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Deutscher Volkskongress
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Die sogenannte Volkskongressbewegung ist im Grunde eine politische Haltung, die sich ab Sommer 1945 mehr und mehr in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands festigte. Im Sommer 1945 stuften die USA und England die Interessenkonflikte zwischen ihrer nahezu gemeinsamen Politik und der sowjetischen Haltung als unüberwindbar ein. Sie entschieden sich, einen westdeutschen Teilstaat einzurichten, der zugleich ein Prellbock gegen die UdSSR sowie den Kommunismus bilden sollte. Dieser Teilstaat sollte nach westlichen demokratischen Prinzipien aufgebaut werden.
Als Reaktion auf die Abkehr der USA und England von einer gemeinsamen Zusammenarbeit im Alliierten Kontrollrat entstand die Volkskongressbewegung. Sie war sozialistisch-kommunistisch ausgerichtet und richtete sich gegen die amerikanische und britische Politik und den Marshallplan. Auf dem Ersten Deutschen Volkskongress traten das erste Mal Politiker zusammen, um über diese Ansichten zu diskutieren und den weiteren Kurs der Sowjetischen Besatzungszone mitzugestalten.
Erster Deutscher Volkskongress
Der Erste Deutsche Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden ging auf die Initiative der SED zurück. Sie ließ Delegierte aus Parteien und Massenorganisationen wählen, die überwiegend aus der Sowjetischen Besatzungszone kamen. Nur ein geringer Teil stammte aus den Westzonen. Diese gewählten Vertreter kamen am 6. und 7. Dezember 1947 in Berlin zusammen. Aufgrund der geplanten Errichtung eines westdeutschen Teilstaates und der Wende in der amerikanisch-britischen Besatzungspolitik diskutierte man über die Vorbereitung eines Friedensvertrags sowie eine gesamtdeutsche Regierung „aus Vertretern aller demokratischen Parteien“. Dabei lehnte sich der Kongress sehr an die sowjetische Deutschlandpolitik an und unterstützte diese. Dies ist der Grund dafür, dass diese Bewegung von der sowjetischen Militäradministration gebilligt und von der SED unterstützt wurde.
Zweiter Deutscher Volkskongress
Der Zweite Deutsche Volkskongress tagte am 17./18. März 1948. Es wurde die Ablehnung des Marshallplans, die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und ein Volksbegehren zur deutschen Einheit beschlossen.
Weiterhin wurde der Erste Deutsche Volksrat gewählt, der 400 Mitglieder umfasste, von denen 100 aus Westdeutschland kamen. Es wurde ein Verfassungsausschuss gebildet, der unter der Leitung Otto Grotewohls stand und einen Entwurf einer Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik ausarbeiten sollte.
Dritter Deutscher Volkskongress
Der Dritte Deutsche Volkskongress wurde von der Bevölkerung der Sowjetischen Besatzungszone am 15. und 16. Mai 1949 gewählt und bestand aus 1400 Delegierten der Sowjetischen Besatzungszone. Aus den Westzonen nahmen 610 Delegierte an dem Kongress teil, der am 29./30. Mai 1949 tagte. Der Entwurf einer Verfassung, den der Verfassungsausschuss des Volksrats ausgearbeitet hatte, wurde angenommen, sowie der Zweite Deutsche Volksrat, der am 7. Oktober 1949 zusammentrat, gewählt.
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