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Die Rheinnixen

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Operndaten
Titel: Die Rheinnixen
Originaltitel: Les Fées du Rhin
Originalsprache: Französisch
Musik: Jacques Offenbach
Libretto: Charles Louis Etienne Truinet Nuitter
Uraufführung: 4. Februar 1864
Ort der Uraufführung: Wien, Hofoper
Spieldauer: ca. 3,5 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Nähe Bingen und Bad Kreuznach , 1522
Personen
  • Armgart – Sopran
  • Hedwig, Armgarts Mutter – Mezzosopran
  • Franz Waldung - Tenor
  • Conrad von Wenckheim - Bariton
  • Gottfried - Bassbariton
  • ein Soldat - Tenor
  • ein Bauer - Tenor
  • eine Fee - Sopran
  • verschiedene Chorsolisten
  • Chor und Ballett

Die Rheinnixen (franz.: Les fées du Rhin) ist eine große romantische Oper in vier Akten von Jacques Offenbach, das Libretto stammt von Charles Louis Etienne Truinet Nuitter. Die Spieldauer beträgt etwa dreieinhalb Stunden.

Inhaltsverzeichnis

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 4. Februar 1864 an der Wiener Hofoper statt. Das ursprünglich französische Libretto von Nuitter wurde für die Erstaufführung von Alfred von Wolzogen ins Deutsche übersetzt. Auf Wunsch des Wiener Kritikers Eduard Hanslick erhielt das Werk den irreführenden Titel „Die Rheinnixen“, in Anlehnung an das von Richard Wagner geplante Rheingold aus der Ring-Tetralogie, deren Text bereits bekannt war.

Am 1. Januar 1865 brachte die Kölner Oper das Werk als deutsche Erstaufführung heraus. Trotz aufwändiger Proben scheiterte der Versuch. Schon nach der zweiten Aufführung wurde das Werk wegen der geringen Besucherzahlen abgesetzt.

Danach gerieten „Die Rheinnixen“ in Vergessenheit, mit Ausnahme einiger Melodien, die Offenbach in Hoffmanns Erzählungen wiederverwendete, wie die Feenmusik, die zur Barcarole wurde oder das Trinklied aus dem ersten Akt, das auch in Luthers Schänke angestimmt wird. Armgards „Vaterlandslied“ dagegen, das sich wie ein Leitmotiv durch die Oper zieht, ist singulär und zu Unrecht vergessen.

In Frankreich wurde die Oper bis 2002 nicht aufgeführt. Die von Offenbach vorgesehene französische Version ging bis auf Klavierauszüge größtenteils verloren. Nur die vollständige deutschsprachige Uraufführungspartitur ist erhalten geblieben.

Im Jahre 1999 wurde von den beiden Verlagen Boosey & Hawkes und Bote & Bock unter dem Herausgeber Jean-Christophe Keck eine Offenbach-Edition in Angriff genommen, zu der auch dieses Werk gehörte. Dank der Zusage des Chefs der Musikabteilung des französischen Rundfunks und Intendanten des Festivals von Montpellier René Koering konnte die Oper im Sommer 2002 konzertant in deutscher Sprache unter der Leitung von Friedemann Layer aufgeführt werden. Diese Produktion erschien wenig später als CD-Aufnahme.

Nach der konzertanten Realisierung am 20 Juli 2002 erfolgte die erste szenische Aufführung nach der neuen Offenbach-Edition im Januar 2005 in Ljubljana, die von der Kritik gelobt wurde.

Am 15. April 2005 versuchte das Theater Trier als erste deutsche Bühne eine Wiederaufführung. Das Werk wurde dramaturgisch bearbeitet, gekürzt und als Antikriegsstück mit brutal agierenden Söldnern gebracht, wobei sich Hedwig nach dem Tod ihrer Tochter ein Happy-End erträumte. Die vorgeführten Vergewaltigungen erinnerten an Exzesse aus Kriegen des zwanzigsten Jahrhunderts. Einige Kritiker lobten den ehrenhaften Versuch des Theaters Trier, bemängelten aber auch, dass die Inszenierung nicht adäquat zu Offenbachs Musik war.

Im Jahr 2006 wurde das Werk im Staatstheater Cottbus halbszenisch aufgeführt (Premiere am 27. Mai 2006).

Historischer Hintergrund

Die Oper spielt zur Zeit des Ritterkrieges im Herbst 1522. Franz von Sickingen (1481 – 1523) war von der oberrheinischen Ritterschaft im Jahre 1522 zu ihrem Hauptmann gewählt worden. Im Sommer 1522 begann er eine Fehde gegen den Kurbischof von Trier und belagerte im September 1522 die Stadt. Nach wenigen Tagen musste er die Belagerung abbrechen, weil der Landgraf von Hessen und der Kurfürst von der Pfalz dem Bischof zu Hilfe kamen. Beim Gegenschlag im Frühjahr 1523 wurde die Ebernburg bei Kreuznach zerstört, und Sickingen musste sich auf seine Burg Nanstein bei Landstuhl (heute Landkreis Kaiserslautern) zurückziehen. Er kapitulierte am 7. Mai und starb noch am gleichen Tag an seinen schweren Verletzungen. Im Sommer zerstörte ein Heer des schwäbischen Bundes mehr als 30 Schlösser und Burgen von Rittern und bereitete so der Ritterschaftsbewegung im Alten Deutschen Reich ein Ende.

Die Handlung

Vorgeschichte

Conrad von Wenckheim hatte Hedwig nach Vorspiegelung einer Trauung unter einem falschen Priester geschwängert. Ihre Tochter Armgard ist zu Beginn der Oper eine junge Frau und heimlich mit dem zu den Soldaten entlaufenen Franz verlobt.

Erster Akt

Hedwigs Pachthof auf dem Gebiet des Sickingen bei Bingen. Hedwig beklagt die brutale Soldateska. Kurz darauf werden Dorf und der Hof von Pfälzer Landsknechten unter Conrad von Wenckheim besetzt, um während der Belagerung von Trier Sickingens Burg unweit von Kreuznach zu erstürmen. Armgards Jugendfreund Franz Waldung, der Hauptmann des Haufens, leidet seit einer kriegsbedingten Kopfverletzung unter Amnesie. Armgard wird zusammen mit anderen Frauen und Mädchen unter den Augen von Franz bei dem abendlichen Gelage der Soldaten drangsaliert und gezwungen, für die Soldaten zu singen. Vergeblich versucht sie Gottfried, ein Freund der Familie, zu schützen. Beim Singen des pazifistischen „Vaterlandsliedes“ bricht sie zusammen und gilt als tot. Erst jetzt kommt Franz ein Teil der Erinnerung zurück.

Zweiter Akt

In der Nähe des Pachthofes beklagt Hedwig im Beisein von Gottfried die tote Armgard, und Hedwig erzählt ihm die Vorgeschichte. Unterdessen reift in ihr der Entschluss, Armgards Leben mithilfe der Feen vom Elfenstein zu retten. Conrad und Franz planen einen heimlichen Überfall auf Sickingens Ebernburg und zwingen Gottfried, ihnen den Weg zu zeigen. Gottfried willigt zum Schein ein. Armgard erwacht zum Leben und flieht zu den Feen.

Dritter Akt

Im Wald beim Elfenstein, in der Nähe der Ebernburg versammeln sich die Feen (Chor und Ballett). Hedwig hofft, ihre Tochter bei diesen Elementargeistern zu finden. Armgard, die aus einer tiefen Ohnmacht erwacht ist, kommt hinzu. Sie will ihren Jugendfreund Franz retten. Hedwig sieht erstmals ihre Tochter wieder, glaubt aber, dass es ein Traumbild ist. Armgard versucht, ihre Mutter zur Flucht zu bewegen. Die Landsknechte mit Conrad, Franz und Gottfried sind auf dem Weg zu Sickingens Burg und werden von den Feen vom richtigen Weg in den Wald gelockt. Nachdem sich vor den Landsknechten mit der Scheinheirat gebrüstet hat, erkennt ihn Hedwig wieder und hofft auf Rache durch die Feen Armgard löst den Zauberbann von Franz und rettet damit die Soldaten vor dem Tod.

Vierter Akt

Im Hauptquartier vor den Ruinen „des Schlosses von Kreuznach“ bereiten die Landsknechte die Belagerung von Sickingens Burg vor. Franz und Conrad berichten von ihrem nächtlichen Abenteuer. In einem Duett kann Armgard Franz davon überzeugen, dass sie ins Leben zurückgekehrt ist. Hedwig wird gefangen vor Conrad geführt, gibt sich ihm zu erkennen und bezichtigt ihn als Mörder ihrer Tochter. Franz kommt zusammen mit Armgard hinzu, und Armgard kann auch Hedwig überzeugen, dass sie nur scheintot war. Gottfried und Hedwig dürfen auf Befehl Konrads in ihr Dorf zurückkehren. Hedwig und Conrad versöhnen sich. In diesem Moment werden die Soldaten mithilfe der Feen in den Abgrund gerissen. Armgard, Hedwig, Franz, Conrad und Gottfried dagegen sind gerettet und singen den Refrain des Vaterlandsliedes. Damit endet die Oper.

Synopsis

Die Oper steht im Kontext der romantischen Feenopern wie E.T.A. Hoffmanns und Albert Lortzings Undine (UA 1845), sowie Wagners Die Feen. Es vermischen sich realistische und märchenhafte Szenen. Armgards Wiedererwachen erinnert an das Märchen von Brüderchen und Schwesterchen. Der Grundtenor der Oper ist pazifistisch. Letztendlich siegt die Liebe über alle Kriegsgräuel.


Diskographie

  • Ouvertüre: Philharmonia Orchestra unter Antonio de Almeida, 1987 (Philips)
  • Gesamtaufnahme: Orchestre National de Montpellier unter Friedemann Layer, 30.Juli 2002 (Accord/Universal).

Literatur

  • Jean-Christophe Keck und Frank Harders-Wuithenow im: Booklet der Gesamtaufnahme, 2002
  • Rezensionen
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