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Zweiter Golfkrieg

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Der Begriff Zweiter Golfkrieg bezeichnet den Krieg im Nahen Osten, der 1990 mit dem Einmarsch des Iraks nach Kuwait begann und 1991 durch eine von den USA geführte Koalition beendet wurde. Die US-Bezeichnungen für die Militäroperationen lauteten Operation Desert Shield und Operation Desert Storm.

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Operation Desert Storm

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte Kuwait zur Provinz Basra, einer Verwaltungseinheit innerhalb des osmanischen Reiches, die territorial allerdings nicht mit dem Gebiet der heutigen südirakischen Provinz Basra identisch ist. Zum Irak selbst gehörte Kuwait nie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde bewusst die ölreiche Gegend auf Befehl der Kolonialmacht Großbritannien, entgegen jeder natürlichen geografischen Gegebenheiten und ethnischen Völkergruppen, von der Provinz abgespalten und somit Kuwait geschaffen. Kuwait unterstand erst weiterhin britischer Vorherrschaft und wurde später eine offiziell unabhängige Monarchie.

Der Irak bestritt von jeher die Legitimität der kuwaitischen Unabhängigkeit. Bis 1990 wurden aber keine expliziten Maßnahmen ergriffen, um den faktischen Status eines unabhängigen Kuwaits in Frage zu stellen. Allerdings war die Grenze Irak-Kuwait nie eindeutig genug festgelegt worden und die Grenzstreitigkeiten zwischen beiden Ländern schwelten permanent seit der Entstehung Kuwaits, auf den Landkarten zum Ausdruck gebracht durch Ausweisen einer „neutralen Zone”.

Nach dem Iran/Irak-Krieg der achtziger Jahre war der Irak bei einigen arabischen Ländern stark verschuldet, einschließlich eines Kredits von 80 Milliarden US-Dollar bei Kuwait. Der Irak hoffte, durch eine Senkung der Ölförderquote eine Steigerung des Ölpreises zu erzielen, um seine Schulden zu begleichen. Stattdessen erhöhte Kuwait seine Quote und senkte die Preise in Erwartung einer Gelegenheit, die Grenzstreitigkeiten zu seinen eigenen Gunsten zu lösen.

Zusätzlich führte der Irak an, dass Kuwait Vorteile aus dem Iran-Irak-Krieg für Ölbohrungen und den Bau militärischer Posten auf irakischem Boden nahe Kuwait gezogen hätte und dass der Irak der gemeinsamen arabischen Sache einen Dienst erwiesen habe, indem er wie ein Puffer gegen den Iran (Persien) wirkte, und dass folglich Kuwait und Saudi-Arabien die irakischen Kriegsschulden annullieren oder zumindest verhandeln müssten.

Während des ersten Golfkriegs hatte sich der Irak guter Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und zu Europa (speziell Frankreich und Deutschland) erfreut: Der Westen wandte dem Irak seine insbesondere auch militärisch massive Unterstützung zu – trotz (oder möglicherweise wegen) des sowjetischen Einflusses, aber vor allem aus Angst vor einer Ausweitung der islamischen Revolution im Iran auf die Arabische Halbinsel. Trotz der Tatsache, dass die Sowjetunion und China zu den Hauptwaffenlieferanten des Iraks zählten, konnte das Land auch auf Unterstützung beispielsweise aus Frankreich zurückgreifen, das unter anderem Flugzeuge vom Typ Mirage sowie Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Exocet lieferte. Daneben unterstützten andere westliche Staaten das Land aber auch mit kritischer Technologie wie Chemie- und Atomanlagen; die USA belieferten den Irak mit Aufklärungsdaten über iranische Stellungen und mit kritischer Biotechnologie.

Hauptunterstützer (in der Reihenfolge des Wertes der Lieferungen) waren nach einer Aufstellung des Stockholmer SIPRI-Institutes Russland/Sowjetunion, Frankreich und China. Zudem haben die damalige Tschechoslowakei, Polen, Brasilien, Ägypten, Dänemark, die USA, Österreich und viele andere Staaten (darunter auch die Bundesrepublik und die DDR) Waffen an den Irak geliefert.

Vor allem die arabischen Nachbarstaaten leisteten massiv ökonomische Hilfe, was die Grundlage für die spätere Verschuldung des Iraks bildete. Nach dem Krieg gab es Bestrebungen innerhalb des US-Kongresses, den Irak wegen der Verletzungen der Menschenrechte diplomatisch und ökonomisch zu isolieren. Von diesen Bestrebungen distanzierten sich hochrangige US-Senatoren wie Robert Dole, der dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein erklärte, der „Kongress repräsentiere nicht US-Präsident George Bush Senior oder die Regierung” und dass Bush sein Veto gegen jede mögliche Bestrebung hinsichtlich Sanktionen gegen den Irak einlegen würde. (nach der irakischen Abschrift der Sitzung in Sifry.)

Am 17. Juli 1990 warf der Irak dem Nachbarland Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, weit mehr als die im Rahmen der OPEC vereinbarte Menge an Erdöl zu fördern und damit die Preise zu drücken. Dadurch seien dem Irak Verluste im Wert von 14 Milliarden US-Dollar entstanden. Außerdem bezichtigte der Irak Kuwait, im Ölfeld Rumailah entlang der gemeinsamen Grenze aus "irakischen" Ölfeldern gefördert zu haben.

Am 31. Juli 1990 scheiterten die Verhandlungen zwischen dem Irak und Kuwait und der Irak ließ seine Streitkräfte im Umfang von 100.000 Soldaten an den Grenzen Kuwaits aufmarschieren und bestellte die amerikanische Botschafterin April Glaspie zu einem Treffen bei Präsident Saddam Hussein ein. Während des Treffens umriss Hussein seine Vorwürfe gegen Kuwait, wobei er versicherte, nicht vor einer neuen Verhandlungsrunde in Kuwait einzudringen. Obgleich April Glaspie Besorgnis über den Truppenaufmarsch äußerte, deutete Hussein ihre Aussage, dass die USA „keine Meinung zu innerarabischen Streitigkeiten wie Ihre Unstimmigkeiten bezüglich der Grenze mit Kuwait" hätten, als Zustimmung für sein weiteres Vorgehen. Um diesen Punkt hervorzuheben, sagte sie auch bei dem Treffen, „James Baker hat unsere amtlichen Sprecher beauftragt, diese Anweisung zu betonen”. [As the world watched the military build up at the Kuwaiti border, Saddam called a meeting with the US ambassador April Glaspie, who told Saddam: "We have no opinion on the Arab-Arab conflicts, like your border disagreement with Kuwait." She went on to say: "James Baker has directed our official spokesmen to emphasize this instruction." (Quelle: San Francisco Examiner vom 18. November 2002)

Nicht zu vergessen ist auch, dass die Besetzung Kuwaits dem Irak einen erheblichen Gewinn an Küste brachte. Trotz seiner Größe von über 430.000 km² hat der Irak nur 58 km Küstenlinie, befindet sich damit sowohl strategisch als auch wirtschaftlich gegenüber anderen Golfanrainern deutlich im Nachteil. Das sehr viel kleinere Kuwait z. B. hat bei nur 17.800 km² Fläche 499 km Küstenline. Durch die endgültige Annexion Kuwaits hätte sich also die Küstenlinie beinah verzehnfacht. Dazu wären auch neue Häfen gekommen.

Kriegsverlauf

Die irakische Invasion in Kuwait

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Stationierte irakische Truppenverbände in Kuwait, September 1990
Bild:British soldier during Operation Desert Shield.jpg
Britischer Soldat während der Operation Desert Shield

Am 2. August 1990 drangen ungefähr 100.000 irakische Soldaten in Kuwait mit Panzertruppen und Infanterie ein und eroberten strategische Positionen im Land, einschließlich des Palastes des Emirs. Der Scheich Jaber Al Ahmad Al Sabah floh mit seiner Familie nach Saudi-Arabien. Soldaten plünderten medizinische und Versorgungseinrichtungen und bemächtigten sich der Medien. Tausende westlicher Touristen behielt der Irak als Geiseln zurück und versuchte später, sie als Verhandlungsmasse einzusetzen. Der Irak stellte zunächst eine „befreite” kuwaitische Marionettenregierung unter Alaa Hussein Ali auf - welche er aber schnell auflöste - und erklärte später Teile von Kuwait zur verlängerten irakischen Provinz Basra sowie den Rest zur 19. irakischen Provinz. Durch die Invasion erbeutete der Irak Gold im Wert von 1,2 Milliarden DM (601 Millionen Euro). Das Gold wurde Kuwait nach dem Krieg am 6. August 1991 zurückgegeben.

Innerhalb weniger Stunden nach Beginn der Invasion verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 660, welche die Invasion verurteilte, und verlangte einen Rückzug der irakischen Truppen. Am 6. August verabschiedete der Sicherheitsrat die Resolution 661 und verhängte Wirtschaftssanktionen gegen den Irak. 13 Mitglieder stimmten für die UN-Resolution. Kuba und Jemen enthielten sich der Stimme. Durch das Wirtschafts- und Finanzembargo kommt der irakische Rohölexport zum Erliegen.

US-Präsident George H. W. Bush kündigte am 8. August 1990 umgehend den Beginn einer „insgesamt defensiven” Militäraktion an, um den Irak am Eindringen nach Saudi-Arabien zu hindern - die Operation „Wüstenschild” („Desert Shield”). Das amerikanische Verteidigungsministerium verfügte zu dem Zeitpunkt über Satellitenfotos von größeren Truppenkonzentrationen in Kuwait entlang der Saudischen Grenze.

Die US Navy entsandte zwei Einheiten, die Flugzeugträger USS Eisenhower und USS Independence, in die Region, wo sie ab 8. August bereit waren. Die Militärkonzentration wurde fortgesetzt und erreichte schließlich eine Stärke von 500.000 Mann.

Die Vereinigten Staaten, unter Federführung des US-Außenministers James Baker, bildeten ein vereinigtes Militärbündnis gegen den Irak. Es bestand aus Soldaten aus 34 Ländern: Afghanistan, Argentinien, Australien, Bahrain, Bangladesch, Kanada, die Tschechoslowakei, Dänemark, Ägypten, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Honduras, Italien, Katar, Kuwait, Marokko, die Niederlande, Niger, Norwegen, Oman, Pakistan, Polen, Portugal, Saudi-Arabien, Senegal, Südkorea, Spanien, Syrien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten selbst. Die US-Truppen stellten 74 Prozent von 660.000 Soldaten auf dem Kriegsschauplatz. Einige wenige der Bündniskräfte willigten nur zögernd ein; einige andere meinten, der Krieg sei eine innerarabische Angelegenheit; andere befürchteten eine Erhöhung des amerikanischen Einflusses in Kuwait. Deutschland und Japan leisteten erhebliche finanzielle Beiträge und lieferten militärisches Material.

Zusammensetzung der Koalitionsstreitkräfte

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Vereinigte Staaten: 575.000 Soldaten
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Saudi Arabien: 52.000 Soldaten (nur 20-40.000 nahmen teil an der  Befreiung von Kuwait & Schlacht von Khafji)
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Türkei: 50.000 Soldaten (kein Einsatz)
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Großbritannien: 53.462 Soldaten [1] Operation Granby
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Ägypten: 35.000 Soldaten, darunter Teile einer Panzerdivsion, einer Panzerbrigade und einer Infanteriebrigade
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Vereinigte Arabische Emirate: 1.000 Soldaten
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Oman: 950 Soldaten
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Frankreich: 14.663 Soldaten Opération Daguet
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Spanien: 3.000 Soldaten
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Syrien: 16.000 Soldaten darunter eine Panzerdivision
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Kuwait: 7.000 Soldaten
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Bangladesh: 2.000 Soldaten
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Pakistan: 5.500 Soldaten
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Kanada: 4.500 Soldaten Operation FRICTION
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Niger: 500 Soldaten
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Bahrain: 200 Soldaten
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Marokko: 2000 Soldaten
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Tschechoslowakei: 200 Soldaten
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Niederlande: 200 Soldaten
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