Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Devon (Geologie)

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
N Jünger Jünger
P
A
L
Ä
O
Z
O
I
K
U
M
Periode
Perm
Oberes
Mittleres
Unteres
Periode
Karbon
Pennsylvan.
Mississipp.
Periode
Devon
Oberes
Mittleres
Unteres
Periode
Silur
Pridoli
Ludlow
Wenlock
Llandovery
Periode
Ordovizium
Oberes
Mittleres
Unteres
Periode
Kambrium
Oberes
Mittleres
Unteres
N Älter Älter

Das Devon ist als geochronologische Einheit eine zeitliche Periode innerhalb des Paläozoikums. Es begann vor etwa 416 Millionen Jahren und endete vor 359 Millionen Jahren (siehe geologische Zeitskala). Als chronostratigraphische Einheit ist es ein System, das alle Gesteinsbildungen innerhalb dieses Zeitabschnitts repräsentiert. Sein Name leitet sich von der britischen Grafschaft Devonshire ab.

Inhaltsverzeichnis

Erforschungsgeschichte

Die englischen Geologen und Paläontologen Roderick Murchison und Adam Sedgwick schieden 1839 den Kern des Devons im heutigen Sinne als Gesteinsbildungen zwischen dem silurischen und dem gleichfalls neu eingeführten, Kohle führenden karbonischen System aus.

Wesentlich war die durch von dem Paläontologen William Lonsdale übernommene Interpretation der in England weit verbreiteten „Old-Red“-Sandsteine und der Kalke im Norden der Grafschaft Devonshire als zeitgleiche Ablagerungen.

Gliederung

Paläogeographie

Am Anfang des Devons stießen die beiden Urkontinente Laurentia und Baltica endgültig zusammen, so dass der Kontinent Euramerika (= Laurussia, Old-Red) entstand. Durch den Zusammenstoß vergrößerte sich das kaledonische Gebirge, welches bereits im Silur gebildet worden war. Zwischen Gondwana und Euramerika lag nun der Rheische Ozean, auch Paläotethys genannt. Gondwana lag am Südpol. Die Großerdesituation Rodinia hat sich bereits wieder aufgelöst, aber es gibt schon die ersten Anzeichen von Pangäa.

System Serie Stufe
D
E
V
O
N
Oberdevon Famennium
Frasnium
Mitteldevon Givetium
Eifelium
Unterdevon Emsium
Pragium
Lochkovium
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Devon_%28Geologie%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


Klima

Das Klima war warm. Der Meeresspiegel lag aufgrund der geringen Menge an Inlandeis recht hoch. Im Oberdevon war es in Südamerika eher kalt. Es kam zu einer allmählichen Abkühlung der Polargebiete.

Biosphäre

Lebensräume und Fazies

Die Gesteinsausprägung der silizo-klastischen und karbonatischen Sedimente aus dem Ablagerungsraum des küstennahen Schelfs wird im Devon Rheinische Fazies genannt. Hier sind die für das Devon typischen flachen Körper (Bioherme) wellenresistenter Riffe zu finden. Als Riffbildner traten besonders die heute ausgestorbenen Stromatoporen, Rugosa und Tabulata in Erscheinung. Die Riffbildung des Paläozoikums erreichte im Devon ihren Höhepunkt. Nach dem Aussterben am Ende des Devons wurden lange Zeit keine großen Riffe mehr gebildet, erst im Mesozoikum entstanden wieder mächtige Riffe.

Ein Beispiel für ein kleines isoliertes Atoll-Riff, das während des Givetiums und dem Frasniums gebildet wurde, ist der Iberg im Harz. Größer ist der Ebingeröder Komplex, der während desselben Zeitraums auf einem Vulkansockel entstand.

Auf dem tiefen Schelf und im offenen Ozean wurden die Gesteine der Herzynischen und Böhmischen Fazies sedimentiert. Es sind häufig dunkel gefärbte Tone oder Mergel, in denen Plankton oder Nekton aus dem Wasserkörper fossil erhalten sind. Der Meeresboden war meist Sauerstoff-arm, so dass nur bereichsweise Bodenorganismen überliefert sind. Benthos wurde häufiger durch submarine Rutschungen, Trübeströme oder Sturmflutereignisse als Allochthon eingebracht. Auf Schwellen zwischen diesen Bildungen des tieferen Wassers konnten pelagische Kalke (Cephalopodenkalke) mit einer typischen Fauna aus Cephalopoden und Conodonten sedimentiert werden.

Tier- und Pflanzenreich

In diesem Zeitalter bevölkerten bereits viele Schwämme, Korallen, Muscheln, Schnecken, Armfüßer (Brachiopoda), Trilobiten und Tintenfische die Ozeane der Erde.

Weiterhin entwickelten sich die Fische, namentlich die Panzerfische (Placodermi), in ungeheurer Vielfalt, daher wird das Devon auch als „Zeitalter der Fische“ charakterisiert. Der größte Fisch und zugleich das größte bekannte tierische Lebewesen dieser Periode war Dunkleosteus, ein räuberisch lebender Panzerfisch aus dem späten Devon, der zu den Arthrodiren zählt und eine Länge von bis zu neun Meter erreicht haben könnte. Weiterhin erreichten die Stachelhaie (Aconthodii) den Höhepunkt ihrer Artenvielfalt. Erste gesicherte Funde dieser Fische stammen aus dem Silur, im Perm starben sie aus. Auch die Quastenflosser und die Lungenfische erschienen erstmalig im Devon.

Gegen Ende des Devons unternahmen die ersten Landwirbeltiere (Tetrapoda) in Gestalt der Amphibien wie den ersten Landgang. Gattungen wie Ichthyostega und Acanthostega werden mit den Amphibien in Verbindung gebracht.

Im Oberdevon entstanden die ersten geflügelten Insekten, Eopterum devonicum ist ein bekanntes Fossil.

Die Landpflanzen, die sich vermutlich bereits im Ordovizium entwickelt hatten, breiteten sich im Devon weiter aus. Auch hier kam es zu einer Radiation. Wichtige Pflanzen des Devons: Rhynia (Gattung der Urfarne), Baragwanathia (Gattung der Bärlappgewächse), Zosterophyllum (Urfarne), Taeniocrada (Urfarne), Asteroxylon (Bärlappgewächse). In den fossilierten Wurzeln von Asteroxylon und auch in Rhynia wurden erste gesicherte Beweise der Mykorrhiza gefunden. Die Mykorrhiza stellt eine Symbiose von Pilzen mit Pflanzen dar, womit der Pflanze die Wasseraufnahme durch die Wurzeln erleichtert wird. So finden sich in den fossilierten Wurzeln von Asteroxylon Pilzhyphen sowie Pilzsporen von Phycomyceten. Nach der Auffassung vieler Botaniker und Ökologen wurde der Landgang erst mit Hilfe der Pilze möglich.

Die Moosart Pallaviciniites devonicus aus dem Oberdevon ist einer der ersten gesicherten Funde der Moose. Diese Art wird den Lebermoosen, genauer der Unterklasse Metzgeriidae (auch als Ordnung Metzgeriales aufgefasst) zugerechnet. Die Moose müssen sich schon früher entwickelt haben, aber fossilierte Funde sind sehr selten.

In den sumpfigen, tropischen Gebieten des Oberdevons entstanden die ersten Wälder. Aus ihnen wurden die ältesten Kohlevorkommen.

Durch die Verbreitung der Landpflanzen, und somit zu einer Steigerung der Photosyntheseaktivität, stieg der Sauerstoffgehalt der Luft stark an. Im Karbon erreichte er einen Wert von etwa 35 Prozent.

Aussterbe-Ereignisse im Oberdevon

Im Oberdevon kam es im obersten Frasnium zu einem in das untere Famennium hereinreichenden markanten zweiphasigen Aussterbeereignis, das sich in der Lithologie häufig durch das initiale Auftreten dunkler, kohlenstoffreicher Gesteine äußert. Dieses Ereignis wird nach dem Vorkommen dieser dunklen Gesteine als Kellwasser-Kalk in einem Tal im Harz als „Kellwasser-Event“ bezeichnet. Vor dem Event kam es während des Frasniums zu einem durch mehrere Regressionsereignisse unterbrochenen Anstieg des Meeresspiegels mit einem vermutlichen Höchststand zum Beginn des Events. Jede dieser mehrere zehntausend Jahre andauernden Phasen wird durch einen plötzlichen weiteren Anstieg des Meeresspiegels eingeleitet, der besonders in Lokalitäten im europäischen und nordafrikanischen Raum mit der Bildung von kohlenstoffreichen Kalken, Mergeln und Tonen unter anoxischen Bedingungen verknüpft ist. Die Sedimentation von Brekzien und bzw. das Auftreten von Sedimentstrukturen wie die der „deformierten Rutschmassen“ zeigen gegen Ende jeder der zwei Phasen eine plötzliche Meeresspiegel-Senkung an [1]. Die zweite Phase leitet in eine nur durch kurze transgressive Pulse unterbrochenene globale Absenkung des Meeresspiegels durch das gesamte Famennium ein. Diese eustatische Absenkung des Meeresspiegels wurde durch eine globale Abkühlung mit der Ausbildung einer Vergletscherung auf dem Südkontinent verursacht [2]. Das bedeutendste der mit dem Kellwasser-Event verknüpften Aussterbeereignisse fand zum Ende der zweiten Phase statt.

Bei diesen Aussterbe-Ereignissen waren hauptsächlich marine Gruppen betroffen, die Landlebewesen wurden weniger reduziert. Einige der am stärksten betroffenen Gruppen waren u.a. die Trilobiten, Acritarcha, die Tabulata und Rugosa, Stromatoporen, Brachiopoda und die Panzerfische.

Siehe auch

Quellen

  1. Sandberg, Ziegler, Dreesen & Butler 1988
  2. Veevers & Powell 1987

Literatur

  • Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit, C. Bertelsmann, München 1986, ISBN 3-570-01066-X
  • Peter Rothe: Quastenflosser und Nacktpflanzen: Das Devon. Biologie in unserer Zeit 33(2), S. 107 - 115 (2003), ISSN 0045-205X
  • M. J. S. Rudwick: The Devonian: A system born from conflict. -- In: M. R. House & C. T. Scrutton & M. G. Basset [Hrsg.], The Devonian System. -- Special Papers in Palaeontology, Bd. 23: 9-21, 3 Abb.; London 1979.
  • Ch.A. Sandberg, W. Ziegler, R. Dreesen & J.L. Butler: Late Frasnian mass extinction: conodont event stratigraphy, global changes and possible causes. -- Courier Forschungsinstitut Senckenberg, Bd. 102: 267-307, 15 Abb.m, 6 Tab.; Taf. 1-2; Frankfurt am Main 1988.
  • J.J. Veevers & C. McA. Powell: Late Paleozoic glacial episodes in Gondwanaland reflected in transgressive-regressive depositional sequences in Euramerica. -- Geological Society of America, Bulletin, Bd. 98: 475-487; Boulder/Colo. 1987).

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Devon_%28Geologie%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge