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Deutsches Technikmuseum Berlin
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Das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTMB) gegründet 1982, eröffnet 1983, betrachtet sich als Nachfolgeinstitution der über 100 technischen Sammlungen, die es in den vergangenen Jahrhunderten in Berlin gegeben hat.
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Das Museum
Das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTMB) wurde 1982 unter dem Namen Museum für Verkehr und Technik in Berlin gegründet und steht in einer langen Sammlungstradition alter Exponate aus Verkehr und Technik. Es führt die Tradition namhafter Technikmuseen fort, die bis zum Zweiten Weltkrieg in Berlin beheimatet waren. Das Museum befindet sich in der Mitte Berlins in der Trebbiner Straße auf einem alten Industriegelände aus dem Jahr 1874, hier befand sich der Anhalter Güterbahnhof, das Bahnbetriebsgelände mit zwei Ringlokschuppen und die Fabrikgebäude der Gesellschaft für Markt- und Kühlhallen, sowie der historische Dresdner Bahnhof. Dieses historische Gebäudeensemble ist zugleich das wertvollste „Objekt“ des Berliner Museums. Nach Abschluss aller Ausbauphasen 2003 verfügt das Haus über 50.000 m² Ausstellungsfläche und gehört zu den größten Technikmuseen der Welt. Zum 1. September 1996 wurde das Museum für Verkehr und Technik in Deutsches Technikmuseum Berlin umbenannt.
Im Jahr 2002 wurde die Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin gegründet, die das DTMB mit den Außenstellen Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow, das Zeiss-Großplanetarium in Berlin-Prenzlauer Berg, das Zucker-Museum und das Science Center Spectrum, das ebenfalls auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Anhalter Bahnhofs liegt, verbindet.
Das Museum steht seit dem Jahr 2000 stellvertretend unter der Leitung Prof. Dr. Dirk Böndels, im Jahr 2003 wurde er vom Stiftungsrat und der Senatsverwaltung für Kultur zum amtierenden Direktor berufen.
Ständige Ausstellungen
Luft- und Raumfahrt
Der Rundgang durch die acht Bereiche der Ausstellung ist so facettenreich wie die Geschichte, die er nachzeichnet. Erinnerungsstücke an tollkühne Piloten dokumentieren den Enthusiasmus der Frühzeit und den Wagemut der ersten Flieger. Die einzige erhaltene Jeannin-Stahltaube, Baujahr 1914, veranschaulicht die Anfänge der militärischen Luftfahrt, durch die der Traum vom Fliegen seine Unschuld verlor. Die Verkehrs- und Sportfliegerei der 1920er und 1930er Jahre steht im Zeichen des Versailler Vertrages und seiner restriktiven Bestimmungen, die die Entwicklung der deutschen Luftfahrt nach dem Ersten Weltkrieg stark einschränkten. Zentrales Objekt dieser Ausstellungseinheit ist das Verkehrsflugzeug Junkers Ju 52, besser bekannt als „Tante Ju“. Seltene Erinnerungsstücke eines Flugkapitäns der Deutschen Lufthansa und eines bekannten Sportfliegers beleuchten ihren fliegerischen Alltag. Der Ausstellungsbereich zum Zweiten Weltkrieg thematisiert Aufbau und Untergang der deutschen Luftwaffe und zeigt, wie die Nationalsozialisten die Faszination des Fliegens für ihre Zwecke missbrauchten. Das Wrack eines Junkers Ju 87 Sturzkampfbombers lässt das Zerstörungspotential des Flugzeugs als Waffe erahnen. Einen Eindruck von den Lebenswegen ehemaliger Luftwaffenangehöriger vermittelt die Medienstation „Mensch und Krieg“, an der sechs unterschiedliche Biografien erzählt werden. Im Mittelpunkt des Raumfahrtbereichs steht der deutsche Beitrag zur Entwicklung der Raketentechnologie. Die Darstellung beginnt mit den Phantasien und Experimenten der frühen Enthusiasten und endet mit der Vereinnahmung dieser Technologie für die Rüstungspläne der Nationalsozialisten. Zeichnungen von Augenzeugen dokumentieren die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen der KZ-Häftlinge, die in der Raketenproduktion in Mittelbau/Dora eingesetzt wurden.
Eine Ausstellungseinheit zur Flugzeugtechnik ergänzt den chronologischen Rundgang. Hier wird die Entwicklung und Funktionsweise von Einzelkomponenten wie Motor, Fahrwerk oder Propeller veranschaulicht. Das „gläserne Flugzeug“, eine partiell geöffnete Arado Ar 96 aus dem Jahr 1943, gewährt einen Einblick in das komplexe Innenleben der Maschine.(Christiane Reiß-Schmidt, DTMB)
Schifffahrt
Auf 6600 m² Ausstellungsfläche, über zwei Etagen und ein Galeriegeschoss verteilt, sind 1500 Exponate zur Schifffahrtsgeschichte zu sehen. Damit befindet sich in Berlin eine der weltweit größten Ausstellungen zu diesem Thema. Während im Erdgeschoss die Binnenschifffahrt zwischen Elbe und Oder mit mehreren Großobjekten wie dem märkischen Schlepper Kurt Heinz von 1901 oder dem 33 Meter langen Kaffenkahn von 1840 präsent ist, nimmt sich das zweite Obergeschoss der internationalen Hochseeschifffahrt an. Hier werden gleichsam im Zeitraffer 10000 Jahre Schifffahrtsentwicklung nachgezeichnet. Auf dem Galeriegeschoss sind die Sportschifffahrt, der Modellbau und wissenschaftliche Versuche ausgestellt, die das Deutsche Technikmuseum Berlin in einem interdisziplinären Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Schiffs- und Meerestechnik sowie der Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau an der Technischen Universität Berlin durchführte.
Schienenverkehr
Die Eisenbahn gehört in technischen Museen meistens zu den beliebtesten Themen der Sammlungen. In Berlin, dem historischen Zentrum des deutschen Eisenbahnnetzes, wurde versucht, neben der Geschichte dieser eindrucksvollen Maschinen auch die alltägliche Geschichte der Menschen zu zeigen, die mit der Bahn als Reisende und Bedienstete, als Aktionäre, aber auch als Deportierte zu tun gehabt haben.
Ihrem Standort auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk des Anhalter Bahnhofs Rechnung tragend, ist die Eisenbahn-Abteilung des Deutschen Technikmuseums Berlin 1987/88 als erster Bereich schon im endgültigen Zustand ausgebaut und weitgehend eingerichtet worden.
Sozusagen das „größte Ausstellungsstück“ des Museums ist seine historische Lokschuppenanlage von 1874, in der auf 34 Gleisen nicht weniger als 40 Schienenfahrzeuge in Originalgröße zu sehen sind. Dazu kommt eine Fülle von Modellen und kleinen Objekten.
Die Ausstellung ist chronologisch in 33 „Stationen der Eisenbahngeschichte“ gegliedert. Historisch bedeutsamen Jahreszahlen folgend, wandern Besucherinnen und Besucher gleichsam durch die Zeiten von den Anfängen der Eisenbahn bis zum heutigen Tag. Der erste Lokschuppen enthält diese „Stationen“ von 1800 bis 1914, der zweite Lokschuppen zeigt die „Stationen“ von 1918 bis 1980.
Im historischen Lokschuppen befindet sich außerdem eine Modelleisenbahn, die die Gleisanlagen und Gebäude des Anhalter Personenbahnhofs, Güterbahnhofs und des Bahnbetriebswerks sowie einige umliegende Gebäude im Zustand von 1939 im exakten Maßstab 1:87 zeigt. Interessant ist dabei insbesondere, dass der Vergleich zwischen dem Modell und dem heutigen Zustand des Originals unmittelbar möglich ist.
Produktionstechniken
- Museale Kofferproduktion
Die „Kofferproduktion“ zeigt die Herstellung eines alltäglichen Produktes. Der Hartpappenkoffer mit Vulkanfiberecken, typisches Reisegepäck seit den 20er Jahren, war ein massenhaft hergestellter Artikel für alle. In der für ein Museum einmaligen Anlage werden alle Arbeitsgänge bis zum Endprodukt vorgeführt.
- Manufakturelle Schmuckproduktion
Schmuck ist seit fast 120 Jahren nicht nur individuell gefertigtes Einzelstück, sondern in erster Linie massenhaft hergestelltes Produkt. Auf 200 m² erfahren Besucherinnen und Besucher viel Unbekanntes über die manufakturellen Produktionstechniken. Im Zentrum stehen sieben Fertigungsbereiche: Prägen-Pressen-Stanzen, Ziehen-Walzen, Gießen, Schleifen-Polieren, Guillochieren-Gravieren, die Kettenherstellung und die handwerklichen Techniken des Goldschmiedeberufs. Heute wie noch Ende des 19. Jahrhunderts werden in dieser Kombination von Maschinen- und Handarbeit Armreifen, Ringe, Broschen, Creolen, Manschettenknöpfe, Serviettenringe und vieles mehr hergestellt. Die Vorführungen an historischen fuß-, hand- und elektrisch betriebenen Maschinen – dem Fallhammer mit einem sieben Tonnen schweren Schwung zum Hohlprägen, der Schleudergussanlage zum Gießen von unterschiedlichen Schmuckteilen und der Guillochiermaschine zum Dekorieren von glatten Oberflächen mit geometrischen Mustern – zeigen alle wichtigen Arbeitsgänge von der Formgebung bis zum polierten, finierten Schmuckstück. Zusätzlich ermöglichen Filmdokumente vertiefende Einblicke in Geschichte und Gegenwart der manufakturellen Schmuckherstellung.
- Historische Werkstatt
Die funktionsfähige „Historische Werkstatt“ in der Eingangshalle stellt mit Maschinen aus dem Bereich der Metallbearbeitung typische, vor allem spanabhebende Werkzeugmaschinen vor, die im Zuge der technisch-industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert zum Standard wurden. Die Einrichtung entspricht einer transmissionsangetriebenen Werkstattausrüstung klein- und mittelständischer Betriebe bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Straßenverkehr
Vielgestaltig sind die Impulse und Faktoren, aus denen sich die automobile Entwicklung bis zum heutigen Tage ableitet. Sie ist begleitet von unzähligen Experimenten mit Fahrwerken, Motoren und Aufbauten - die Jahrhundertgeschichte einer technischen Errungenschaft, die wie kaum eine andere den Menschen, sein Leben und sein Handeln verändert hat. Es ist eine Entwicklung mit Licht und Schatten.
Mit den bisherigen Ausstellungen im Bereich Straßenverkehr bleibt das Deutsche Technikmuseum Berlin nicht an Chrom und Lack, Hubraum und Design und dem Chic der Zeit hängen, sondern gewährt tiefere Einblicke. Es richtet den Blick auf die Anfänge des modernen Straßenverkehrs und auf die Entwicklungsgeschichte des Automobils, herausragende Konstruktionen, große, heute oft vergessene Automobilfirmen und deren zahlreiche Konstruktionen, die als Dreirad-, Kleinwagen-, Stromlinien-, Elektro- oder Schwimmwagenmobile in „genialen Sackgassen“ endeten.
Die Abteilung Straßenverkehr umfasst eine der umfangreichsten Sammlungen des Deutschen Technikmuseums Berlin. Das Gros aller Exponate konnte bislang der Öffentlichkeit in Ermangelung geeigneter Ausstellungsräume nicht präsentiert werden. Einen repräsentativen Teil der Sammlung kann man in einem Schaudepot besichtigen. Zahlreiche Automobile und Zweiräder stehen überdies als Dauerleihgabe in ausländischen Partnermuseen.
Zum Bestand der Abteilung Straßenverkehr gehören u.a. 20 Pferdekutsche und -schlitten, rund 400 Fahrräder (vom Drais’schen Laufrad bis zum Klappfahrrad), über 200 Motorräder (darunter die komplette Zündapp-Sammlung) sowie knapp 200 Kraftfahrzeuge (vom De Dion-Dampfwagen, Bj. 1883, bis zum NSU Ro 80 mit Kreiskolbenmotor, Bj. 1972). Als Dauerleihgabe befindet sich die komplette Solex-Vergaser-Sammlung in der Obhut des Museums.
- Oldtimer Depot im Anhalter Güterbahnhof
Auf 800 m² erwarten fast 70 Automobile, Motorräder, Kutschen und Leichenwagen aus zwei Jahrhunderten die Besucherinnen und Besucher im Schaudepot an der Museumsstraße im ehemaligen Anhalter Güterbahnhof - zukünftiges Hauptgebäude des Technikmuseums.
Kommunalverkehr
Das DTMB beabsichtigt, eine weitere Ausstellung zum Thema Kommunalverkehr einzurichten. Das Museum besitzt bereits eine Vielzahl entsprechender Exponate wie z.B. historische Straßenbahnen, Busse und sonstige Fahrzeuge, für die der Platz in den bisherigen Räumlichkeiten jedoch nicht ausreicht.
Die Exponate sind zur Zeit in einem Depot (ehemalige Schnelltriebwagenhalle der Deutschen Reichsbahn) etwas abseits des Museumsgeländes gelagert. Das Depot ist jährlich an den Septembersonntagen zu den Tagen der Offenen Tür für die Öffentlichkeit zugänglich.
Textiltechnik
Die neue Ausstellung Textiltechnik handelt von textilen Strukturen und Materialien, von Technik und Kunst, von Maschinen, Produkten und Menschen. Die „Strukturen“ lösen die klassische „Reihung“ im Technikmuseum ab. Die Materialien sind traditionell, aber auch high tech: Draht, Plastik, Kohlenstofffaser und Glasfaser. Die Maschine steht neben dem Produkt, das auf ihr hergestellt wurde, sei es das Spitzenkleid oder die Kabelummantelung.
Nach der Einstimmung in das textile Thema hinter einer Wand aus Drahtgeweben geht es durch einen Materialgang zu den textilen Flächen aus Maschen und Geweben. Hier können die Besucher die Techniken ausprobieren und die unterschiedlichen Materialien auf sich wirken lassen. Die textilen Produkte sind auf handwerkliche, industrielle oder künstlerische Weise hergestellt. Manche Produkte kommen aus anderen Kulturen.
Die weltweite Arbeitsteilung mit ihrer Verlagerung der Industriearbeit in den Süden wird am Beispiel von Indien thematisiert. Gegenüber steht die Entwicklung von Hochtechnologien im Norden im Zusammenhang mit der Diskussion über die Zukunft der Arbeit.
Weltweite Arbeitsteilung ist nur möglich durch den Einsatz der neuen Informationstechnologie, die in der Textiltechnik schon seit 1805 eine herausragende Rolle spielt. Der Bandwebstuhl ist das zentrale Exponat zum Thema der Verwandtschaft zwischen Textil- und Datentechnik.
In einem zweiten Ausstellungsraum ist die Geschichte von Filzherstellung, Hutmacherei und Seidenblumenmanufaktur zu sehen. Neben zum Teil vorführbereiten Maschinen und den darauf hergestellten Produkten erinnern Foto- und Diapräsentationen an die Arbeit in den dokumentierten Betrieben.
In das Thema „Filz“ ist vor dem Hintergrund eines Teils einer Jurte das „Textile Bauen“ früher und heute in die Ausstellung integriert. Die Beispiele im Umkreis des Deutschen Technikmuseums Berlin sollen Anregung sein, auch außerhalb des Museums auf die Suche nach dem Textilen im Alltag zu gehen.
Rechen- und Automationstechnik
Ist unser Alltag ohne Computer noch denkbar? Den Kontoauszug, die Fahrkarte, die Telefonrechnung - alles berechnet, erstellt und druckt der Computer. Die Angst vor der Speicherung persönlicher Daten, in die Fremde Einsicht haben, ist weit verbreitet. Die rasante Entwicklung der Computertechnologie hat zu Euphorie, aber auch zu Verunsicherung geführt. Ihr kann nur durch fundierte Informationen über Einsatzziele, Funktionen, Möglichkeiten und Gefahren dieser Technik begegnet werden. Das Speichern, Verarbeiten und Weitergeben von Informationen ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Auch von Träumen der Menschen, Automaten - sich selbst regelnde Maschinen - zu entwickeln, wird seit mehr als 2000 Jahren berichtet.
Konrad Zuse - Die ersten Computer der Welt
Das Lebenswerk des Erfinders, Unternehmers und Künstlers. Der Erfinder des ersten Computers der Welt war zugleich ideenreicher Unternehmer und begabter Künstler. In der Ausstellung sind erstmals fast alle von Konrad Zuse gebauten Rechner - von der Z1 bis zur Z31 - im Zusammenhang mit der Firmen- und Familiengeschichte sowie das Originalbuch mit der Programmiersprache »Plankalkül« zu sehen. Sie zeigt auch die andere Seite des genialen Technikers: seine abstrakten und expressiven Gemälde.
Nachrichtentechnik
Die elektrischen Techniken der Nachrichtenübertragung haben in den letzten hundert Jahren das Verhältnis der Menschen zueinander stark verändert. Distanzen scheinen kleiner geworden zu sein, die Menge der verfügbaren Informationen ist erheblich gewachsen, die Zugangsmöglichkeiten sind erweitert worden. Während bis ins 19. Jahrhundert hinein vor allem der regierende Souverän über die jeweiligen Mittel der Nachrichtenübertragung (Post, Telegraphie) verfügte, ist heute der Zugang zum Medium vor allem von der Menge der nötigen finanziellen Mittel abhängig.
Die Metropole Berlin ist immer Knotenpunkt der elektrischen Nachrichtentechnik in Deutschland gewesen. Gleichzeitig sind hier die Behörden, Forschungsinstitute und Unternehmen beheimatet gewesen, die Träger und Motor der Innovation waren. Die Bedeutung der Nachrichtentechnik als Schlüsselindustrie der Moderne wird durch die Vernetzung von Datenbanken immer größer.
Die Ausstellung zur Geschichte der Nachrichtentechnik gibt mit Themenschwerpunkten einen Querschnitt durch das Sammlungsgebiet. Sie zeigt unter anderem die Anfänge des deutschen Rundfunks in Berlin, einen Nachbau der ersten von Manfred von Ardenne 1931 präsentierten elektronischen Fernsehanlage der Welt sowie das einzige funktionsfähige Schwarzweiß-Fernsehstudio der Welt von 1958. Im Mittelpunkt steht die „Elektropolis“ Berlin.
Schreib- und Drucktechnik
Die Ausstellung zur Geschichte der Drucktechnik ist vorerst aus räumlichen Gründen auf das Verfahren des Hochdrucks konzentriert.
„Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“ - das können und sollen die Besucherinnen und Besucher. Unter Aufsicht der Vorführer drucken sie auf einer hölzernen Presse aus dem 17. oder auf gusseisernen Pressen aus dem 19. Jahrhundert und erleben dabei, mit welchen Mühen diese Arbeiten früher verbunden waren. Auf der Linotype kann man die Zeilen für seine Visitenkarte setzen und diese auf einer Boston-Tiegeldruckpresse anschließend drucken.
Der Bereich Bürotechnik zeigt nicht nur eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung von Büromaschinen, man kann sie auch selbst be-greifen, d. h. auf Schreibmaschinen verschiedener Epochen „tippen“ und die früheren Techniken selbst ausprobieren.
Papiertechnik
Papier ist der wichtigste Informationsträger für das Wissen über unsere Vergangenheit. Es wurde in China kurz vor unserer Zeitrechnung entwickelt und entsteht aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft und Wasser.
Wie stabil dieses scheinbar so kurzlebige Material ist, demonstrieren die Vorführungen zur asiatischen und europäischen Papiermacherei in der Abteilung Papiertechnik, die sich gleich neben der Abteilung Drucktechnik befindet.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das handwerkliche Papierschöpfen, bei dem aus einer milchig-flockigen Flüssigkeit das Blatt entsteht. Die vorwiegend jugendlichen Besucher können sich in Gruppen nach vorheriger Anmeldung selbst in der „weißen Kunst“ versuchen, d.h. an den ehemaligen, denkmalgeschützten Pferdetrögen Blatt für Blatt schöpfen. „Seine Produktion“ kann man mit nach Hause nehmen und sich auf den Wert dieses Materials besinnen, mit dem man tagtäglich so verschwenderisch umgeht.
Energietechnik
Ohne Energie gibt es keine Bewegung, ohne Energie kommt keine Maschine in Gang. So finden sich, wenn auch oft verborgen, überall im Museum Objekte der Energietechnik.
Unübersehbar ist allerdings gleich in der Eingangshalle die alte Dampfmaschine, die ein ganzes Ensemble von Werkzeugmaschinen antreibt. Sie eröffnet ein neues Kapitel der Technikgeschichte auch deswegen, weil sie am Anfang einer eigenständigen Energietechnik steht. Die Dampfmaschine wird zur selbständigen, ortsunabhängigen Antriebsmaschine, deren Zweck erst durch die Verbindung mit einer Arbeitsmaschine bestimmt wird. Die fortschreitende Teilung der Industriearbeit findet sich in den Objekten wieder. Nur wenige Schritte weiter macht dies ein Dieselmotor deutlich: Er kann in Bewegung gesetzt werden, treibt aber nichts mehr an. Am klarsten wird jedoch diese Tendenz in der Elektrotechnik, deren Anfänge zunächst auf zwei Gleisen im „Lokschuppen 1a“ dargestellt sind, bis eine ausführliche Ausstellung in dem späteren Hauptgebäude an der Möckernstraße möglich wird. In der jetzigen Präsentation werden einige Aspekte im Spannungsfeld „Kraft - Wärme - Strom“ unter historischen und didaktischen Gesichtspunkten dargestellt; auch gegenwärtig diskutierte Alternativen der Stromerzeugung werden einbezogen. Von diesem Bereich führt unmittelbar eine Tür in das Freigelände des Museums, auf dem weithin sichtbar zwei historische Windmühlen - eine Holländer- und eine Bockwindmühle - die vorindustrielle Energieumsetzung demonstrieren. Ihre Mechanik ist in vielen Details sehr ausgeklügelt, und doch bilden sie einen völligen Kontrast zu der industriellen Maschinentechnik: Die Naturkraft „Wind“ und die handwerkliche Bauweise prägen die Konstruktion. Ganz anders wirkt die moderne Solaranlage: Unscheinbare graue Platten verwandeln ohne sichtbare Bewegung und Motorenlärm Sonnenlicht in elektrische Energie, um ein Wasserspiel in Gang zu setzen.
In der Umgebung dieser Anlagen werden in den nächsten Jahren weitere Objekte angesiedelt, die alte und moderne Nutzung regenerativer Energien demonstrieren, Ansätze einer Synthese von Natur und Technik und damit mögliche Auswege aus der ökologischen Krise zeigen.
Die neue Ausstellungseinheit der Abteilung Energietechnik zeigt die Anwendung des elektrischen Stroms in Form von »Lichtstrom« am Beispiel der Bogenlampen-Technik, die anhand eines Funktionsmodells vorgeführt wird. Ein weiteres Thema ist die Formgestaltung der Bogenlampen bis hin zur Großen Sparbogenlampe der AEG, einer Ikone des Industriedesigns von Peter Behrens.
Verkehrs- und Ingenieurbau
Der Transport von Menschen und Gütern zu Lande und zu Wasser hängt nicht nur von den benutzten Verkehrsmitteln ab, sondern ganz wesentlich von den landschaftlichen Gegebenheiten. Der Ingenieur- und Verkehrsbau greift regelnd in diese ein und schafft technische Hilfsmittel für erweiterte Transport- und Versorgungsmöglichkeiten, z. B. auf dem Wasserwege.
Berlin ist eine der brückenreichsten Städte Europas und Schnittpunkt des brandenburgisch-preußischen Wasserstraßennetzes. Gerade hier hat eine Ausstellung insbesondere zum Wasserbau große Bedeutung. Das Deutsche Technikmuseum Berlin kann zwar bisher nur kleine Teile seiner Bestände im 2003 eröffneten Neubau zeigen. Es verfügt aber über die außerordentliche Sammlung des ehemaligen Verkehrs- und Baumuseums im Hamburger Bahnhof, die vielfach funktionsfähige, sehr großmaßstäbliche und technisch hochwertig gearbeitete Modelle sowie eine große Zahl von Plänen, Gemälden und Landkarten umfasst.
Die Ausstellung vermittelt bereits jetzt ein intensives Bild der verschiedenen Brückenformen, Wasserregulierungs- und -hebebauten sowie Hafenanlagen und gibt einen Eindruck von der Ingenieurbaukunst des Kanal-, Schleusen-, Straßen- und Brückenbaus.
Wissenschaftliche Instrumente
Seit Eröffnung der Dauerausstellung „Schifffahrt“ im Dezember 2003 ist der Bereich der Navigationsinstrumente wieder in erweiterter Form zu sehen. Andere Bereiche wie Mikroskopie, Spektroskopie, Zeitmessung oder die umfangreiche Sammlung von Waagen und Gewichten wurden zunächst ins Depot gebracht. Sie sind der Grundstock für eine größere Präsentation im Zuge des weiteren Museumsausbaus.
Naturforschung braucht technische Hilfsmittel. Nur selten reicht der Augenschein. Erst wenn der Wissenschaftler geeignete Instrumente verwendet, antwortet die Natur auf seine Fragen. Zum wissenschaftlichen Sachverstand muss der technische hinzutreten, die Kunst der Instrumentenbauer, der feinmechanischen und optischen Werkstätten.
Berlin entwickelte sich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der feinmechanischen und optischen Produktion von Weltgeltung. Davon werden die Mikroskope, Fernrohre und mineralogischen Instrumente in der geplanten neuen Ausstellung zeugen.
Geschichte der Filmtechnik
Wie lernten die Bilder laufen? Welche Entwicklungen führten zum Kino? Wer hat den Film erfunden? Was spielt sich hinter den Kulissen ab? Diese und viele andere Fragen stellt und beantwortet die im Januar 2000 eröffnete Dauerausstellung „Lebende Bilder - Eine Technikgeschichte des Films“.
Auf ca. 400 m² präsentiert sich die Jahrhunderte lange ereignisreiche Geschichte der Filmtechnik von der Laterna magica bis zum modernen Filmprojektor, vom mittelalterlichen Guckkasten über die optischen Spielereien des 19. Jahrhunderts wie die „Wundertrommel“, den „Tätigkeits-“ oder den „Schnellseher“ bis zum Kino- und Videofilm der 1980er Jahre.
Zu den mehrere hundert zählenden Objekten gehören das „Ochsenauge“ von 1750, Guckkästen und „Finstere Kammern“, Kine-Messter-Kameras und ein Panzerkino aus der Frühzeit der deutschen Filmindustrie, professionelle Aufnahmekameras aus allen Epochen, Amateuraufnahmegeräte von 1898 bis zu modernen Videokameras, ein Filmset-Diorama mit Originalgeräten und ein Schneideraum. Viele Geräte aus der Vor- und Kinogeschichte und funktionstüchtige Nachbauten früher Filmpioniere können die Besucherinnen und Besucher selbst ausprobieren. Historische Filmausschnitte wie die Kopie eines Original-Edison-Films über die Hinrichtung von Maria Stuart, Filme über die Berliner Pioniere Max Skladanowsky und Oskar Messter sowie frühe Amateurfilme kann man vom Kinosessel aus ansehen, bestaunen oder auch belächeln.
Historische Brauerei
Bier ist ein durch alkoholische Gärung hergestelltes reines Naturgetränk und hat eine über 6000 Jahre alte Geschichte. Das ist Anlass genug, auch im Deutschen Technikmuseum Berlin auf Technik und Technologie der Bierproduktion einzugehen. So wurde im Museumspark, in einem ehemaligen Lagerhaus der Nürnberger Tucher Bräu AG, die Historische Brauerei eingerichtet.
Auch wenn die Brauerei nicht in Funktion ist, liegt der Schwerpunkt der Ausstellung in der Erläuterung des klassischen Bierherstellungsprozesses, mit den technischen Ausrüstungen aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts.
Mittelpunkt der Brauerei ist das Sudhaus mit seinen Braugefäßen aus dem Jahr 1909. Es ist über historische, gusseiserne Treppen zu erreichen und stellt mit den kupfernen Behältern, seinen glänzenden Armaturen, Handrädern und Rohrleitungen ein besonderes technisches Denkmal dar.
Alle weiteren Braugeräte und Ausrüstungen sind auf vier Ebenen rings um das Sudhaus überschaubar angeordnet, so dass die Besucherinnen und Besucher das Bierbrauen leicht nachvollziehen können.
Während die Brauerei bis Mitte des 19. Jahrhunderts von Erfahrungswissen und Handarbeit geprägt war, zogen im weiteren Verlauf des Jahrhunderts auch Wissenschaft und Technik ins Braugewerbe ein. Diesen Entwicklungsstand, den Übergang vom handwerklichen zum industriellen Bierbrauen, zeigt die Historische Brauerei.
Museumspark
Das Museumsparksgelände auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk des Anhalter Bahnhofs beherbergt eine in Berlin einzigartige Vielfalt an Pflanzen.
Der Staudenknöterich von der russischen Halbinsel Sachalin, die Steinweichsel aus dem südlichen Donauraum oder auch überseeische Pflanzenarten sind heute auf dem Gelände angesiedelt. Zusammen mit der wiederaufgebauten umfangreichen Lokomotivschuppenanlage bietet sich den Besucherinnen und Besuchern die seltene Möglichkeit, dem Spannungsfeld zwischen Natur und Technik nachzuspüren.
Im Zusammenhang mit den bereits erfolgten und noch durchzuführenden Baumaßnahmen sorgen landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen für den Schutz vorhandener Lebensräume von Pflanzen und Tieren, für schonende Nutzung der Bahnbrachen als Außenanlage des Museums und für die Verknüpfung des Museums mit einem geplanten Stadtteilpark.
Unmittelbar am großstädtischen Verkehrsknotenpunkt Gleisdreieck erlebt man neben verwilderten Bahnanlagen undurchdringliches Gestrüpp, scheinbar im Nichts verlaufende Wege, urwüchsige Baumgestalten, einen schilfumstandenen Teich - Unbekanntes und Abenteuerliches vor den Gebäuden des Technikmuseums.
Windmühlen im Museum: Windmühlen in Berlin
Historisches Archiv und Bibliothek
Das Historische Archiv, die Bibliothek und die Bildstelle sind Serviceeinrichtungen für Museumsbesucherinnen und -besucher und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses. Aufgabe der Abteilung ist das Sammeln, Bewahren, Dokumentieren und Erforschen von Archiv- und Bibliotheksgut, das zur Vorbereitung und Gestaltung von Ausstellungen unerlässlich ist.
In den reichhaltigen Beständen zur Technik- und Industriegeschichte mit dem Schwerpunkt Berlin finden sich nicht nur „Attraktionen“ wie das AEG-, Borsig- oder Zündapp-Archiv, das Stiasny- oder Feldhaus-Archiv sowie die VDI- und Kammer der Technik(KdT) -Bibliotheken und Teile der Bibliothek des ehemaligen Museums für Meereskunde.
Gerade die vielen „Alltagsdokumente“ wie Fahrkarten oder Führerscheine, Meisterbriefe, Gedenkmedaillen, Musterbücher, technische Zeichnungen, Plakate und Fotos sind wichtige historische Quellen und geben den Ausstellungen „Farbe“. Die zweidimensionale „Flachware“ beleuchtet nicht nur die Hintergründe der dreidimensionalen Objekte und Anlagen, sondern spiegelt auch die Umwelt. Sie bezeugt die Lebensumstände von Menschen, die technische Objekte erfanden, mit ihnen arbeiteten und lebten.
Der Förderverein
Der gemeinnützige Verein „Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V.“ unterstützt das Deutsche Technikmuseum Berlin, das die Tradition früherer technischer Museen in Berlin fortsetzt, durch Erwerbungen und vielseitige Aktivitäten museumsbezogener Art.
Die Geschichte des Vereins:
Im Herbst 1960 wurde von Berliner Bürgern sowie Vertretern verkehrlicher und technischer Einrichtungen die „Gesellschaft für die Wiedererrichtung eines Verkehrsmuseums in Berlin e.V.“ gegründet, da die entsprechenden Museen durch die Kriegsfolgen nicht verfügbar waren. Nachdem im Mai 1964 in den Räumen der Urania eine Schausammlung eröffnet worden war, erhielt der Verein einen neuen Namen: „Verkehrsmuseum Berlin e.V“.
Im Jahre 1970 wurde dieser Verein vom Senat von Berlin mit der Projektleitung für die Errichtung eines staatlichen Museums für Verkehr und Technik beauftragt. Nach der Berufung des Direktors, Professor Günther Gottmann, im Jahre 1980 konnte die Gründung des Museums am 15. Mai 1982 gefeiert werden. Der Verein nennt sich heute „Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V.“ und unterstützt das Museum für das Deutsche Technikmuseum Berlin Finanz- und Sachzuwendungen.
Weblinks
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- Archenhold-Sternwarte und Zeiss-Großplanetarium
- Zucker-Museum
- Science Center Spectrum
Quellen
- Rundgang
- Förderverein
- Das Museum
- Deutsches Technikmuseum Berlin. Info der Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V. Berlin 1984ff. (Zeitschrift des Fördervereins FDTM)
Koordinaten: 52° 29' 55" N 13° 22' 39" O
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