Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Deutschkonservative Partei

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Deutschkonservative Partei konstituierte sich am 7. Juni 1876 aus sehr verschiedenen Gruppen: Großgrundbesitzern, Anhängern der Regierung Bismarck wie Moltke, orthodoxen Protestanten und Christlich-Sozialen. Sie erkannte die Verfassung des Deutschen Kaiserreichs an und trat für die Bewahrung der monarchischen Vorrechte, Stärkung der Religion und Bekämpfung der Sozialdemokratie ein. Eine der wichtigsten Vorgängerparteien waren die preußischen Altkonservativen.

Ihr Hauptorgan war die Neue Preußische Zeitung (Kreuzzeitung).

Zunächst setzte die Partei sich deutlich von Bismarck und der ihn unterstützenden Freikonservativen Partei ab, doch näherte sie sich ab 1877 seiner Politik wieder an, insbesondere als er zur Schutzzollpolitik überging. Ihre Hochburgen hatte die Partei in Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg und Sachsen. Im Preußischen Abgeordnetenhaus war sie, begünstigt durch das preußische Dreiklassenwahlrecht, die stärkste Kraft. Im Herrenhaus war ihre Stellung sogar noch stärker. So hatte sie einen wesentlichen Einfluss auf Offizierskorps, Beamtenschaft und Geistliche, und über den Bundesrat auch auf die Reichspolitik.

Bei der Schutzpolitik ging sie mit den Freikonservativen, dem Zentrum und mit Teilen der Nationalliberalen Partei zusammen. Doch wandte sie sich gegen den Kulturkampf Bismarcks.

Nach dessen Entlassung gingen die Deutschkonservativen in Opposition zur wirtschaftsliberalen Politik des neuen Reichskanzlers Leo von Caprivi. Das 1892 beschlossene Parteiprogramm (das so genannte Tivoli-Programm) wandte sich beeinflusst von Adolf Stoecker gegen jeden jüdischen Einfluss und gegen die Sozialdemokratie. Stoecker veranlaßte im Februar 1896 wegen sozialpolitischer Meinungsverschiedenheiten die Abtrennung der Christlich-Sozialen Partei. Die Deutschkonservativen stimmten 1898 und 1899 geschlossen für Flotten- und Militärvorlagen, zeigte sich aber im preußischen Landtag als Gegner des Mittellandkanals.

Unter Reichskanzler Fürst Bernhard von Bülow näherten sich die Partei wegen dessen agrarprotektionistischer Politik wieder an die Reichsregierung an, doch lehnte sie weiterhin alle Ansätze zu liberalen Reformen in der Innen-, Wirtschafts- und Finanzpolitik ab und trug so 1909 zum Sturz der Regierung Bülow bei. Die Deutschkonservativen widersetzten sich jeder Stärkung des Reichs zu Lasten der einzelnen Bundesstaaten, weil sie fürchteten, dass sonst ihr Einfluss im die Bundespolitik beherrschenden Preußen an Gewicht verlöre. Dagegen stimmten sie allen Militär- und Flottenvorlagen zu, während sie die Kolonialpolitik nur zögernd unterstützten.

Bekannte Vertreter der Partei waren u.a. Ernst von Heydebrand und der Lasa, Kuno Graf von Westarp, Hans Hugo von Kleist-Retzow, Philipp von Natik-Ludom und Wilhelm von Hammerstein.

Ein Großteil der Mitglieder der Deutschkonservativen Partei beteiligte sich 1918 an der Gründung der DNVP.

Weblink

Persönliche Werkzeuge