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Deutscher Volksrat

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Der Deutsche Volksrat war, wie viele politische Handlungen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, eine Reaktion auf die britisch-amerikanische Politik. Am 1. Juli 1948 wurden den westdeutschen Ministerpräsidenten die Frankfurter Dokumente übergeben, die unter anderem die Bildung eines Parlaments sowie einer Verfassung vorsahen. Im August 1948 trat ein Verfassungskonvent im Schloss Herrenchiemsee zusammen, um vorab über eine Verfassung zu diskutieren. Diese Besprechungen waren jedoch ohne politische Bedeutung, sondern lediglich Vorgespräche. Erst mit der Einberufung des Parlamentarischen Rates in Bonn, in dem alle Parteien vertreten waren und der aus 65 Vertretern bestand, wurde die westdeutsche Verfassung ausgearbeitet.

Der Deutsche Volksrat war eine Reaktion auf den Parlamentarischen Rat und hatte im Grunde auch ähnliche Kompetenzen: Beide Räte hatten die wesentliche Aufgabe, eine Verfassung auszuarbeiten. Der Deutsche Volksrat sollte eine Verfassung für die komunistisch-sozialistisch geprägte Sowjetische Besatzungszone erstellen. Der Parlamentarische Rat sollte dies für die westdeutsche Trizone tun.

Erster Deutscher Volksrat

Der Erste Deutsche Volksrat ging aus Wahlen des Zweiten Deutschen Volkskongresses hervor. Der Volksrat bestand aus 400 Mitgliedern, von denen 100 aus den Westzonen stammten. Es wurde ein Verfassungsausschuss des Volksrates gebildet, der unter der Leitung von Otto Grotewohl eine Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik erarbeiten sollte. Dabei sollte sich der Ausschuss auf einen schon im November 1946 erarbeiteten Entwurf der SED stützen. Der von dem Aussschuss erarbeitete Entwurf wurde am 22. Oktober 1948 vom Volksrat gebilligt und am 19. März 1949 formell beschlossen.

Zweiter Deutscher Volksrat

Auch der Zweite Deutsche Volksrat wurde vom Dritten Deutschen Volkskongress gewählt (29./30. Mai 1949). Der Zweite Deutsche Volksrat trat am 7. Oktober 1949 zusammen und konstituierte sich selbst als provisorische Volkskammer der DDR. Der Volksrat beauftragte den ehemaligen Sozialdemokraten Otto Grotewohl mit der Bildung einer Regierung. Damit war die Gründung der DDR vollzogen.

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