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Der große Irrtum

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Filmdaten
Deutscher Titel: Der große Irrtum
Originaltitel: Il conformista
Produktionsland: Italien, Frankreich, BRD
Erscheinungsjahr: 1970
Länge (PAL-DVD): 111 Minuten
Originalsprache: Italienisch, Französisch
Stab
Regie: Bernardo Bertolucci
Drehbuch: Alberto Moravia, Bernardo Bertolucci
Produktion: Giovanni Bertolucci, Maurizio Lodi-Fe
Musik: Georges Delerue
Kamera: Vittorio Storaro
Schnitt: Franco Arcalli
Besetzung

Der große Irrtum ist ein Spielfilm des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci aus dem Jahr 1970. Die Vorlage lieferte Alberto Moravias politischer Roman Der Konformist (ital. Il conformista) von 1951.

Es ist die tragische Geschichte eines Mannes, den ein Schuldkomplex zur größtmöglichen Anpassung an die vom Faschismus kontrollierte Gesellschaft Italiens treibt. Anders als der Roman erzählt Bertoluccis Film die Biografie seines Protagonisten nicht chronologisch, sondern entfaltet sie in komplizierten Rückblenden. Den Rahmen bildet dabei die Autofahrt zum Tatort des Mordes, während der der Held, so Bertolucci, auch im Gedächtnis reist.[1]

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Italien, 1938: Marcello Clerici tritt durch Vermittlung des geachteten Faschisten Italo Montanari der Geheimpolizei bei. Zugleich möchte er auch endlich eine Frau heiraten, die nicht sehr klug anmutende Giulia. Vor der Eheschließung muss er jedoch noch eine Beichte ablegen. Marcello gesteht dem Priester einen Mord, den er in seiner Kindheit begangen haben soll: Er hat auf den Chauffeur Lino, der ihn zu verführen versuchte, mit dessen Pistole geschossen. Erschreckt vor der eigenen Homosexualität und angewidert von der Nonkonformität seiner Eltern sucht er sein Heil in der totalen Anpassung an die Gegegebenheiten der Zeit.

Bereits die Flitterwochen sind mit Hintergedanken verknüpft: Er soll Luca Quadri, seinen alten Professor ermorden, einen im Pariser Exil lebenden Anführer der Antifaschisten. Nach der Begegnung mit ihm und seiner jungen Frau Anna kommen bei Marcello Zweifel am Auftrag. Anna ist Marcello und Giulia gefühlsmäßig äußerst zugetan, obwohl sie sehr schnell Marcellos wahre Absichten erkennt. Während des ganzen Aufenthalts lauert der Hintermann Manganiello im Verborgenen und verfolgt die beiden Paare auf Schritt und Tritt.

Die Pläne des Professors, in seine Villa in Savoyen zu reisen, kommen der Geheimpolizei gelegen. Auf einen Anruf Manganiellos hin, verlässt Marcello morgens das Hotel Palais d'Orsay, wo er mit Giulia ein Zimmer hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Verfolgung der Quadris - die Fahrt dient im Film als Rahmenhandlung - und erreichen sie kurz vor Ankunft in einem Wald. Hinterrücks wird der Professor von Helfern der Geheimpolizei erstochen. Marcello bleibt regungslos im Auto und hilft auch der verstörten Anna nicht, die vor den Mördern flieht, schließlich ihnen aber ebenfalls erliegt.

Am Tag des Sturzes der Regierung Mussolinis (1943) trifft er sowohl den blinden Montanari, den er abweist, als auch sein vermeintliches Opfer Lino. Diesen beschimpft er und lastet ihm den Mord an den Quadris an. Jäh erkennt Marcello seinen großen Irrtum. Er wird endlich seinen lang unterdrückten homosexuellen Wünschen nachgeben.[2]

Hintergrund

Vittorio Storaro verblüffte in diesem Film mit seiner Kameratechnik. Farbe, Kameraposition und Ausstattung sind so vorzüglich eingesetzt, dass die Story manchmal von den Bildern überlagert wird.[3]

Drehort einiger Szenen zu Beginn war der von den Faschisten erbaute Palazzo dei Congressi in Rom. Mit der Engelsburg, dem Kolosseum und dem Eiffelturm kommen einige weltbekannte Bauwerke im Film vor.

Auszeichnungen

Bernardo Bertolucci erhielt eine Oscar-Nomination für sein Drehbuch. An den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1970 gewann Bertolucci den Interfilm-Preis und der Film wurde für den Goldenen Bären nominiert.

Quellen

  1. Metzler Film Lexikon, 2005, S. 140.
  2. Metzler Film Lexikon, 2005, S. 140.
  3. 1001 Filme, 2004.

Literatur

  • Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Die besten Filme aller Zeiten. Edition Olms, Zürich 2004.
  • Michael Töteberg (Hrsg.): Metzler Film Lexikon, 2. Aufl. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005.

Weblinks

Wikipedia
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