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Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union
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Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) ist eine Berufsgruppe innerhalb der Fachgruppe Medien in der Gewerkschaft ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft). Damit ist sie nach dem - nicht zum DGB gehörenden - Deutschen Journalisten-Verband die zweitgrößte deutsche Journalistengewerkschaft. Von den knapp 22.000 Mitgliedern in Deutschland sind über die Hälfte freie Journalisten.
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Neuer Vorstand/Neue Strukturen
Auf ihrer Bundeskonferenz am 2./3. März 2007 in Berlin hat die dju einen neuen Bundesvorstand gewählt. Vorsitzender ist Malte Hinz (Redakteur bei der "Westfälischen Rundschau"), seine Stellvertreter Renée J. Möhler (Freie Nachrichtenredakteurin beim SR) und Manfred Protze (dpa). Weitere Beisitzer aus den Landesbezirken: Joachim Kreibich, Georg Escher, Renate Gensch, Peter Giefer, Uli Janßen, Wulf Beleites, Gundula Lasch und als Vertreter der Jugend Konstantin Erb sowie dessen Stellvertreter Christian Selz. Mehr dazu auf der Site dju.verdi.de. „Hier soll das Herz der Medienpolitik von ver.di schlagen“, ist das Motto der neuen Fachgruppe Medien in ver.di, die 3./4. März 2007 in Berlin gegründet wurde. Das beschlossen die Vertreter von 45.000 Beschäftigten aus den Bereichen Presse, Rundfunk und Film, die sich auf Bundeskonferenzen vom 2. bis 4. März am ver.di-Sitz über die Fusion der bisherigen Fachgruppen Rundfunk, Film und audiovisuelle Medien (RFAV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) einigten. Dabei wird die dju als eigenständige Berufsgruppe in der Fachgruppe Medien die berufspolitischen und ethischen Interessen der Journalisten aller Medien vertreten. Vorsitzender der neuen Fachgruppe Medien ist Werner Ach (ver.di im ZDF), seine Stellvertreterin Renée J. Möhler (dju, SR).
Leistungen
Die dju stellt einen von der Bundesinnenministerkonferenz anerkannten Presseausweis aus. Sie bietet ihren Mitgliedern Rechtsberatung und Rechtsschutz.
Ein umfangreiches Seminarprogramm richtet sich an Betriebsräte. Im Bereich Weiterbildung für Journalisten kooperiert die dju mit der Journalistenakademie.
Die dju ist Mitglied der Internationale Journalistenföderation.
Ziele
Die dju setzt sich für Qualität im Journalismus ein:
Charta zur Sicherung von Qualität im Journalismus (verabschiedet auf der Bundesfachgruppenkonferenz 2003)
Diese wurde auf der Bundeskonferenz am 2./3. März 2007 in Berlin um zwei Passagen ergänzt, die hier im Text eingefügt wurden.
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) setzt sich zum Ziel, Qualität im Journalismus in allen Medien einzufordern:
- Journalismus und Medien nehmen eine öffentliche Aufgabe wahr, für die Art. 5 GG einen besonderen Schutz gewährleistet. Daher brauchen beide gesellschaftlich akzeptierte Leitbilder. Medienunternehmer und Journalistinnen und Journalisten sind aufgefordert, gemeinsam solche Leitbilder zu formulieren, Qualitäts-Standards, journalistische und ethische Grundsätze und Ziele gemeinsam zu definieren und innere Pressefreiheit und die Mitwirkung der Journalistinnen und Journalisten dabei zu sichern.
- Journalismus orientiert sich an den "Publizistischen Grundsätzen" des Deutschen Presserates
- Journalismus steht und fällt mit solidem handwerklichen Wissen. Dazu ist eine verbindlich geregelte und stetige Aus- und Weiterbildung notwendig, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch außerhalb (Journalistenschulen, Universitäten etc.). Sie muss sowohl festangestellte als auch freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen.
- Journalismus braucht gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Neben einer zeitgemäßen Infrastruktur ist der umfassende Zugang zu allen Informationsquellen zu garantieren. Tarifverträge müssen verbessert, die zusätzliche Altersversorgung gesichert werden. Auch diese Standards tragen zu Unabhängigkeit der Journalistinnen und Journalisten bei.
- Journalismus lebt von Unabhängigkeit. Der Kampf um den Markt und die Marktanteile darf weder die Grenzen von Information und Werbung verwischen noch durch Sponsoring oder Public Relations die journalistische Arbeit beeinträchtigen. Journalisten achten auf die strikte Trennung von PR-Tätigkeiten und journalistischer Arbeit. Sie legen PR-Tätigkeiten in Zweifelsfällen gegenüber ihren journalistischen Auftraggebern offen.
- Journalismus braucht Anregung und Kritik von innen und außen. Alle Medienschaffenden und -Verantwortlichen sorgen für eine stetige journalistische Auseinandersetzung mit Medienunternehmen, Medienprodukten, Mediengesetzen und Entwicklungen. Auch das eigene Unternehmen muss dabei berücksichtigt werden.
- Geheimdienstliche Tätigkeiten untergraben die Vertrauensbeziehungen zwischen Journalisten und Informanten, setzen das Redaktionsgeheimnis außer Kraft und stellen die Glaubwürdigkeit der Medien insgesamt in Frage.
- Journalismus braucht eine permanente Qualitäts-Prüfung und Qualitäts-Sicherung. Dabei ist auch enger Kontakt mit der Medienwissenschaft und den Leser, Hörerinnen, Seher, Akteurinnen (Internet) zu halten.
- Journalismus braucht tägliche konstruktive interne Kritik. Beiträge müssen wieder gegengelesen (von Kolleginnen und Kollegen, nicht vom Chef) werden, Ergebnisse, Echos auf Beiträge, Sendungen etc. gemeinsam analysiert, Fehler sofort freiwillig berichtigt werden.
- Journalismus heißt Zeit haben zum Recherchieren. Jedes Medien-Unternehmen muss den Redakteur/innen und Journalist/innen intensive Recherchen ermöglichen und die zeitlichen Freiräume dafür schaffen.
In Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe leisten die Medien einen wesentlichen Beitrag zur demokratischen Auseinandersetzung, zur Entfaltung von Kultur und Bildung freier Meinung. Um diese hohen Güter stets zu gewährleisten, ist eine permanente Qualitätsdebatte zu führen und zu prüfen, ob die behaupteten Standards erfüllt werden.
Siehe auch
- Deutscher Journalisten-Verband
- Deutscher Presse Verband
- Freelens
- Deutscher Fachjournalisten-Verband
- Deutscher Gewerkschaftsbund
- Liste von Gewerkschaften in Deutschland
- (Deutscher)Journalistinnenbund
Weblinks
- dju.verdi.de Website der dju
- mediafon.net Mediafon: Beratung und Information für Freie
- dju-campus.de DJU-Campus: Für Studierende und Nachwuchsjournalist/innen
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