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Diatronic
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Die diatronic ist eine Maschine für die Herstellung von Schriftsatz und arbeitet im Fotosatzverfahren. Sie wurde 1967 von der Hermann Berthold AG entwickelt. Die Maschine arbeitet optomechanisch, das bedeutet, die Schriftzeichen werden durch eine Negativschablone auf das Fotomaterial belichtet. Als Kompaktgerät gebaut, vereint die Maschine Tastatur, Recheneinheit und Belichter in einem Gehäuse.
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Die diatronic ist eine Maschine mit Direkteingabe, es gibt keine Möglichkeit zur automatischen Steuerung durch einen Lochstreifen. Zur Erfassung des Textes besitzt die diatronic eine elektronische Tastatur mit Qwertz-Layout und zusätzlichen Tasten für Steuerbefehle. Die Tasten sind gegeneinander verriegelt, um eine ungewollte Mehrfachbelichtung zu verhindern.
Die Maschine hat keinen Bildschirm, sondern ein Display, auf dem nur das zuletzt getippte Zeichen zu erkennen ist. Weitere Satzparameter, wie z.B. Schriftgröße, Zeilenabstand oder Seitenposition werden angezeigt. Auf einem Papierstreifen wird eine Klarschrift des Textes zur Kontrolle angefertigt.
Während des Setzens einer Zeile sind Korrekturen des Textes möglich, bevor die Maschine nach Druck einer Spezialtaste die Zeile automatisch ausschließt, die Satzart (z.B. Blocksatz, Mittelachsensatz oder Flattersatz) einstellt und die Daten der Zeile zur Fotoeinheit schickt. Dies erfolgt im Hintergrundbetrieb, während der Benutzer die nächste Zeile eingeben kann. In der Fotoeinheit werden die Zeichen durch Schriftscheiben mit Negativzeichen erzeugt. Die Maschine kann acht Schriftscheiben mit jeweils einem kompletten Satz aus Buchstaben und Ziffern in ihrem Magazin verwalten und daraus mehrfach gemischten Satz herstellen. Die erzielbare Schriftgröße liegt zwischen 6 und 20 Punkt. Belichtet werden bis zu 18000 Zeichen in der Stunde auf fotografisches Filmmaterial, das in einer Kassette in die Maschine eingelegt wird und ein Satzformat von 30 x 30 cm bietet.
Die Satzgeschwindigkeit der Maschine ist deutlich geringer als bei Modellen mit einer Lochstreifensteuerung. Auch arbeitet die Belichtungsanlage mit ihrer Halogenlampe langsamer als andere mit Elektronenblitz. Die Vorzüge der Maschine liegen deshalb in der Präzision und den Gestaltungsmöglichkeiten beim Satz.
Die mit der Diatronic eingeführte Schriftscheibe war fortan auch der Schriftträger für die weiteren Fotosetzgeräte von Berthold. Ein Stellwerk positioniert die Scheibe so im optischen System, dass das gewünschte Zeichen belichtet werden kann. Der Lichtstrahl fällt dabei durch die Schriftscheibe auf einen drehbaren Spiegel, der ihn auf den Film reflektiert. Während des Belichtens steht das System still und erzeugt damit Text von hoher Randschärfe und ist damit z.B. Trommelbelichtern mit rotierenden Zeichenträgern überlegen.
Die Diatronic war die erste Fotosetzmaschine, die horizontale und vertikale Linien in Stärken zwischen 0,1 und 3 mm setzen konnte. Mit ihren 300 programmierbaren Tabulatoren konnte millimetergenauer Tabellensatz erreicht werden. Das Belichten auf Blattfilm anstatt auf Rollfilm hatte den Vorteil, dass jede Position auf der Seite wiederholt und in beliebiger Reihenfolge angesteuert werden konnte. Damit konnten auch komplizierte Gestaltungen ohne zusätzliche spätere Montage direkt erstellt werden.
Literatur
- Sepp Dußler, Fritz Kolling: Moderne Setzerei. 4. Auflage. Verlag Dokumentation Saur KG, Pullach 1974, ISBN 3-7940-8703-8.
- Günter Schmitt: Schriftsetzer. Typograf. Ein Beruf im Wandel der Zeit. AT Verlag, Aarau 1990, ISBN 3-85502-380-8.
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