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Deutsch-Evangelischer Frauenbund

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Der konfessionell gebundene Deutsch-Evangelische Frauenbund (DEF) wurde 1899 gegründet. Er widmete sich hauptsächlich der sozialpädagogischen Arbeit, in der er eine andere Auffassung vertrat als beispielsweise die proletarischen Frauenbewegung, die sich 1892 gründete. Die Entstehungsgeschichte des DEF ist maßgeblich mit seiner ersten Vorsitzenden Paula Müller-Otfried verbunden, die sich um eine stärkere Position der Frauen in der evangelischen Kirche einsetzte.

Der DEF verstand sich selbst als eine bürgerlich-elitäre Bewegung, die unabhängig von Männerorganisationen war. Er beteiligte sich an öffentlichen Debatten und ging auf Distanz zu der traditionell orientierten Evangelischen Frauenhilfe, die sich ganz den karitativen Angelegenheiten hingab. Der DEF erstrebte in seiner Funktion eine sozialpolitische Dimension zu erfüllen und betrachtete die traditionelle Karitas als nicht mehr zeitgemäß. Das öffentliche Engagement stärkte das Selbstverständnis des DEF, der 1908 als selbstbewusster protestantischer Teil der Frauenbewegung dem Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) beitrat. Die Mitgliederzahl des DEF stieg und erreichte im Jahr 1911 bereits 11.000.

1918 kam es zum Zerwürfnis zwischen dem DEF und BDF, woraufhin der DEF aus dem BDF austrat. Der Konflikt war in erster Linie politisch motiviert, da der DEF eine sehr national-konservative Richtung vertrat, die dem BDF zu radikal war.

Nachdem in der Weimarer Republik das Frauenwahlrecht eingeführt worden war, gingen führende Mitglieder des DEF, die sich bereits auch schon vor der Weimarer Republik politisch engagiert hatten, ganz in die Politik. Der DEF zog sich daraufhin von der politischen Bühne zurück und besann sich auf christlich-deutsche Grundwerte.

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