
  • „Holzmann saniert Schröder“ (zur Intervention Gerhard Schröders bei der angeschlagenen Philipp Holzmann AG)
  • „Oh, mein Gott“ (zur Wahl von Joseph Ratzinger als Papst Benedikt XVI.)
  • „Reagan jetzt im Reich des Guten“ (zum Tode von Ronald Reagan, der die Sowjetunion als „Reich des Bösen“ bezeichnet hatte)
  • „Gorbatschow wieder gesund“ (Nach dem Augustputsch in Moskau, der mit einer Erkrankung Gorbatschows begründet worden war)
  • „Ein starker Abgang“ (zum Tod von Jürgen Möllemann, der bei einem Fallschirmabsprung starb)
  • „Bushs historische Rede“ (auf einer leeren Titelseite ist unten rechts eine Bush-Karikatur mit leerer Sprechblase zu sehen)
  • „Jeder dritte Bayer gegen Stoiber“ (als trockene Reaktion auf das Ergebnis der bayerischen Landtagswahlen 2003, bei der die CSU über 60% der Stimmen erlangte)
  • „Oops - they did it again“ (zur Entscheidung der US-amerikanischen Wähler, George W. Bush Anfang November 2004 eine zweite Amtsperiode anzuvertrauen)
  • „Es ist ein Mädchen“ (zur Entscheidung der CDU/CSU im Sommer 2005, Angela Merkel zur Kanzlerkandidatin zu küren. Die Schlagzeile - in Verbindung mit einem Kinderfoto Merkels - wurde zum Amtsantritt der Bundeskanzlerin von der Zeitung Die Welt kopiert)
  • „Ist Gott ein Deutscher“ (als Reaktion auf die Schlagzeile der „Bild“-Zeitung „Wir sind Papst“ zur Wahl Josef Ratzingers zum Papst, 21. April 2005)
  • „Wenn Gott das noch erlebt hätte“ (zur regen Beteiligung Jugendlicher am katholischen Weltjugendtreffen in Köln 2005)
  • „Schlächter Abgang“ (zum Tod von Slobodan Milošević, von seinen Kritikern auch als „Schlächter vom Balkan“ bezeichnet), 2006
  • „Castro nicht mehr Fidel“ (zur Erkrankung von Fidel Castro), 2006
  • „Das AKW Brunsbüttel - so sicher wie die Rente“ (In Zusammenhang mit Kraftwerksüberprüfungen nach dem Forsmark-Störfall), 2006
  • Pinky vermisst Brain“ (zur Reaktion des NRW-Wissenschaftsministers Pinkwart auf das Leerausgehen des Landes bei der Vergabe von Fördergeldern an 'Eliteunis'), 2006

Dieser ironische bis sarkastische Ton findet sich auch im Inneren der Zeitung. So werden z.B. die Sportseiten „leibesübungen“ und das Fernsehprogramm „flimmern und rauschen“ genannt. Die letzte Seite, eine Satire-Seite, wird als „die wahrheit“ veröffentlicht und enthält die „gurke des tages“. Unter dem Motto „was alles nicht fehlt“ werden Sportnachrichten in Kürze erwähnt, zu denen nach Meinung der Redaktion kein längerer Artikel erforderlich ist.

Das Verhältnis zur Bild-Zeitung

Eine besondere Beziehung hat die taz zur Bild-Zeitung. Deren Chefredakteur Kai Diekmann klagte gegen die taz, als taz-Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der Satire-Seite die wahrheit behauptete, Diekmann habe sich seinen Penis operativ verlängern lassen wollen. Diekmann verklagte die taz auf 30.000 Euro Schadenersatz. Das Berliner Kammergericht entschied in zweiter Instanz, dass Diekmann als Chefredakteur der Bild-Zeitung „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht“ und daher „weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet wird“. Er müsse „davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind“. Daher stufte das Gericht die Persönlichkeitsverletzung als nicht so schwerwiegend ein, dass ein Schmerzensgeld angemessen ist. Gleichzeitig verbot das Gericht der taz, die Meldung zu wiederholen. Im März 2006 sagte Diekmann der türkischen Zeitung Hürriyet, dass die Klage „ein Fehler“ gewesen sei. Er habe sich dadurch umso lächerlicher gemacht.

Am 50. Geburtstag der Bild-Zeitung im Jahr 2002 titelte die taz „50 Jahre Bild – Jetzt reichts!“, um so gegen den Boulevardjournalismus der Zeitung zu protestieren. Zum 25. Geburtstag der taz (am 27. September 2003) wurden dagegen die Lieblingsfeinde als Redakteure für einen Tag in die tageszeitung zur Mitarbeit eingeladen (Feindliche Übernahme). Chefredakteur der Ausgabe war Kai Diekmann. In selbiger Ausgabe wurde durch diesen auch erstmals Altkanzler Helmut Kohl für die taz interviewt.

2005 ließ der Axel Springer Verlag die Ausstrahlung zweier taz-Kino-Spots per einstweiliger Verfügung untersagen. Springer argumentierte, dass es sich dabei um eine „Rufausbeutung“ zu lasten der Bild-Zeitung handele. Die Spots gewannen im August 2006 einen First Steps Award. Auf der Seite dieses Wettbewerbes können die Spots Kiosk I und Kiosk II angeschaut werden.

Die „Kartoffel-Affäre“

Ein am 26. Juni 2006 auf der Die Wahrheit genannten letzten Seite der taz, die Satire und Nonsens vorbehalten ist, erschienener Artikel führte zu Verstimmungen im deutsch-polnischen Verhältnis[2]. In dem Artikel Polens neue Kartoffel. Schurken, die die Welt beherrschen wollen. Heute: Lech „Katsche“ Kaczynski war die politische Unerfahrenheit und teilweise Einfalt des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński sowie seines Zwillingsbruders und nunmehrigen Ministerpräsidenten Jarosław Kaczyński satirisch überhöht dargestellt worden. Die kurz darauf geplanten politischen Gespräche zwischen Frankreich, Deutschland und Polen, auch Weimarer Dreieck genannt, wurden von Lech Kaczyński abgesagt. Offiziell geschah das zwar aus Krankheitsgründen, politische Analysten gingen aber davon aus, dass dies unmittelbare Folge des taz-Artikels war. Die Absage wurde von acht ehemaligen polnischen Außenministern in einem offenen Brief vehement kritisiert. Demgegenüber forderte der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei PiS Gosiewski Justizminister Ziobro auf zu prüfen, ob gegen die taz ein Strafverfahren wegen Beleidigung des Präsidenten eingeleitet werden könne. Außerdem forderten polnische Regierungsvertreter die deutsche Bundesregierung auf, den taz-Artikel zu verurteilen. Diese lehnte das jedoch mit Hinweis auf die in Deutschland geltende Pressefreiheit ab.

taz-Panter

Der taz-Panter wird seit 2005 jährlich als Jury- und auch als Leserpreis in Berlin verliehen. Der Preis wurde ins Leben gerufen, um Bürgerinnen und Bürger bekannt zu machen, die mit Mut und Phantasie etwas in der Gesellschaft bewegen. Die Verleihung ist jeweils mit 5.000 € dotiert.

Tazpresso

Der Tazpresso ist ein Espresso aus Fairem Handel, der in Zusammenarbeit mit der Gepa vertrieben wird. Den Espresso gibt es gemahlen oder als Bohne in fast allen Weltläden und inzwischen auch in Supermärkten zu kaufen.

Quellenangaben

  1. No logo! in: taz. vom 10./11. März 2007. ISSN 0931-9085
  2. Polens neue Kartoffel. in: taz. vom 26. Juni 2006. ISSN 0931-9085

Siehe auch

Literatur

Weblinks


ISSN: 0931-9085

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