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Der Report der Magd
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Der Report der Magd (Originaltitel: The Handmaid's Tale) ist ein dystopischer Roman von Margaret Atwood aus dem Jahr 1985. Das Buch wurde 1990 unter dem Titel Die Geschichte der Dienerin von Volker Schlöndorff verfilmt.
Inhaltsverzeichnis |
Inhalt
Der Roman spielt in den USA der Zukunft. Nachdem die Erde durch radioaktiven Abfall und Umweltverschmutzung schon fast dem Untergang geweiht ist, tritt eine bisher unbekannte Organisation an die Spitze Amerikas. Die Kongressabgeordneten und der Präsident werden erschossen und der neue, auf dem Christentum basierende Staat Gilead wird gegründet
Die neue staatliche Ordnung hat sich als Ziel die Erhaltung der menschlichen Rasse gesetzt, da die Geburtenrate durch Umwelteinflüsse und auch durch Verhütung und Abtreibung stark zurückgegangen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Menschen in Klassen unterteilt, wobei den Frauen, die als minderwertig betrachtet werden, nach und nach alle Rechte entzogen werden. Frauen dürfen in dieser Gesellschaft nichts besitzen, nicht lesen oder schreiben und müssen sich dem Willen der Männer unterwerfen.
Alle Maßnahmen des Staates werden mit Bibelstellen, die verändert zitiert und falsch interpretiert werden, und dem angeblichen Willen Gottes begründet und gerechtfertigt.
Desfred (im Englischen: Offred) ist der Hauptcharakter des Buches. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt. Desfred ist eine Magd. Sie ist eine der wenigen Frauen, die noch in der Lage ist, Kinder zu bekommen. Ihre Aufgabe im Haus des Kommandanten ist es, ein Kind für den Kommandanten und seine unfruchtbare Frau, Serena Joy, auszutragen. Sie lebt ein unglückliches und einsames Leben und denkt immer wieder an ihre kleine Tochter und an Luke, ihren Mann, von denen sie gewaltsam getrennt wurde, als sie zu fliehen versuchten. Dass Desfred nicht schwanger wird, liegt höchstwahrscheinlich am Kommandanten, der möglicherweise unfruchtbar ist. Dessen Frau will jedoch unbedingt ein Kind haben, und so arrangiert sie ein Treffen mit Nick, dem Chauffeur des Kommandanten, ohne den Kommandanten darüber in Kenntnis zu setzten. Von Nick soll Desfred schwanger werden. Diese Treffen gehen schnell in eine illegale, heimliche Beziehung über, in der beide ihr Leben riskieren. Desfred wird wirklich schwanger, sagt es jedoch nur Nick.
Eines Tages kommt die Polizei Gileads, um Desfred zu holen. Nick scheint dies arrangiert zu haben und Desfred vermutet, dass er ein Geheimagent des Regimes sei und sie nun denunziert. Die Polizisten sagen, die Magd sei wegen Ungehorsams und Verachtung ihrer Pflichten zu Tode verurteilt. Nick sagt ihr, es sei Mayday, eine geheime Widerstandsbewegung, die sie nach Kanada schmuggeln wird, wo Gilead sie nicht mehr erreichen kann. Desfred wird weggeführt, weder sie selbst, noch der Leser wissen, wohin sie wirklich geht und was mit ihr später passieren soll.
Der Anhang des Buches spielt dann, im Gegensatz zum Vorausgehenden, in einer Universitäts-Vorlesung. Der Professor hält eine Vorlesung zu dem "Report der Magd". Dieser sei zusammengestellt worden aus Tonbandaufnahmen, die man gefunden habe. Es wird klar, dass diese Vorlesung in einer späteren Zeitebene spielt als die vorher geschilderte Zeit aus dem Leben der Desfred. Nachforschungen der Professoren haben ergeben, dass Desfred die Flucht wohl gelungen ist und dass sie ihre Tonbandaufnahmen in einem Versteck aufgenommen hat, um Informationen über diese Zeit und das Leben zu dieser Zeit festzuhalten. Ihr Werk scheint jedoch nicht der einzige Fund in dieser Hinsicht gewesen zu sein. Mehr ließe sich nach Auffassung der Professoren über ihr Verbleiben jedoch nicht sagen.
Charaktere
- Desfred (engl. Offred) - Protagonistin. Nach dem Ausschlussverfahren lässt sich feststellen, dass ihr "ursprünglicher Name" (d.h. ihr Name zur Zeit vor Gilead) June gewesen sein muss.
Sie ist eine so genannte Handmaid (dt.Magd) und ihre eigentliche Aufgabe im Staat Gilead ist es, Kinder zu gebären. Sie untersteht dem Haushalt von Serena Joy und ihrem Mann. Dies ist insgesamt ihr dritter Dienst in einem Haushalt, nachdem sie bei den anderen beiden versagt hat und nicht schwanger geworden ist. Ihre Mutter war eine feministische Aktivistin und wurde in die Kolonien gesendet, um dort den Atommüll zu beseitigen. Ihr Mann, Luke, und ihre Tochter wurden bei ihrem Fluchtversuch aus dem Staat Gilead von ihr getrennt. Später erfährt sie von Serena Joy, dass es ihrer Tochter gut geht und dass diese von einem anderen Pärchen adoptiert wurde, sie sagt ihr jedoch nicht, wo sie sich befindet. Was mit Luke geschah erfährt man nicht, es ist jedoch wahrscheinlich, dass er getötet wurde.
Desfred ist nicht rebellisch wie ihre Freundin Moira.
- Moira - Desfred und Moira haben sich in der High School kennengelernt. Während dieser Zeit ist sie die einzige Person, zu der Desfred Vertrauen zeigt. Moira ist außerdem sehr rebellisch und knüpft schon von Anfang an Kontakte zu einer Untergrundorganisation. Des Weiteren ist sie lesbisch, mit Desfred jedoch nur freundschaftlich verbandelt.
Sie versucht aus dem "Rachel and Leah Center" zu fliehen. Ihr erster Fluchtversuch misslingt, woraufhin sie gefoltert wird. Ihr zweiter Fluchtversuch gelingt ihr, indem sie Tante Lydia mit einem scharfen Gegenstand bedroht und anschließend ihre Kleidung anzieht. So kann sie als "Tante" getarnt aus dem Center herausgehen. Die Flucht aus dem Land gelingt ihr fast mit Hilfe einer Untergrundorgansisation, jedoch wird sie kurz vor der Grenze gefasst. Man stellt sie vor die Entscheidung: entweder sie wird in die Kolonien geschickt oder sie arbeitet in einem privaten Klub (welcher unter den Frauen dort engl. "Jezebel's" genannt wird). Sie entscheidet sich für den privaten Klub, wo sie später auch Desfred wiedertrifft, die von ihrem Kommander (verbotenerweise) dorthin ausgeführt wird. Der Klub ist ein Bordell und illegal. Nur Männer von hohem Rang wissen von diesem Klub, da es aus der "Zeit davor" stammt und somit verboten ist. Moira hat sich verändert, dies beunruhigt Desfred. Sie hat ihren rebellischen Kampfgeist verloren, sie wurde "gebrochen".
- Serena Joy - Sie ist die "Wife" in dem Haus, wo Desfred lebt. Als solche darf sie den Handmaids und den Marthas Aufträge erteilen. Vor Gilead war Serena Joy als Gospel-Sängerin bekannt. Serena Joy arrangiert ein Treffen zwischen dem Fahrer Nick und Desfred, damit Nick sie schwängern kann.
- Nick - Nick ist der persönliche Chauffeur des Kommandanten. Zwar ist es auch ihm nicht erlaubt, unaufgefordert zu reden, doch wird schon bei Desfreds Ankunft deutlich, dass er sich nicht daran hält. Im späteren Verlauf des Romans treffen sich Nick und Desfred regelmäßig in Nicks kleinem Wohnraum. Dort erfährt man, dass er früher bei der US Army war. Nick ist ein Doppelagent. Er ist von dem Kommandanten seines Hauses als Spion auserwählt worden. Gleichzeitig ist Nick auch ein Mitglied von "Mayday". Durch diese Untergrundorganisation rettet Nick später Desfred das Leben.
- Der Kommandant - Über den Kommandanten ist bekannt, dass er maßgeblich an der Gründung Gileads beteiligt war. Seine gegenwärtige Aufgabe ist es, Handmaids zu schwängern, um so das Überleben des Staates zu sichern. Der Kommandant trifft sich heimlich mit Desfred in seinem privaten Zimmer, was für sie den Tod bedeuten kann. Dort spielt er mit ihr alte, verbotene Spiele wie z.B. Scrabble. Er hat Zugang zum Schwarzmarkt und besorgt für Desfred eine Handcreme und einige Frauenzeitschriften aus der "Vorzeit". Später fahren beide in einen privaten Klub. Als Kommandant hat er volle Befehlsgewalt im Haus, scheint sich aber von seiner Frau Serena Joy unterdrücken zu lassen.
- Ofglen - Ofglen ist eine Handmaid in einem anderen Haus (im Hause des Glen). Sie ist die Einkaufspartnerin von Desfred. Als Mitglied von Mayday versucht sie, Desfred für die Organisation zu gewinnen. Am Ende des Romanes erhängt sie sich, um den Folterungen des Regimes zu entgehen.
- Ofwarren - früherer Name: Janine. Sie ist ebenfalls eine Handmaid (im Hause des Warren).
Im Rachel and Leah Center erfährt man über sie, dass sie als 14-Jährige vergewaltigt wurde und ihr Kind danach abgetrieben hat. Dies steht nun unter höchster Strafe und so wird sie durch gehirnwäschlerische Methoden dazu gebracht, zuzugeben, dass sie an dieser Vergewaltigung schuld war. Dort erleidet sie fast einen Nervenzusammenbruch, der von den anderen Frauen jedoch überspielt wird. Als Handmaid wird sie schwanger und bekommt das zunächst gesund erscheinende Baby auch. Jedoch stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass dieses doch entstellt ist, ein sog. "Unbaby" ist und kein Recht auf Leben hat.
Literatur
Margaret Atwood: Der Report der Magd, 1985 (ISBN 3442722993)
Weblinks
http://www.novelguide.com/TheHandmaid'sTale/novelsummary.html
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