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Deutsche Sprache

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Deutsch
Gesprochen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein, Südtirol, Areler Land (Belgisch-Luxemburg), Nordschleswig
Sprecher Geschätzt: ca. 100 Millionen Muttersprachler weltweit, mind. 55 Millionen Fremdsprachler (nach Eurobarometer allein schon in der Europäischen Union, vgl. Angabe von 20 Millionen: Goethe-Institut [1])
Linguistische
Klassifikation
Hochdeutsch
Offizieller Status
Amtssprache in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Italien (Südtirol), Europäische Union, zudem auf kommunaler Ebene u.a. in 13 polnischen Gemeinden, in der ungarischen Stadt Sopron
Luxemburgisch ist zusätzliche Amtssprache in Luxemburg, Niederdeutsch ist geschützte Regionalsprache in Teilen Deutschlands und den Niederlanden, Jiddisch geschützte Minderheitensprache in Schweden, das teilweise zu den deutschen Sprachen gezählte Limburgisch ist geschützte Regionalsprache in den Niederlanden
Sprachcodes
ISO 639-1: de
ISO 639-2: (B) ger (T) deu
ISO 639-3 (SIL): deu (alt GER)

Die deutsche Sprache (kurz Deutsch) ist eine germanische Sprache. Als Hochdeutsch und Niederdeutsch mit ihren vielfachen Dialekten bzw. Mundarten im Dialektkontinuum gehört sie zum westlichen Zweig der germanischen Sprachen. Die hochdeutsche Standardsprache (Standarddeutsch) gilt – jedoch abhängig von der zugrunde liegenden Definition – als Weltsprache.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Unter dem Begriff "Deutsche Sprache" werden heute im Allgemeinen die hochdeutsche Sprache (Standard-Hochdeutsch), die niederdeutsche Sprache, das Jiddisch sowie aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Luxemburg das Luxemburgisch (Lëtzebuergesch, eigentlich ein moselfränkischer Dialekt) samt deren Dialekte, historischer Vorgängersprachen sowie einzelner der Mischsprachen (z.B. Missingsch) und -dialekte (z. B. Pennsylvania Dutch, Kollumerpompsters) subsumiert. Das Niederländische und das Afrikaans zählt man heute hingegen nur noch ganz selten zu den deutschen Sprachen, wohl aber in der Sprachwissenschaft überwiegend das dem Niederländischen eng verwandte Niederfränkisch (vgl. auch Limburgisch). Im erweiterten Sinne zählt auch noch die Deutsche Gebärdensprache zu den deutschen Sprachen.

Sprachcodes nach ISO 639-1
  • Deutsch (Standard-Hochdeutsch): de
  • Jiddisch: yi
  • Luxemburgisch: lb
Sprachcodes nach ISO 639-2
  • Deutsch (Standard-Hochdeutsch): deu/ger
  • Niederdeutsch (Plattdeutsch, Niedersächsisch): nds
  • Jiddisch: yid
  • Luxemburgisch: ltz
  • Althochdeutsch: goh
  • Mittelhochdeutsch: gmh
  • Deutsche Gebärdensprache: sgn

Das Wort „deutsch“

Hauptartikel: Deutsch (Etymologie)

Das Wort „teutsch“ („zum Volk gehörig“) bildete sich aus dem germanischen Wort thioda („Volk“, Adjektiv thiodisk, diutschiu) heraus und entwickelte sich allmählich zu einer Bezeichnung für die Sprache der germanischen Stämme Mitteleuropas (im Gegensatz zur Sprache der angrenzenden romanischen Bevölkerung und zum Latein).

Das Land, in dem diese gemeinsame deutsche Sprache (in ihren vielfachen Dialektvariationen, siehe Dialektkontinuum) gesprochen wurde, nannte man Deutschland. Diese Bezeichnung wurde im 15. Jahrhundert von der früheren Pluralform diutschiu lant, d.h. „deutsches Land“ bzw. „Land der Deutschen” gebildet. Gemeint war damit der deutsche Sprachraum in Mitteleuropa.

Man findet das Wort „deutsch“ als Sprachbegriff in seiner lateinischen Form „theodisce“ erstmals im Jahre 786 n.Chr. im Synodenbericht des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostia. Dieser Bericht über zwei Synoden, die in England stattfanden, wurde sowohl auf Latein als auch in der Volkssprache verlesen. Unklar bis heute ist allerdings, ob 786 tatsächlich damit die im Gebiet des späteren Deutschlands gesprochene Volkssprache gemeint war. Ein wenig deutlicher wird die Verbindung zum „deutschen Sprachraum“ erst zwei Jahre später bei einer Anklage gegen den bayrischen Herzog Tassilo auf dem Reichstag zu Ingelheim wegen Fahnenflucht: „... quod theodisca lingua harisliz dicitur...“; der eindeutige Beleg dafür, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Wandlung vom Allgemeinbegriff „Sprache des Volkes“ hin zum speziellen Begriff für die „deutsche Sprache“ vollzogen war, fehlt jedoch. Die „theodisca lingua“ war seit Karl dem Großen die amtliche Bezeichnung für die altfränkische Volkssprache.

Das lateinische theodiscus (zum Volk gehörig) ist ein Wort der Gelehrtensprache; ihm liegt das westfränkische theudisk zugrunde, aber es wird auch mit gotisch „thiuda“, althochdeutsch „diot“ (Volk), in Verbindung gebracht.

Die ältere Bezeichnung „fränkisch“ für die eigene Sprache traf etwa seit dem 9. Jahrhundert nicht mehr eindeutig zu, nachdem einerseits die westfränkische Oberschicht im späteren Frankreich den romanischen Dialekt der einheimischen Bevölkerung übernommen hatte und andererseits das Ostfrankenreich auch nicht-fränkische Stämme wie die Alemannen, die Baiern, die Thüringer und die Sachsen umfasste.

Die althochdeutsche Form „diutisc“ begann seit dieser Zeit das mittellateinische „theodiscus“ zu verdrängen; es setzte sich jedoch nur zögernd durch. Erst um 1090 (im Annolied aus dem Kloster Siegburg) wird „diutisc“ auf Sprache, Volk und Land angewendet:

„Diutschin sprechin, Diutschin liute in Diutischemi lande.“
(„Deutsch sprechen deutsche Leute in deutschen Landen.“)

Das Althochdeutsche ist die älteste schriftlich überlieferte Sprachform der Völker, die sich als deutsch bezeichnen. Es war nicht einheitlich, sondern bestand aus vielen Mundarten. Erst um die Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich im mittelrheinischen Gebiet eine mittelhochdeutsche Dichter- und Literatursprache, die uns in der klassisch höfischen Ritterliteratur begegnet, in der auch keltisches Sagengut bearbeitet wurde. Begründet und getragen wurde diese Dichtung vor allem vom aufstrebenden Adel, der sich damit vom Volk abheben wollte.

Geschichte

Hauptartikel: Deutsche Sprachgeschichte

Die deutsche Sprache ist in zwei Sprachkategorien aufgeteilt, in Hochdeutsch und in Niederdeutsch. Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle kontinentalwestgermanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (alemannisch, bairisch, ost-, rhein-, mittelfränkisch, ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die kontinentalwestgermanischen Dialekte, die diese zweite Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (Niedersächsisch und Niederfränkisch).

Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den romanisch- oder slawischsprachigen Nachbarländern in dem Land der Deutschen (deutscher Sprachraum) stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil extrem unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinander her.

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Der ehemalige deutsche Sprachraum ohne deutsch-baltisches Gebiet, wolgadeutsches Sprachgebiet und Sprachgebiete in Überseeischen ehem. Kolonialgebieten. (Stand: 1910)

Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen; andererseits muss aber die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter zu einer Zeit, als nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung alphabetisiert war und Zugang zu dieser elitären Kunst hatte, als äußerst gering eingeschätzt werden. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden.

Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige Hochdeutsche Sprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der Benrather Linie dar.

In Norddeutschland hat das Standarddeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation als Amts- und Schulsprache, das einheimische Niederdeutsche (Plattdeutsche und Niederfränkische) größtenteils verdrängt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Mittelniederdeutsche als Verkehrssprache im gesamten Nord- und Ostseeraum. Auch die niederländische Sprache gehört mit dem Niederfränkischen zur niederdeutschen Sprache. Aufgrund der Eigenstaatlichkeit und der teilweisen Herauslösung aus dem Reichsverband konnte es hier dem Hochdeutschen nicht mehr gelingen, die einheimischen niederdeutschen Dialekte zu verdrängen. Aus diesen entwickelte sich die niederländische Sprache.

Martin Luther übersetzte 1521 das Neue Testament und 1534 das Alte Testament in die sich damals noch entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache. Die dort verwendete Sprache in einer ostmitteldeutschen Färbung prägte durch die religiöse Bedeutung Luthers ganze Generationen. Es muss aber angemerkt werden, dass Luthers Bedeutung im Hinblick auf die Entstehung der Neuhochdeutschen Schriftsprache lange Zeit überschätzt wurde. Die Basis für Luthers Werk war bereits unter anderem durch die Prager Kanzleisprache und das Meißner Kanzleideutsch geschaffen; Luther hinkte sogar der sprachlichen Entwicklung seiner Zeit zum Neuhochdeutschen in vielen Belangen hinterher (z.B. kannte er das „ä“ nicht). Bereits seit dem 14. Jahrhundert hatte sich zuvor allmählich eine immer stärker überregional geprägte Schriftsprache herausgebildet, die man auch als Frühneuhochdeutsch bezeichnet. Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der so genannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet.

Die Geschichte der (hoch-)deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:

Sprachgeschichte und Lautwandel

Die geschichtlichen Abschnitte des Deutschen sind eng verknüpft mit Erscheinungen des Lautwandels. Die so genannte hochdeutsche Lautverschiebung, eine Erscheinung des Konsonantensystems, trennt das Deutsche (in Form des Althochdeutschen) von den restlichen kontinentalwestgermanischen Dialekten. Dieser Lautwandel wird von den niederdeutschen Dialekten nicht vollzogen; insofern ist die deutsche Standardsprache in ihrem Konsonantensystem vom Süden und der Mitte des Sprachgebiets bestimmt.

Der Übergang von Mittelhochdeutsch zu Frühneuhochdeutsch ist im Bereich der Laute vor allem durch Monophthongierung und Diphthongierung gekennzeichnet. Beide sind Erscheinungen des Vokalsystems. Während die Diphthongierung vom Südosten des Sprachgebiets ausgeht und im niederdeutschen Norden wie im alemannischen Südwesten nicht vollzogen wird, ist für die Monophthongierung der mitteldeutsche Sprachraum als Ausgangspunkt bestimmend.

Insgesamt beharrt der niederdeutsche Norden sowohl im Bereich der Konsonanten als auch im Bereich der Vokale auf altem Sprachzustand. Der alemannische Südwesten vollzieht nur die lautlichen Veränderungen im Bereich der Vokale nicht; der bairische Südosten trägt zur deutschen Sprache die Diphthongierung bei, vollzieht aber die Monophthongierung nicht.

Wörterbücher und Normierung

Mit der Zunahme der Anzahl der Schreibkundigen und der Bedeutung der Schriftlichkeit trat der Lautwandel in seiner Bedeutung für die Sprachgeschichte zugunsten von bewusster Normierung zurück. Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird.

Die hochdeutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer hochdeutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form – ohne amtlichen Status zu erreichen – zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Konkurrenzlos war der Duden in jener Zeit indes nicht: neben anderen nichtamtlichen Wörterbüchern wie etwa dem so genannten „Buchdrucker-Duden“ (herausgegeben ebenfalls vom Bibliographischen Institut) und dem „Wörterverzeichnis der deutschen Rechtschreibung“ von Professor Ammon gab es amtliche Regelwörterbücher mit teilweise abweichenden Rechtschreibregeln wie zum Beispiel das „Amtliche Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch in preußischen Kanzleien“ (1903) oder die „Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis – Ausgabe mit einheitlichen Schreibweisen“ in Österreich (1904). Die Abweichungen lagen unter anderen in der Zulassung oder Nichtzulassung mehrerer Schreibweisen (z.B.: Keeks – Cakes – Kakes, heute: Keks), in der Darstellung des s-Lautes vor z in Deutscher Schrift und Fraktur, in der Abänderung oder Nichtabänderung von Eigennamen (z. B. „Göthe“ statt Goethe, „Bismark“ statt Bismarck); mit dem „Buchdrucker-Duden“ von 1903 wurde zudem speziellen Abänderungswünschen des Deutschen Buchdrucker-Vereins, des Reichsverbandes Österreichischer Buchdruckereibesitzer und des Vereins Schweizerischer Buchdruckereibesitzer Rechnung getragen.

Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform, siehe dazu auch die Geschichte der deutschen Rechtschreibung.

Auch die hochdeutsche Aussprache erfuhr im späten 19. Jahrhundert Regelungsversuche, vor allem durch das Aussprachewörterbuch von Theodor Siebs. Diese Regelungen erreichten aber nicht das Niveau an Verbindlichkeit, das Duden mit der Rechtschreibung erreichte.

Im Gegensatz zur hochdeutschen Schriftsprache ist die niederdeutsche Schriftsprache offiziell nicht normiert, wird aber zunehmend durch die 1956 in Hamburg aufgestellten „Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung“ und das Wörterbuch von Johannes Saß beeinflusst.

Das Jiddische, das in der Regel wie das Hoch- und das Niederdeutsche zu den deutschen Sprachen gezählt wird, folgt in der Schriftsprache überwiegend einer modifizierten Form der hebräischen Schrift.

Einfluss durch moderne Medien

Auch im 20. Jahrhundert gab es starke Einflüsse auf die deutsche Sprache. Zum einen wurde durch die weite Verbreitung audiovisueller Massenmedien eine natürliche Tendenz zur Standardisierung gefördert, zum anderen wurde in ländlichen Gebieten bewusst eine Umerziehung von der Dialektsprache zum Hochdeutsch vorangetrieben. Hinzu kommt der Einfluss des Zweiten Weltkrieges, der dazu geführt hat, dass deutsche Sprachinseln in Osteuropa weitgehend zerstört wurden, dass viele Sprecher der jüdischen Dialekte des Deutschen und der dem Deutschen nahen jiddischen Sprache ermordet wurden oder als sprachliche Minderheit außerhalb der deutschen Sprachzone leben und aufgrund der Dominanz der umgebenden Sprachen die Verwendung des Deutschen bzw. des Jiddischen mehr und mehr verlieren. Auch hat die Teilung Deutschlands zu einer unterschiedlichen Entwicklung des Vokabulars und der Ausdrucksformen geführt. Dem entgegen steht eine erneut vereinheitlichende Tendenz durch die gemeinsamen Medien und die personelle Mobilität in der Zeit nach der Wiedervereinigung. Besonders seit dem Zweiten Weltkrieg sehr bedeutend geworden ist der englische, genauer: anglo-amerikanische Einfluss auf die deutsche Sprache, insbesondere in Westdeutschland; dieser zeigt sich jedoch zur Zeit hauptsächlich im Wortschatz, in Redewendungen und in der Valenz einiger Verben.

Verbreitung und rechtlicher Status

Deutsch als Muttersprache

Seit Mitte der 1990er Jahre wird die Anzahl der deutschsprachigen Muttersprachler vielfach (nach etlichen Quellen, insbesondere: Jacques Leclerc, Quebec 2001) weltweit mit 98 Millionen angegeben. Andere Autoren und Quellen nennen teilweise erheblich abweichende Zahlen - insgesamt dürfte die Spannweite der Angaben zwischen 92 Millionen und 140 Millionen liegen. In der Afrikaans-Wikipedia-Ausgabe wird zur Anzahl der Muttersprachler eine Quelle zitiert (SIL Ethnologue, 2006), nach der 95 Millionen Menschen Standard-Hochdeutsch als Muttersprache haben und sich diese Zahl unter Einbeziehung der deutschen Dialekte auf 114 Millionen, unter Einbeziehung der Dialekte sowie der niederdeutschen Sprache und des Jiddischen auf 118 Millionen erhöht.

Für den Bereich der Europäischen Union wurden im Jahre 2005 rund 82 Millionen (18 Prozent) Bürger mit deutscher Muttersprache ermittelt, so dass dieser Angabe folgend für Europa von einer Mindestanzahl von 87 Millionen ausgegangen werden kann (zusätzlich u. a. in der Schweiz sowie im zu diesem Zeitpunkt der EU noch nicht beigetretenen Rumänien); siehe auch Kurzfassung der Erhebung in Amtssprachen der Europäischen Union.

Neben allgemeinen Problemen der Bezifferung von Muttersprachlern (wie bspw. Erhebungsproblemen, Zuordnung zwei- oder mehrsprachig Aufgewachsener, Assimilierungsbestrebungen in einzelnen Staaten) tritt als Spezifikum bei der Ermittlung der deutschsprachigen Muttersprachler die Zuordnung oder Nichtzuordnung der Muttersprachler der niederdeutschen Sprache, des Jiddischen und diverser Dialekte und Mischsprachen insbesondere im außereuropäischen Raum auf. Bei den niederfränkischen Mundarten und Sprachen wie dem Limburgischen ist bereits die Zuordnung als deutsche Sprache oder niederländische Sprache uneinheitlich. Nicht zu vergessen ist, dass das Bekenntnis zur deutschen Minderheit und zur deutschen Muttersprache in manchen Regionen immer noch schwer fällt.

Die Anzahl der Muttersprachler der Niederdeutschen Sprache wird mit drei bis maximal acht Millionen angegeben, die des Jiddischen mit drei bis fünf Millionen, die des Luxemburgischen mit 300.000, die des Limburgischen mit 1,5 bis 2 Millionen.

Die deutschsprachige Welt
Orange: Amtssprache; gelb: Verkehrsprache
Bild:DeutschsprachigesEuropa.png

Legende:

██ Amtssprache
Wikipedia
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██ Verkehrssprache, regionale Amtssprache
Wikipedia
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Wikipedia
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Die hier angegeben Zahlen beruhen zum Großteil nicht auf der tatsächlichen Zahl der aktiven Sprecher – welche so gut wie nicht erfasst werden kann –, sondern auf Hochrechnungen, Staatsangehörigkeiten, alten Auswanderungszahlen etc. Deshalb liegen einige Zahlen möglicherweise weit über den anzunehmenden tatsächlichen Werten.

Siehe auch: Deutschsprachige Minderheiten

Rechtlicher Status und Gebrauch

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Verbreitungsgebiet der hochdeutschen Standardsprache in Europa nach 1945. Gebiete in denen Deutsch keinen offiziellen Status hat, und/oder nur von einer kleinen Minderheit gesprochen wird, sind hellblau gekennzeichnet.

Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland ist Hochdeutsch:

Besondere Regelungen gelten für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein sowie für die Sorben in Brandenburg und Sachsen; mittlerweile aber auch für die niederdeutsche Sprache, das Nordfriesische in Schleswig-Holstein, das Saterfriesische in Niedersachsen sowie das Romani in der gesamten Bundesrepublik (umgesetzt bisher nur in Hessen). So müssen – beispielsweise – Behörden in Schleswig-Holstein und nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs auch das Patentamt in München auf Plattdeutsch gestellte Anträge bearbeiten.

Österreich

In Österreich ist laut Artikel 8 Absatz 1 Bundes-Verfassungsgesetz (BVG) aus dem Jahre 1920 die „deutsche Sprache“ (ohne nähere Spezifikation) die Staatssprache der Republik, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte. Tatsächlich gebräuchlich ist im Alltag wie auch im staatlichen Bereich jedoch Österreichisches Deutsch als Varietät des Hochdeutschen, diese österreichische Standardvarietät wurde daher in der II. Republik durch das Österreichische Wörterbuch staatlich normiert (erstmals 1951, als es alle alten deutschen Regelbücher ablöste).

Schweiz

In der Schweiz (knapp 5 Millionen, d.h. 63 % der Bevölkerung, geben Deutsch als Muttersprache an) ist Hochdeutsch auf gesamtstaatlicher Ebene Amtssprache neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

In 17 von 26 Kantonen ist Deutsch alleinige Amtssprache, in vier weiteren Amtssprache neben Französisch (Kantone Bern, Freiburg und Wallis) bzw. neben Italienisch und Rätoromanisch (Graubünden).

Auf Gemeindeebene kann jede Gemeinde ihre Amtssprache(n) in eigener Kompetenz festsetzen.

Siehe auch: Sprachen der Schweiz

Brasilien

Wahrhaft repräsentative und fundierte Zahlen zur Zahl der deutschen Muttersprachler in Brasilien gibt es nicht. Schätzungen zufolge leben in Brasilien jedoch circa 2 bis 5 Millionen Deutschstämmige, von denen etwa 850.000–900.000 bilingual (Deutsch und portugiesisch) sein dürften und somit als deutsche Muttersprachler gewertet werden könnten. Diese Bevölkerungsgruppe konzentriert sich im Wesentlichen in der Region Santa Catarina im Süden des Landes auf Städte wie Blumenau und Pomerode. Während diese Region Anfang des 20. Jahrhunderts noch hauptsächlich deutschsprachig war, wurde die Deutsche Sprache durch Assimilation und besonders durch Unterdrückung oder gar Verbot nach dem zweiten Weltkrieg durch Portugiesisch verdrängt. Im Laufe der Jahre hat sich die Situation jedoch maßgeblich geändert, so dass heute die deutsche Sprache als kulturelles Erbe und Minderheitensprache besonders gefördert wird und der Region um Blumenau sogar als touristisches Aushängeschild dient. Deutsche Infrastruktur in Form von Zeitungen und Schulen existiert zwar begrenzt, doch im öffentlichen Bereich ist Deutsch kaum vorhanden, da Portugiesisch alleinige Amtssprache ist und der Schaden durch Unterdrückung an der deutschen Sprachgruppe in Brasilien zu groß und andauernd war, um reversibel zu sein.

Siehe auch: Riograndenser Hunsrückisch, Deutschsprachige in Lateinamerika

Luxemburg

Im Luxemburg ist Hochdeutsch Amtssprache mit Luxemburgisch und Französisch, wobei Luxemburgisch als Nationalsprache gilt. Deutsch spielt insbesondere bei Druckerzeugnissen wie Zeitungen und Zeitschriften, sowie in der Kirche eine dominierende Rolle. Laut Umfragen der EU[2] geben über 90 % der Luxemburger an, sowohl Deutsch als auch Französisch auf gutem bis sehr gutem Niveau zu beherrschen. Außerdem sind alle öffentlichen Ämter angeweisen in der Sprache des Bürgers zu antworten. Ortsschilder sind auf Französisch gehalten, allerdings steht darunter der luxemburgische Ortsname in kursiv. Straßenschilder sind mehrheitlich auf Französisch, seltener auf Luxemburgisch. In den Druckmedien sind alle drei Sprachen vertreten, so findet man in zahlreichen Zeitungen Artikel in allen drei Sprachen. Auch viele Homepages luxemburgischer Betreiber, seien es Privatleute, Schulen, Clubs etc. mischen oft die drei Amtssprachen auf ihren Seiten, wobei das Hochdeutsche auf den offiziellen Seiten der politischen Parteien stark überwiegt.

Italien

In Italien ist Deutsch regional in Südtirol (mit Italienisch) Amtssprache. Circa 333.000 Menschen, etwa 67 % der Bevölkerung Südtirols, geben Deutsch als ihre Muttersprache an, wobei die Tendenz hier seit der Autonomie Südtirols und der Mitgliedschaft bei der EU und dem damit verbundenen Schengener Abkommen steigend ist. Ca. 75 % der italienischsprechenden Bevölkerung lebt in den drei größten Städten Bozen, Meran und Brixen mit 73 %, 48 %, bzw. 26 % Anteil an der jeweiligen Stadtbevölkerung. Alle öffentlichen Ämter sind gesetzlich zweisprachig, genauso wie sämtliche Orts- und Straßenschilder. Diese und andere Beschilderungen im öffentlichen Leben waren bis zum zweiten Autonomiestatus von 1974 beinahe ausschließlich italienisch, da Deutsch diesbezüglich unerwünscht oder gar verboten war. Heute überwiegt das Deutsche außer in Bozen und Meran deutlich. Außerhalb der genannten größten Städte in Südtirol ist das Italienische de facto kaum vorhanden.

Siehe auch: Rechtliche Stellung der deutschen Sprache in Südtirol

Polen

In Polen leben laut Volkszählung (2002) circa 153.000 Deutsche, etwa 0,381 % der Gesamtbevölkerung, welche Reste der deutschen Bevölkerung der ehemaligen Ostgebiete darstellen, die der Vertreibung entgingen und sich heute hauptsächlich auf die Region um Oppeln (Opole) konzentrieren. Sie sind eine national anerkannte Minderheit und der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen ist seit 1991 aufgrund vertraglicher Regelung im polnischen Parlament (Sejm) vertreten. Des Weiteren erscheinen mehrere deutschsprachige Zeitungen in Polen mit Auflagen bis zu 10.000 Stück und es gibt neben dem halbstündigen deutschen Programm von Radio Polonia auch einen deutschsprachigen schlesischen Radiosender namens „Schlesien Aktuell“. In der Hauptstadt Warschau ist die deutsch-polnische Begegnungsschule Willy-Brandt-Schule in der auch in deutscher Sprache unterrichtet wird. Mehrsprachige Ortsschilder werden laut polnischem Recht ab einem Minderheitsanteil von mindestens 20 % in der jeweiligen Gemeinde oder Stadt verwendet. [3]

Siehe auch: Deutsche Minderheit in Polen

Belgien

In Belgien ist Hochdeutsch auf gesamtstaatlicher Ebene mit Niederländisch und Französisch Amtssprache. In Ostbelgien, den Kantonen Eupen und Sankt Vith, ist Deutsch Haupt-Amtssprache, daneben ist Französisch kooffiziell. Circa 78.000 Belgier geben Deutsch als ihre Muttersprache an.

Siehe auch: Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens

Ungarn

Die deutsche Minderheit in Ungarn (Ungarndeutsche) genießt Minderheitenrechte, ist jedoch, besonders in den jüngeren Generation, bereits weitgehend assimiliert, so dass Deutsch meistens nur noch als Fremdsprache gelernt wird. Offiziell spricht man von etwa 200.000 Ungarndeutschen. Tatsächlich dürften davon aber höchstens noch etwa 50.000 deutsche Muttersprachler sein (ca. 0,5 % der Gesamtbevölkerung). Da die Minderheit sehr zerstreut über das Land lebt und nur wenig Identitätsbewusstsein hat, spricht man daher oft von einer Doppelidentität der Ungarndeutschen. Im öffentlichen Bereich ist Deutsch nur in der offiziell zweisprachigen Stadt Ödenburg (Sopron) nahe der österreichischen Grenze gesetzlich verankert. Hier findet man auch zahlreiche zweisprachige Orts- und Straßenschilder. In anderen Gebieten mit größerer deutscher Minderheit gibt es sehr vereinzelt deutsche Kindergartengruppen oder Schulklassen. Die deutsche Minderheit in Ungarn ist in der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen organisiert.

Siehe auch: Ungarndeutsche

Rumänien

In Rumänien leben etwa 40.000 bis 50.000 deutsche Muttersprachler (ca. 0,2 bis 0,3 % der rumän. Bevölkerung), welche sich hauptsächlich aus den Siebenbürger Sachsen sowie den Donauschwaben zusammensetzen. Aufgrund der starken Abwanderung der jungen Generationen nach Deutschland und Österreich leiden diese Bevölkerungsgruppen jedoch unter einer intensiven Überalterung (Durschnittsalter bei etwa 69 Jahren) weshalb deren Zahl stark abnimmt. Trotz dieses niedrigen Bevölkerungsanteils wird die Deutsche Sprache weitläufig als kulturelles Erbe angesehen und genießt in zahlreichen Städten und Gemeinden, wie z.B. Herrmannstadt, Schässburg, Temesvar oder Sathmar offizielles Amtsprachenstatut, weshalb des öfteren mehrsprachige Beschilderungen zu finden sind. Darüber hinaus ist die deutsche Minderheit durch die Partei „Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien“ auch politisch aktiv und stellt beispielsweise den gegenwärtigen (2006) Bürgermeister von Herrmannstadt. In den Verdichtungsgebieten der deutschen Minderheit (selten über 5 % Einwohneranteil) besteht auch nenneswerte deutsche Infrastruktur in Form von Kindergärten, Grund, Haupt- und Hochschulen sowie Theatern aber auch Zeitungen, wie der wöchentlichen Hermannstädter Zeitung. [4]

Siehe auch: Siebenbürger Sachsen, Donauschwaben

Tschechien

In der Tschechischen Republik existiert noch eine kleine deutsche Minderheit von ca. 41.200 Menschen (0,4 % der Gesamtbevölkerung), Überreste der Sudetendeutschen, die der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg entgangen waren und sich gut verständigen konnten. Tatsächliche deutsche Muttersprachler gibt es jedoch sehr viel weniger und ihre Zahl sinkt weiter, da vor allem die jüngeren Generationen der Minderheit einem extremen Assimilationsdruck des Tschechischen ausgeliefert sind und zum großen Teil nicht mehr mit Deutsch aufwachsen. Die Bezeichnung „Sudetendeutsche“ ist darüber hinaus auch nicht mehr gebräuchlich, stattdessen verwendet man gewöhnlich den Begriff „Deutsche in Tschechien“, welche seit der Wende 1990 gewisse Minderheitenrechte genießen und in der „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ organisiert sind. Deutsche Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen, Straßen- oder Ortsschilder existieren nicht mehr und die deutsche Sprache hat weder regionales noch nationales Amts- oder Verkehrsprachenstatut. Es erscheinen jedoch deutschsprachige Wochenzeitungen wie die „Landeszeitung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ und die „Prager Zeitung“.

Siehe auch: Deutsche in Tschechien

Liechtenstein

In Liechtenstein (34.600 Einwohner) ist Hochdeutsch die alleingültige Amtssprache. Das Land kennt keine Minderheitensprachen.

Namibia

Deutsch war mit Afrikaans und Englisch in Südwestafrika von Juni 1984 bis zur Unabhängigkeit Namibias 1990 Amtssprache. Seitdem ist Englisch die offizielle Amtssprache des Landes und Deutsch nurmehr Verkehrssprache und eine von etwa 20 „Nationalsprachen“ des Landes und steht somit unter besonderem Schutz und ist als Teil der namibischen Kultur gesetzlich verankert. Diese Sprachpolitik darf jedoch nicht als Herabsetzung des Deutschen, des Afrikaans oder der zahlreichen afrikanischen Sprachen gegenüber dem Englischen gesehen werden. Die junge Nation Namibia wollte vielmehr eine „neutrale“ und leicht erlernbare Sprache zur alleinigen Amtssprache erheben, welche keine der bestehenden Bevölkerungsteile bevorzugt um die Integrität des Landes zu gewährleisten. Etwa 30.000 Namibier (ca. 1,5 % der Gesamtbevölkerung) geben Deutsch als ihre Muttersprache an. Afrikaans und Englisch sind jedoch auch nicht viel weiter verbreitet, besonders unter der ländlichen schwarzafrikanischen Bevölkerung, welche den Großteil der Einwohner des Landes darstellt.

Siehe auch: Deutsche Sprache in Namibia

Dänemark

In Dänemark wird Deutsch von den etwa 15.000 Angehörigen der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig gesprochen. Schätzungsweise zwei Drittel von ihnen verwenden jedoch den südjütischen Dialekt der dänischen Sprache als Umgangssprache und Deutsch als Hochsprache[5]. Dänische Volkszählungen erfassen keine Angaben zu Sprache und ethnischer Zugehörigkeit. Deutsche Schulen in Nordschleswig sind wie andere freie Schulen in Dänemark zu über 80 % staatlich subventioniert; hierzu kommt ein besonderer Anschlag zur Deckung des doppelzügigen Muttersprachenunterrichtes, so dass deutsche Schulen in der Praxis mit kommunalen Schulen völlig gleichgestellt sind.

Russland

In Russland ist Deutsch anerkannte Verkehrssprache der deutschstämmigen Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen Asowo (Gebiet Omsk) und Halbstadt (Altai-Region).

Siehe auch: Russlanddeutsche

USA

Dass Hochdeutsch beinahe Amtssprache der USA geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Mühlenberg-Legende, siehe auch Deutsche Sprache in den USA). Tatsächlich bezog sich dieses Gerücht auf den gescheiterten Versuch, Hochdeutsch als ko-offizielle Amtssprache im Staat Pennsylvania neben dem Englischen einzuführen.

Siehe auch: Deutsche Sprache in den USA

Europäische Union

Hochdeutsch (Deutsch) ist eine von 20 Amtssprachen der Europäischen Union und neben Englisch und Französisch auch Arbeitssprache der EU. Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in der EU und knapp nach Englisch und mit Abstand vor Französisch zweitmeistgesprochene Sprache (Mutter- und Fremdsprachler) der EU.

Vereinte Nationen

In der UNO ist Deutsch keine Amts- bzw. Arbeitssprache.

NATO

Das Nordatlantikbündnis NATO arbeitet lediglich mit zwei Amtssprachen: Englisch und Französisch. Die Hinzunahme von Deutsch ist sehr unwahrscheinlich, da sich andere Länder wie Spanien, Italien oder Portugal benachteiligt fühlen würden und die Aufnahme weiterer Amtssprachen mit größeren Verwaltungskosten verbunden ist.

Deutsch als Fremdsprache

Die Bezifferung der Fremdsprachler der deutschen Sprache weltweit beruht auf sehr vage Schätzungen. Die mit 20 Millionen geringste genannte Anzahl basiert auf eine Angabe der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des Goethe-Instituts, ist aber in der Aussage, alle Menschen zu erfassen, die Deutsch als Fremdsprache beherrschen, ebenso unrealistisch wie entgegengesetzte Extremzahlen von mehreren 100 Millionen; diese von der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache genannte Zahl ist allenfalls geeignet, die Anzahl derjenigen zu beziffern, die Deutsch im Ausland in erfassten Bildungseinrichtungen als Fremdsprache erlernen und schließt mithin nicht diejenigen ein, die auf anderem Wege – z. B. durch „direkte Berührung“ in den deutschsprachigen Ländern und angrenzenden Regionen (u. a. Gastarbeiter) oder durch Kurse (Universitäten, Volkshochschulen etc.) die deutsche Sprache erlernt haben.

Allein schon für den Bereich der Europäischen Union wurde im Jahre 2005 durch das Eurobarometer eine Anzahl von rund 55 Millionen EU-Bürgern (12 Prozent) ermittelt, die Deutsch als Fremdsprache beherrschen, darunter rund 6 Millionen in Deutschland (siehe Kurzfassung in Amtssprachen der Europäischen Union). Unter Berücksichtigung einer Gesamtbandbreite aus Standardabweichung und Wahrscheinlichkeit ist von einer Anzahl zwischen 50 und 60 Millionen innerhalb der EU auszugehen. Nicht inbegriffen in diese Zahl sind unter anderen die Fremdsprachler der deutschen Sprache in der Schweiz (mehr als 2 Millionen), in Russland (nach Schätzungen könnten es 10 Millionen oder mehr sein, nach Angabe der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache: knapp 5 Millionen), in Ländern außerhalb der EU, in denen ehemalige Gastarbeiter und ihre Familien leben (Türkei, Ex-Jugoslawien).

Deutsch wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt. Die Lehr- und Lernmittel enthalten das Standarddeutsch der Schweiz, Österreichs oder Deutschlands.
In Europa ist die deutsche Sprache nach Englisch und Russisch als Fremdsprache am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Deutsch als Fremdsprache in den Niederlanden, in Flandern, Skandinavien, Russland, im Baltikum, in Slowenien, Kroatien, Polen, Bosnien und Herzegowina, in der frankophonen sowie in der italienischsprachigen Schweiz, in Serbien, Montenegro, Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Mazedonien, Weißrussland und Bulgarien gewählt. In einigen dieser Länder und Regionen ist Deutsch in der Schule die erste Fremdsprache; es steht damit noch vor dem Englischen. Auch in Japan lernt man häufig Deutsch. In anderen Ländern, so in Frankreich und den USA, verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber Spanisch. In Ostasien (Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (an Stelle von Latein).

Nach einer Erhebung der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache, der u. a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:

  • Russische Föderation: 4.657.500 (3,26 %) (nach Schätzungen bis über 10 Millionen)
  • Polen: 2.202.708 (5,70 %) (nach Eurobarometer rund 7 Millionen)
  • Frankreich: 1.603.813 (2,52 %) (nach Eurobarometer rund 4 Millionen)
  • Tschechien: 799.071 (7,80 %) (nach Eurobarometer rund 3 Millionen)
  • Ukraine: 629.742
  • Ungarn: 629.472 (gem. Eurobarometer rund 3,5 Millionen)
  • Kasachstan: 629.874
  • Niederlande: 591.190 (nach Eurobarometer: ca. 11 Millionen)
  • USA: 551.274

Deutsch ist heute die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Mehr als acht Prozent aller Seiten im Internet sind auf Deutsch. (Internetseiten auf Englisch: ca. 50 %.)

Nach Darstellung der Eurobarometer-Umfrage 2006 sprechen mehr Europäer Deutsch als Französisch. Etwa jeder zweite Europäer spricht Englisch (51 %), jeder dritte Deutsch (32 %) und jeder vierte Französisch (26 %). Vor allem in den Niederlanden (wo ungefähr 70 % der Bevölkerung Englisch, 68 % Deutsch, 24 % Französisch sprechen), in der Slowakei, in Ungarn, Tschechien, aber auch Polen, Estland, Dänemark, Schweden, Kroatien, Slowenien ist die Kenntnis der deutschen Sprache weit verbreitet; in diesen Ländern liegt der Anteil der Bevölkerung mit Deutschkenntnissen bei rund 20 bis rund 55 Prozent.

Im Einzelnen sprechen nach dieser Angabe Deutsch als Fremdsprache:

  • in Belgien rund 2,5 Millionen (25 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • in Tschechien rund 3 Millionen (31 Prozent)
  • in Dänemark rund 3 Millionen (54 Prozent)
  • in Frankreich rund 4 Millionen (7 Prozent)
  • in Italien rund 2,5 Millionen (4 Prozent)
  • in Ungarn rund 1,5 Millionen (16 Prozent)
  • in den Niederlanden rund 11 Millionen (66 Prozent)
  • in Polen rund 7 Millionen (19 Prozent)
  • in Slowenien knapp 1 Million (45 Prozent)
  • in der Slowakei rund 1,5 Millionen (28 Prozent)
  • in Finnland knapp 1 Million (17 Prozent)
  • in Schweden rund 2,5 Millionen (28 Prozent)
  • im Vereinigten Königreich rund 3,5 Millionen (6 Prozent)
  • in Kroatien rund 3,5 Millionen (33 Prozent)
  • in der Türkei rund 3 Millionen (4 Prozent)
  • in Deutschland rund 6 Millionen (7 Prozent)

und unter anderem in Estland etwa 0,2 Millionen, was dort einem Bevölkerungsanteil von 18 Prozent entspricht.

Deutsch als Kreolsprache

Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain das so genannte Unserdeutsch, in Namibia entstand daneben noch das Küchendeutsch, sie sind die beiden einzigen deutschbasierten Kreolsprachen. Unserdeutsch ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache Tok Pisin erhalten. Das Küchendeutsch hingegen hat heute noch ca. 15.000 – zumeist ältere – Sprecher.

Weitere Mischsprachen

Die Klassifizierung der Mischsprache Missingsch aus Hochdeutsch und Niederdeutsch ist unklar. Ähnlich ist es beim Petuh mit hochdeutschen, niederdeutschen, dänischen und südjütischen Sprachelementen. Das Südjütische mit starken Einflüssen der niederdeutschen Sprache wird allgemein als Dialekt der dänischen Sprache eingestuft. Das Jiddisch gilt im Allgemeinen als eine deutsche Sprache. Das Wasserpolnisch mit Elementen der deutschen Sprache bzw. der oberschlesischen Mundart wird teilweise als Dialekt des Polnischen, teilweise als eigene Sprache klassifiziert.

Neben dem Missingsch und dem Petuh existieren auch weitere Mischsprachen der Niederdeutschen Sprache; hierbei handelt es sich vor allem um Mischungen mit dem Niederländischen und dem Friesischen, wie beispielsweise das Kollumerpompsters. Diese Mischsprachen werden gemeinhin als Dialekte des Niederdeutschen, des Niederländischen oder des Friesischen klassifiziert.

Bei den diversen „Mischsprachen“ in Nordamerika wie beispielsweise dem Texasdeutsch handelt es sich um Akzente oder Dialekte entweder der hochdeutschen oder der niederdeutschen Sprache.

Dialektgliederung (Mundartenkarte)

Hauptartikel: Deutsche Mundarten

Aussprache

Hauptartikel: Aussprache der deutschen Sprache

Grammatik

Hauptartikel: Deutsche Grammatik

Rechtschreibung

Hauptartikel: Deutsche Rechtschreibung

Textsammlungen

Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1.000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 9.300 deutschsprachige Werke.

Siehe auch: Deutsche Literatur, Deutschsprachige Schriftsteller, Sprichwörter

Varietäten

Der deutsche Sprachraum ist ein Kontinuum. Im kontinental-westgermanischen Dialektkontinuum sind zumeist nur die benachbarten Varietäten gegenseitig verständlich. Die Varietäten unterscheiden sich umso mehr, je weiter sie voneinander entfernt liegen und sind für einen Sprecher der Standardsprache nur schwer verständlich.

Die Einteilung der deutschen Varietäten beruht auf Untersuchungen des 19. Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann vielerorts eine Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte. Entscheidenden Einfluss darauf hatten die Flüchtlingsströme und vor allem die stark anwachsende Verbreitung von Hörfunk und Fernsehen; in den Schulen wurde in der hochdeutschen Standardsprache unterrichtet.

Eine Grobeinteilung der Varietäten erfolgt üblicherweise entlang der Benrather Linie in die niederdeutschen Varietäten im Norden, die die „Zweite deutsche Lautverschiebung“ nicht mitgemacht haben und die hochdeutschen Varietäten im Süden, die von der Zweiten deutschen Lautverschiebung betroffen waren. Allerdings gibt es hierzu keine scharfe Sprachgrenze, sondern einen Übergang innerhalb des deutschen Dialektkontinuums, wo sich die Mundarten von Ort zu Ort geringfügig unterscheiden, aber mit zunehmender Entfernung zu größeren Unterschieden führen.

Hochdeutsche Varietäten

Die hochdeutschen Varietäten lassen sich nochmals in mittel- und oberdeutsche Varietäten einteilen. Von Hoch- und Höchstalemannische sowie das bairische Tirolerisch, die als einzige Varietäten die zweite deutsche Lautverschiebung vollständig durchgeführt haben, bis hin zu Ostbergisch und Mölmsch, wo allein das Wort ik zu ich (siehe auch Uerdinger Linie = äußerste Nordgrenze des Mitteldeutschen) verschoben ist.

Im Allgemeinen wird jedoch die „Benrather Linie“ (maken–machen) als Nordgrenze der hochdeutschen Variatäten angesehen.

Als (Sprach-)Grenze zwischen mittel- und oderdeutsche Dialekten wird häufig die „Germersheimer Linie“ (euch–enk-Linie an der Fränkisch-Bairischen und die mähe–mähet-Grenze an der Südfränkisch-Schwäbischen Dialektgrenze) angeführt, was aber heute als veraltet gilt. Als „neue“ Sprachgrenze zwischen Ober- und Mitteldeutsch wird heute allgemein die Speyerer Linie angesehen.

In den allermeisten Varietäten ist die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nur teilweise durchgeführt, so auch in den ostmitteldeutschen Varietäten, die zu einem großen Teil zur Herausbildung der Standardsprache beigetragen haben.

Niederdeutsche Varietäten

Niederdeutsch bzw. die niederdeutschen Sprachen sind diejenigen Varietäten, die von der hochdeutschen Lautverschiebung nicht berührt worden sind. Sie bilden jedoch zusammen mit den hochdeutschen Varietäten ein gemeinsames Dialektkontinuum.

Das Niedersächsische stammt zum größten Teil vom Altsächsischen ab und wird in Norddeutschland und im Nordosten der Niederlanden („sachsisch” oder „nedersaksisch”) gesprochen. Das Niederfränkische wird am Niederrhein in Deutschland, in den Niederlanden und in Flandern (Belgien) gesprochen. Niedersächsisch und Niederfränkisch bilden zusammen die „niederdeutsche Sprachgruppe“. Umgangssprachlich bezeichnen die Menschen im niederdeutschen Sprachraum ihre Dialekte auch als „Plattdeutsch“ (Plattdüütsch), also als Sprache des platten (niederen) Landes.

Mittlerweile hat das Niedersächsische im Rahmen der Sprachencharta des Europarats in Deutschland und in den Niederlanden einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten. Darüber hinaus ist es in den Niederlanden offizielle Amtssprache geworden. Zuvor hatten die Niederlande und die bundesdeutschen Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niedersächsisch für einen Schutz gemäß Teil III der Sprachencharta angemeldet.

Das wie das Niederländische zum größten Teil vom Altniederfränkischen abstammende Niederfränkische lebt weiter im Niederländischen. Auch die ursprünglichen Dialekte am Niederrhein (Kleve, Wesel, Duisburg, Mülheim an der Ruhr) sowie die alten Mundarten im Ostbergischen gehören dem niederfränkischen Zweig an. Sie sind – wie viele anderen Dialekte auch – seit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend im Aussterben begriffen.

Der in Deutschland gebräuchliche Name „Niederdeutsch“ oder „Plattdeutsch“ (Plattdüütsch) bezeichnet somit zwei Gruppen angehörige Varietäten: die vom Altsächsischen abstammende niedersächsischen und die wie das Niederländische vom Altniederfränkischen abstammende niederfränkischen. Diese Gruppen stammen also nicht wie das eigentliche Deutsche vom Althochdeutschen ab. Die Mundarten des Bundeslands Sachsen stammen nicht vom Altsächsischen ab, sind somit trotz des heutigen Namens nicht sächsisch. Die meisten von ihnen gehören der als Thüringisch-Obersächsisch bekannten Gruppe an.

Die Mundarten des Gebietes zwischen der Uerdinger Linie (Ik-/Ich-Linie) und der Benrather Linie (Maken-/Machen-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den mitteldeutschen und den niederfränkischen Mundarten.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. dominieren, Fenster, Karren, Keller, Kloster) aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Demokratie, Krypta, Philosophie, Physik).

Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch, das nach Voltaire nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (z. B. Boulevard, Konfitüre, Trottoir).

Auch aus den slawischen Sprachen (z. B. Grenze, Gurke, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (z. B. meschugge, Mischpoke, Schickse, Zoff) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer.

In Handel (Magazin, Tarif, Tara), Botanik (Orange, Kaffee, Ingwer), Medizin (Elixier, Balsam), Mathematik (Algebra, Algorithmus, Ziffer), Chemie (alkalisch, Alkohol) und Astronomie (Almanach, Zenit, Rigel) lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (Anglizismen). Diese Entwicklung wird von manchen skeptisch betrachtet, insbesondere dann, wenn es genügend deutsche Synonyme gibt. Kritiker merken auch an, es handle sich oftmals (z. B. bei Handy) um Pseudo-Englisch.

Auch technische Zwänge bei der Synchronisation englischsprachiger Filme üben mittlerweile einen Einfluss auf das Deutsche aus. Um Lippensynchronizität zu gewährleisten, werden Worte und Redewendungen kreiert, die zuvor im Deutschen nicht üblich waren, sich dann aber später in der Umgangssprache durchsetzen (z. B. „Oh mein Gott“ statt „Um Gottes Willen“ als Übersetzung für „Oh my god“). Solche „verdeckte Anglizismen“ (Lehnübersetzungen) gibt es mittlerweile auch aus anderen Gründen: So ist der heute gebräuchliche Ausdruck „nicht wirklich“ die wortwörtliche Übersetzung von „not really“ und bedeutet demzufolge soviel wie „eigentlich nicht“ – allerdings hat sich der Ausdruck inzwischen verselbständigt.

Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt.

Literatur zu Kontakten der deutschen Sprache

  • Johannes Bechert / Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991
  • Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit, Gunter Narr, Tübingen 2005
  • Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung, Narr, Tübingen 2004

Wie das Deutsche in anderen Sprachen heißt

Hauptartikel: Deutsch in anderen Sprachen

Aufgrund der sehr wechselhaften politischen Geschichte des deutschen Sprachraums (Land der Deutschen) gibt es in den Sprachen der Welt mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache (Deutsch) als für die meisten anderen Sprachen der Welt.

Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen:

Vom Wort „deutsch“ abgeleitet

Hauptartikel: Deutsch (Etymologie)

Anmerkung: Dutch, die englische Bezeichnung für das Niederländische, ist mit dem deutschen Wort deutsch verwandt. In den vergangenen Jahrhunderten wurde zwischen Deutsch und Niederländisch nicht genau unterschieden. Die Niederländer nannten sich und ihre Sprache duutsc oder duutsch, und das wird wohl den englischen Begriff geprägt haben. Siehe auch Niederländisch (Name).

Heutzutage steht „Dutch“ ausschließlich für Niederländisch, während Deutsch im Englischen „German“ heißt. „Dutch“ wurde im Englischen für die Niederländer beibehalten, obgleich sie sich nicht mehr „Deutsche“ nannten.

Vom Wort „Germanen“ abgeleitet

Vom Wort „Sachsen“ abgeleitet

Vom Wort „*němьcь“ abgeleitet

Aus dem slawischen Wort *němьcь, das auf die urslawische Wurzel *něm- ‘stumm’ zurückgeht; dies ist ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für alle Fremden aus dem Westen, welche die slawischen Sprachen nicht verstehen (vgl. griechisch barbaros, ursprünglich so etwas wie „Stammler“):

Anmerkung: In der Vergangenheit war im Rumänischen die dem Slawischen entlehnte Form nemţeşte üblich, aber heute wird im Rumänischen vorwiegend das Wort germană benutzt. Das ungarische német ist auch aus dem Slawischen entlehnt, ebenso der Name für die Deutschen in Österreich im Arabischen, an-Nimsā (النمسا).

Vom Wort „Alamannen“ abgeleitet

Bei den baltischen Sprachen

Hauptartikel: Baltische Sprachen

Siehe auch

Weblinks

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