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Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

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"Der Wolf und die sieben jungen Geißlein", das Märchen vom Wolf, der sich in Abwesenheit der Mutter Ziege ("Geiß") Zugang in ihr Haus verschafft und alle jungen Geißlein bis auf das Jüngste (das sich im Uhrkasten verstecken kann) verschlingt, dem aber dann der Bauch aufgeschnitten wird und anstatt der (noch lebend heraus geretteten) Geißlein "Wackersteine" eingefüllt werden, worauf er beim Trinken in den tiefen Brunnen fällt und nie wiederkehrt, ist eines der bekanntesten aus Grimms Märchen.

Die Märchenforschung hat bereits darauf hingewiesen, dass hier eine Wandererzählung zumindest aus dem griechischen Kulturkreis über die Geburt des obersten Gottes Zeus vorliegen müsse (vgl. dort): Die Geiß entspreche zunächst der Rheia, zugleich auch der den geretteten (jüngsten!) Titanensohn Zeus nährenden Ziege Amaltheia; das siebte Geißlein also dem Zeus; der Wolf seinem Vater Kronos; der Uhrkasten dem Höhlenversteck; die Wackersteine dem großen Stein, den Rheia den Kronos verschlingen lässt; der Sturz in den Brunnen dem Sturz in den Tartaros usw.

Allerdings findet man in der Erzählung auch Anklänge an die Frau Perchta (oft mit Frau Holle gleichgesetzt), die ungehörigen Kindern den Bauch aufschlitzt und Steine hineintut. Auch der Brunnen, in den der Wolf am Ende fällt, ist ein Anklang an Frau Perchta, die brave und fleißige Mädchen oftmals mit Münzen aus dem Brunnen, bzw. Münzen in Eimern, die man aus Brunnen heraufzieht, belohnt.

Auch die Psychoanalyse (Otto Rank) hat die "Wolfs-" als Vaterfigur vermutet.

Textausgabe

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