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Deutsche Steinkohle

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Die Deutsche Steinkohle AG (DSK) mit Sitz in Herne ist ein deutsches Unternehmen der Montanindustrie. Sie ist die größte Tochterfirma der RAG Aktiengesellschaft und betreibt alle deutschen Steinkohlenbergwerke und eine Kokerei. Die DSK unterhält 8 Bergwerke vor allem im Ruhrgebiet und im Saarland. Die DSK beschäftigt etwa 41.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 4,5 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender ist Bernd Tönjes.


Inhaltsverzeichnis

Steinkohlebergwerke

Bergwerk Stadt / Verbund jährlicher Abbau Mitarbeiter geplante Schließung
Gesamt   22,75 Mio. t 26.510  
"Zeche Auguste Victoria" Marl (Förderstandort Blumenthal ist eingestellt) 3,0 Mio. t 3.800
„Ibbenbüren“ Ibbenbüren 1,91 Mio. t 2.547
„West“ Verbund von „Friedrich Heinrich“/„Rheinland“ und „Rossenray“ (Kamp-Lintfort) 3,7 Mio. t 3.580
„Lippe“ Verbund von „Westerholt“ (Gelsenkirchen) und „Fürst Leopold“, (Dorsten) 1,9 Mio. t 2.700 2010
„Ost“ Verbund von „Haus Aden“/„Monopol“, (Hamm, Bergkamen) und „Heinrich Robert“ (Hamm) 1,78 Mio. t 3.000
„Prosper-Haniel“ Verbund von „Prosper“ und „Franz Haniel“ (Bottrop) 3,93 Mio. t 4.000
„Saar“ Ensdorf 3,7 Mio. t 4.030
„Walsum“ Duisburg 1,8 Mio. t 2.800 30. Juni 2008

Der Steinkohlenbergbau ist in Deutschland seit langem ein kontrovers diskutiertes Thema. Interessen von Bergbau, Bergleuten, Gewerkschaften, Steuerzahlern, Bergbauzulieferern, bergbaunahen Unternehmen, Anwohnern, von Bergschäden Betroffenen sowie von Konkurrenten auf dem Energiemarkt stoßen aufeinander und sehen den Steinkohlebergbau aus unterschiedlichen Perspektiven.

Subventionen

Die RAG/DSK erhalten für den Steinkohlenbergbau in Deutschland etwa 2,6 Milliarden Euro pro Jahr (2003) Subventionen vom Bund. Das sind nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ca. 1,7 % der Gesamtsubventionssumme der Bundesrepublik. Rechnet man dies auf die etwa 45.600 (2003) Beschäftigen der Deutsche Steinkohle AG um, wird jeder Arbeitsplatz im Steinkohlebergbau mit über 57.000 Euro pro Jahr (2003) subventioniert.

Laut 20. Subventionsbericht der Bundesregierung wurden zwischen 2003 und 2006 Hilfen im Gesamtumfang von 29,9 Mrd. € vom Bund und weitere 4,9 Mrd. € durch das Land Nordrhein-Westfalen gezahlt.

Im Februar 2007 einigten sich der Bund, Nordrhein-Westfalen und das Saarland darauf, die Subventionen für den Steinkohlenbergbau 2018 zu beenden [1] [2] [3] . Damit würde faktisch in Deutschland nach 2018 keine Steinkohle mehr gefördert.

Unterstützer des Bergbaus rechtfertigen die Subventionen vor allem mit der Unabhängigkeit der Energieversorgung und der so gewährleisteten Energiesicherheit. Die weltweiten Reserven der übrigen fossilen Brennstoffe, vor allem Erdöl und Erdgas, sind stark begrenzt und befinden sich zum Teil in politisch unsicheren Regionen. Zudem steigen die Preise für Kohle bereits wieder, für Koks-Kohle als veredelte Steinkohle sogar so hoch, dass neue Betriebe in Deutschland ohne Subventionen auskommen würden.

Kritiker der Subventionen entgegnen, dass gerade die Steinkohle in politisch stabilen Staaten (z.B. USA, Australien) sehr kostengünstig (zum Teil im Tagebau) abgebaut werden kann. Die verstärkte Nachfrage nach Koks von asiatischen Ländern könnte sich als nicht nachhaltig herrausstellen, da diese Länder starke Anstrengungen unternehmen, ihre eigenen Steinkohlevorräte zu erschließen. Durch die kostengünstigere Förderung in diesen Ländern könnte der Kohlepreis nach Fertigstellung eigener Förderanlagen wieder sehr stark zurück gehen. Weiterhin kommt der Sachverständigenrat Wirtschaft in seinem Jahresgutachten 2003/2004 zu dem Ergebnis, dass die Einstellung der Steinkohlenförderung in Deutschland die Sicherheit der Energieversorgung nicht gefährdet. Außerdem wäre es als Zukunftssicherung viel besser die Kohle in der Erde zu lassen und erst wenn die Förderung zu Weltmarktpreisen möglich ist oder es zu Lieferengpassen kommt, die Förderung wieder aufzunehmen.

Ein weiteres häufiges Argument der Befürworter von Bergbausubventionen ist die wirtschaftliche Bedeutung des Steinkohlebergbaus für die Region: Die Bergwerke finanzieren über Verträge und Aufträge (Material, Maschinen, Transporte, Reparaturen etc.) auch Firmen in ihrer Umgebung und sind in einer strukturschwachen Region ein großer Ausbilder und Arbeitgeber.

Gegner erwidern hier, dass die Subventionen selbst das Entstehen neuer Wirtschaftszweige hemmen, da sie den natürlichen ökonomischen Prozess aufhalten. So führen die Subventionen in den Bergbau zu einer Quersubventionierung der Tochterfirmen der RAG/DSK, die hierdurch ihre Dienstleistung günstiger anbieten können. Nicht subventionierte (Klein-)Betriebe werden so benachteiligt. Bezüglich der Ausbildung im Bergbau stellt sich für Kritiker dar, dass der Staat so bis zu zwei Ausbildungen finanziert: Die Ausbildung im Bergbau und die anschließende Umschulung zur Aufnahme einer Tätigkeit in einem anderen Wirtschaftszweig.

Der 1974 zur Finanzierung des Steinkohleabbaus eingeführte Kohlepfennig, den deutsche Verbraucher als Preisaufschlag auf die Strompreise zu entrichten hatten, wurde 1994 für verfassungswidrig erklärt.

Weblinks


Quellen

  1. Kohle-Kompromiss: Alle sind zufrieden (Wirtschaftswoche vom 08.02.2007)
  2. Zufriedene Gesichter nach Kohlegipfel (tagesschau.de)
  3. Streit um Ende der Steinkohle beendet (Süddeutsche Zeitung)
Wikipedia
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