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Desiderativ
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Der Desiderativ bezeichnet in der Sprachwissenschaft eine Aktionsart des Grundverbs, die den Wunsch, die Aktion des Verbs auszuführen, ausdrückt.
Desiderative sind Verben, die aus Grundverben oder anderen Basen durch morphologische Derivation gebildet werden.
Im Sanskrit werden Desiderative durch Anhängen von sa und Vorstellen einer Verdopplungssilbe gebildet, die aus dem ersten Konsonanten des Wortstamms (eventuell verändert) und einem Vokal besteht. Dieser Vokal ist gewöhnlich ein i, wenn allerdings ein u im Wortstamm enthalten ist, dann wird auch ein u in die Vorsilbe dupliziert. Es kommt auch vor, dass dabei der Vokal des Wortstamms verändert wird.
Im Latein werden Desiderativa vom PPP-Stamm abgeleitet, wobei zu diesem das Suffix -ur tritt und das Derivat der i- Konjugation angehört (z.B. edere 'essen' → PPP-Stamm es- → Desiderativum esurire 'essen wollen, hungrig sein').
Desiderativum ist in der Germanistik eine veraltete Bez. für unpersönliche Konstruktionen (mit Verben von iterativer Aktionsart) wie mich friert oder mich schläfert.
Inhaltsverzeichnis |
Beispiel
| Wortstamm | Bedeutung | Desiderativ | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| nayati | er führt | nínīṣati | er möchte führen |
| pibati | er trinkt | pípāsati | er möchte trinken |
| jivati | er lebt | jíjīviṣati | er möchte leben |
Bedeutung für die Sprachentwicklung
Die Futurform der Töchter der Indogermanische Ursprache könnte sich aus einer Kombination des Desiderativs mit dem Konjunktiv entwickelt haben.
Siehe auch
Quellen
- Metzler Lexikon Sprache (Herausgeber: Helmut Glück), 2005
- Lexikon der Sprachwissenschaft (Herausgeberin: Hadumod Bußmann), 1990
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